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Montag, 18. August 2014

Kurz gesagt ...

Viel zu lang hier schon nicht mehr gepostet. Tut mir Leid, ein bissl gehts drunter und drüber.
-- War erst ein paar Tage fort, im stillen Kämmerlein schreiben. Kann jetzt sagen, Prinzessin 3 wird ziemlich abgefahren.
-- Habe vor ein paar Tagen meinen ältesten Freund an Krebs verloren.
-- Habe mit meinem Gott der Tentakel einen für mich sensationellen Starterfolg hingelegt.

Ist ein bissl durcheinander alles.

Habe mir übrigens am Wochenende Wolf of Wall Street angesehen, den Martin Scorsese Film. Großartig. Komme hoffentlich in den nächsten Tagen dazu, was dazu zu schreiben. Ist mir derzeit zu heftig. Mein verstorbener Freund war großer Scorsese Verehrer und ich bin daheim vor dem Film gesessen, als die Nachricht seines Todes mich erreicht hat. Perverser Zufall des Lebens.


Sonntag, 13. Juli 2014

Aha?

Heute, Sonntag, kurz in den Blog geschaut um ein paar ältere Artikel über das Schreiben, die ich hier mal losgelassen habe, rauszufischen, aktualisieren und auf meine Website zu übersiedeln - das ist u.a. auch Leseranfragen geschuldet und da mir die Idee generell gut gefällt, mache ich das.

Interessant ist die heutige Besucherzahl. Die liegt, und wir haben kurz nach 13 Uhr, schon jetzt doppelt so hoch wie gestern den ganzen Tag über oder aber auch deutlich über dem Rest der Woche. Ich habe nicht die geringste Idee, weshalb. Postings sind schon länger überfällig - zuletzt mangelte es mir deutlich an Zeit dafür. Das, was ich jetzt schnell mache, erfordert weniger Konzentration als das Schreiben und darum nutze ich dieses kurze Zeitloch - bei uns kränkelt es gerade ein wenig.

Ich muss ein Manuskript querlesen, das nicht von mir stammt und nach offenkundigen Fehlern suchen. Ich muss die Korrekturen meines letzten Buches - Gott der Tentakel - die ich gestern zurückbekommen habe, durchgehen. Ich arbeite derzeit am nächsten Buch - Prinzessin 3: Die letzte Kriegerin (11/2014).Ich habe ein paar Pläne für die Bücher der nächsten paar Jahre aufgestellt - die teilweise kippen werden, wie das bei solchen Plänen eben immer wieder passiert. Ich habe in den Zyklen und den Metaversen meiner Werke gewühlt und dort korrigierend eingegriffen .... kurz, Zeit ist im Augenblick extreme Mangelware. Nun, immerhin 3 Tage Urlaub ohne Computer waren drinnen.

Darüberhinaus habe ich mir - welcher Teufel mich auch geritten haben mag - einen Tumblr zugelegt, eine Pinterest Pinnwand und irgendwie juckt mich jetzt auch noch Twitter .... mal sehen. Als ob ich unterm Strich so viel zu erzählen hätte. Ha ha ha, klar, aber das gehört in Bücher ;-)

Aber einen Blogeintrag hier ... schon länger nicht. Die für mich rätselhafte Besucherzahl bestätigt aber eine Sache, die zu den Klischees gehört: Du kannst nicht wirklich beeinflussen, bei wie vielen Leuten du womit Interesse weckst. Es mag gelingen, es mag in die Hosen gehen. Du kannst natürlich deine Arbeit so auslegen, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, aber Garantie ... nie.

Du kannst nur schauen, wenn du mal Interesse geweckt hast, womit dir das gelungen ist und versuchen, die Leute mit entsprechendem Befriedigen dieser Interessen bei der Stange zu halten. Wenn das zwanghaft wird, verschwindet dein Publikum wieder. Man dar nie den Instinkt unterschätzen - Leser können riechen, wenn du ihnen mit deinen Werken Honig ums Maul schmieren willst, der dir selbst eigentlich egal ist oder gar nicht schmeckt. 

Bist du hingegen ehrlich und das, was du fabrizierst, verbreitete den Duft der Authentizität, dann wirst du eine treue Gefolgschaft aufbauen können - vielleicht langsam, vielleicht kleiner, als dir lieb ist, aber es wird.

Ob Blog oder Buch, die Leser finden dich, wenn ihnen danach ist.

Freitag, 13. Juni 2014

Newsletter

Ab Ende Juli/Anfang August starte ich einen Newsletter. Der Plan ist es, etwa 1x im Monat eine Infomail mit gemischtem Inhalt zu versenden.

Darin erzähle ich ein wenig über das Schreiben, über meine Bücher, eventuell neue Cover vorgestellt. Dazu ein paar Links zu verschiedenen Themen, ein wenig Plauderei über interssante Bücher oder Filme, je nachdem, und was sonst noch so anfällt und mir einfällt. Natürlich auch ein wenig Eigenwerbung, aber eben nicht nur oder gar vorrangig.

Klingt einfach, ist einfach dauert nicht lang und liefert dafür im Gegenzu monatlich ein paar Minuten Unterhaltung.

Interessiert? Zur Anmeldung einfach meine Website besuchen, Anmeldung in der rechten Navi-Leiste. Der Name ist optional. Die übliche Bestätigungsmail ... äh, bestätigen ;-) und das war es dann auch schon.

Ich freue mich über jedes Abo. 

Have fun,
John

Donnerstag, 15. Mai 2014

Autorenglück

Mehrere Anfragen von Lesern, ob ich nicht Bücher signieren könnte. Die Prinzessin und die demnächst erscheinende Fortsetzung. Mache ich sehr gern. Balsam für die Seele.

Danke :-)
Happy John

Sonntag, 30. März 2014

Meine Schreibwerkstatt

Ich möchte in loser Folge ein wenig über meine Sicht, sprich – eine sehr subjektive Sicht – des Schreibens und diverser, damit im Zusammenhang stehender Befindlichkeiten, plaudern.
Diverse Begriffe, die zur Anwendung kommen, sind entweder Variationen gebräuchlicher Bezeichungen oder ich habe sie mir komplett aus den Fingern gezogen.

Das Unterfangen trägt den simplen Titel: Meine Schreibwerkstatt

Eine grobe thematische Ausrichtung für die diesbezüglichen Blogeinträge – thematische Abweichungen und Änderungen in der Abfolge bis zum Ausfall eines Beitrags -  vorbehalten – wäre jetzt zu Beginn und nach Plan diese:
  • - Formen der Trilogie
  • - Funktionen der Trilogieromane
  • - Arten des Schreibens
  • - Eigenheiten des “Fucked Future” Universums
  • - Die explodierte Trilogie – das Universum
  • - Spezialfall "Shared Universe"
Bei Leserinteresse plane ich weitere Beiträge – mal schauen, wie sich die Sache entwickelt.

Der erste Beitrag nennt sich FORMEN DER TRILOGIE und findet sich auf meiner Website.

Ich habe beschlossen, die Werkstatt dort anstatt hier im Blog einzurichten. Erschien mir irgendwie passender. Mal sehen, ob ich die Artikel später auch hierher setze, aber das wird, wenn überhaupt, noch ein wenig dauern. Zuerst möchte ich ein paar davon schreiben. 

Keine Sorge, auch der Blog wird weiterhin betreut, aber ich möchte doch hier und dort unterschiedliche Inhalte anbieten.

Dienstag, 26. November 2013

Geiler Leserkommentar

Um einen Satz aus einem Leserkommentar zu Prinzessin zu zitieren: "Die Mutter aller fiesen Miststücke von Geschichten!!!" Ist das ein geiler Sager oder was? Der ganze Kommentar findet sich hier...

Danke! Das ist ein wunderschönes Kompliment, das mich von Herzen freut. Mehr zum Buch auf meiner Website, in diesem Blog - hier und hier und in dieser großartigen Rezension hier.

Ich weiß, ich weiß, schon wieder mal Eigenwerbung für dieses verdammte Buch - aber he, ich bin stolz darauf, ich bin Autor und möchte das Ding auch verkaufen und überhaupt... :-)

Wer es jetzt kaum erwarten kann, dieses wunderbar explizite, obszöne, gewalttätige Erfolgswerk namens Prinzessin zu lesen, der holt sich am einfachsten und schnellsten das Ding bei Amazon - hier als eBook, und hier als Paperback.

Freu, freu, freu...

NACHTRAG: weil ich es erst grad jetzt gesehen habe, da ist übrigens ein totaler Verriss des Buches auf Amazon - hier.

Mittwoch, 6. November 2013

Kurz gesagt...

Ich habe es gerade nicht so mit ausführlichen und regelmäßigen Postings. Wir haben einen etwas mehr als drei Wochen alten Scheißer daheim ;-) und ich habe einen Haufen Arbeit am Hals. Das verschlingt sehr viel Kraft und Zeit.

Ich weiß aus den Statistiken, dass die längeren Blogeinträge bevorzugt werden. Ich mag sie auch gerne. Ich habe sie nicht vergessen und lechze selbst danach, wieder mal einen riesigen Haufen Geschwafel abzulassen.

Ein klein wenig Geduld ... brauche ich, braucht ihr. ;-) Es wird wieder. Es braucht nur ein klein wenig mehr Zeit.

Danke, bis demnächst.


Dienstag, 15. Oktober 2013

Erkenntnis der Woche, Nr. 4

(Diese Erkenntnis stammt nicht von mir, sondern von meiner angewidert-erheitert grinsenden Frau - und sie als momentan Betroffene darf sowas sagen!):

Wer braucht schon Bücher über ekeliges Zeug schreiben, wenn er eine Wöchnerin daheim hat.

Vaterfreuden

Babys bringen selbst wohldurchdachte Pläne durcheinander. Besonders wenn sie umwerfend sympathisch, liebenswert und freundlich sind. Leben eben.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Dies und Das, Schreibezeug, Selfpublishing, Mediakram

Letzten Freitag habe ich meinen Verleger getroffen und mit ihm grob fixiert, was denn die nächsten Romane werden - die nächsten beiden stehen fest. Beides recht drastische und härtere Werke, sonst sehr unterschiedlich. Mehr dazu beizeiten. Für danach steht ein Haufen Optionen zur Verfügung, aber was dann folgt, das kann ich im Augenblick noch unmöglich sagen - schlicht keine Ahnung.

Zwischendurch steht noch eine kürzere Geschichte am Programm, da weiß ich noch gar nicht, was es wird. Ich weiß zwar, wofür sie verwendet wird - eine coole Idee, über die noch Stillschweigen bewahrt werden muss - aber die Handlung ist mir noch nichtmal im Ansatz klar.

In Sachen Self-Publishing herrscht bei mir derzeit Stillstand. Das Thema ist zwar nicht vom Tisch, definitiv nicht, aber im Moment habe ich dafür keine Pläne. Mir macht die Verlagsarbeit viel zu viel Spaß und ... das gilt zumindest für mich, es ist unter den jetzigen Umständen einfacher und tatsächlich auch lukrativer als die Spielerei mit Self-Publishing.
Denn der Aufwand, den ich betreiben müsste, um die Ergebnisse zu erzielen wäre enorm hoch. Und dabei reden wir nicht von Umsätzen, sondern allein von der Erstellung des Buches, Satz, Layout, Korrekturen, Cover und alles, was dazugehört. Und wie man sowas verbockt, darin habe ich Erfahrungen gesammelt. Natürlich kann man all diese Dienstleistungen dazukaufen, vor allem in Sachen Cover und Korrekturen darf man ohnehin nicht sparen (sonst macht man Dinge, wie ich sie getan habe).
Aber kann man sich diese Dinge nicht leisten, kosten sie eine Menge Zeit, und die würde mir definitiv beim Schreiben fehlen. Familie, Jobs, Schreiben - Tage sind nicht beliebig verlängerbar und ein paar Stunden Schlaf brauche ich auch. (Diesbezüglich trainiere ich ohnehin schon fleißig, dieser Tage steht Nachwuchs ins Haus.)

Aber es gibt in dem Bereich derart viele Fortschritte, Änderungen, Entwicklungen, es ist und bleibt eine aufregende Sache, wenn man sich darauf einlassen möchte. Die Möglichkeiten werden immer umfangreicher und als Autor sein eigener Herr sein, ohne Abhängigkeit von einem Verlag - selbst wenn er so entspannt, umgänglich, kooperativ und entgegernkommend wie meiner ist - das hat durchaus seinen Reiz.

Auf meiner Website hat sich die letzten paar Tage nicht so viel getan, da bin ich etwas ins Hintertreffen gekommen. Das ist auch so eine Sache, für die man irgendwo Zeit hernehmen muss. Es gibt zwar durchaus Diskussionen zum Thema, ob eine Website für einen Autor noch notwendig ist oder ob er sich nicht besser auf die Social-Media Sache konzentrieren sollte - hier sind recht interessante Gesichtspunkte nachzulesen. Ach ja, zurück zu meiner Website: Der Menüpunkt Universen hat ein paar Befüllungen, die den vorläufigen und geplanten Stand von Serien und Zyklen zeigen, die ich mir vorstelle, in den kommenden Jahren zu verfassen. Der Menüpunkt Bibliographie ist leider noch leer, da wird zukünftig das Gesamtwerk aufgelistet.

Wenn man mich fragt, was im Moment niemand tut, aber ich sage jetzt mal trotzdem meine Meinung zu dem Thema ;-) - ein Autor braucht eine Website. Sie muss nicht unbedingt täglich aktualisiert werden - dafür kann man FB, G+ und dergleichen benutzen, aber sie sollte doch Lebenszeichen von sich geben. Ob sie als Blog oder als klassische Site geführt wird, ist egal. FB, G+ und den Kram braucht man wohl auch und wenn man sich darauf einlässt, dann auch einen Blog, entweder extra wie dieser oder in der Site eingebunden.

Mein Blog ist extra geführt, weil es sich so ergeben hat, nicht, weil ich es geplant hatte. Natürlich wäre es praktisch, Blog und Site zu vereinen, aber jetzt steht der Blog hier und ihn zu übersiedeln wäre ... kontraproduktiv. Ich will euch doch nicht vergrätzen. Es ist erstaunlich: Wären die Postings meiner Leser ein Indikator, hätte ich kaum Leser. Aber die Statistik sagt etwas anderes.



Donnerstag, 26. September 2013

Erkenntnis der Woche, Nr. 2

Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist: Älterwerden bringt tatsächlich und wahrhaftig dieses bescheuerte "früher war alles besser" Gefühl mit sich - auch wenn es bei nüchterner Betrachtung sehr oft verkehrt ist. Aber nicht immer. Auf jeden Fall ist es da.

Donnerstag, 19. September 2013

Erkenntnis der Woche, Nr. 1

Ich lese lieber ein Buch über Kotzen, Scheissen und Gedärme rausreissen, als fünf Minuten dem verlogenen Gestammel charakterloser Politikervisagen zuzuhören. DAS ist der wahre Horror. Dagegen ist der erfundene Schrecken geradezu entspannend.

Freitag, 19. Juli 2013

Gemischte Kurzmeldungen

Mein eBook-Serial-Roman, sprich, Roman in 20 Bänden, soll nach einer für mich ewig langen Wartezeit zwischen Ablieferung des Manuskripts und tatsächlichem Erscheinen (da gab es ein paar Termine und Verschiebungen) jetzt endlich im Frühherbst erscheinen.
Bei diesem Verlag.
Den darf ich jetzt endlich nennen, das war mir auch lange Zeit untersagt. Das Cover zeigen - da muss ich jetzt noch vier Wochen warten, um dem Marketing nicht in die Quere zu kommen. Und zum Titel sag ich offenbar auch besser nichts. Seufz, Marketingideen. Manchmal habe ich das Gefühl, je mehr Marketing, um so ... ach, egal.
Den letzten Satz im Manuskript habe ich voriges Jahr Ende Juni geschrieben - laaaang her.

Eine kurze Zusammenfassung der letzten Bücher, die ich gelesen habe:
Wrath James White: Schänderblut -> hier. Weit besser, als ich es ursprünglich vermutet hätte. Gut geschrieben, gut durchdacht und recherchiert. Sehr positive Überraschung.
Greg F. Gifune: Kinder des Chaos -> hier. Ein sehr stimmungsstarkes, düsteres Buch über eine Reise in den Wahnsinn.
R. Evolver: Pol Pot Polka -> hier. Pulp-Trash-Thriller um die sex-, drogen- und gewaltgeile Agentin Kay Blanchard. Kurzweilig, vergnüglich, bescheuert. Der zweite Roman um Kay Blanchard, erschienen bei Evolver-Books.

Der SuB der vordringlichen Bücher ist im Augenblick 9 Titel hoch, der SuB der etwas weniger dringlichen Titel misst 42 Bücher! SuB 1 wird demnächst um wenigstens 5 Titel fix wachsen, 2 vielleicht noch zusätzlich - da zögere ich gerade noch ein wenig. Es nimmt einfach kein Ende ... ;-)

Die folgende Aufstellung sind noch nicht alle Titel, die in der Horror Tb Reihe des Festa Verlag erscheinen werden, aber eine erste Vorschau auf die Vergnüglichkeiten der nächsten Monate. Band 66 freut mich ganz besonders. Großartiger Roman, unverständlich, wie Clive Barker so vom deutschen Markt verschwinden konnte. Gerade mal die großartige Edition Phantasia hat lieferbare Titel. Aber so keimt neue Hoffnung.

Band 66: Clive Barker: Mister B. Gone
Band 67: S. L. Grey: Labyrinth der Puppen

2014:
Edward Lee: Der Höllenbote
Richard Laymon: Kill for Fun – Gnadenlose Geschichten
Brett McBean: Die Verdammten
Patrick Senécal: 7 Days
Edward Lee: Incubus
John Everson: NightWhere - Die ultimative Unterwerfung
Nate Kenyon: Sparrow Rock
Edward Lee: Golem
Wrath James White: Yaccubs Fluch
Douglas Wynne: Der Teufel von Echo Lake
Michaelbrent Collings: Darkbound
Brian Keene: Entombed
Shane McKenzie: Muerte con Cane
Wrath James White: Purer Hass
Rob Redux: Mort – Zombies & Engel
Edward Lee: Succubus
John Everson: The Pumpkin Man
Bryan Smith: Freakshow



Samstag, 6. Juli 2013

Vom Lesen

Interessant. Im Horror-Forum gibt es einen kleinen Thread zu -> diesem Blogeintrag von mir. Darin sieht mich einer einer der Diskussionsteilnehmer als Festa-Fanboy. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Ich weiß zwar nicht wirklich, was ich darauf sagen soll – und eigentlich kann mir das auch ziemlich egal sein, es lebe die Meinungsfreiheit – aber irgendwie habe ich Lust, darauf zu antworten. Mal schauen, ich habe nicht die geringste Idee, was ich schreiben soll, aber ich fange mal an und sehe dann, was dabei rauskommt.


Der erste Satz ist einfach: Ich bin kein Fanboy. Mal abgesehen davon, dass das Wort an sich in meinen Augen ziemlich dämlich ist und mir nur passend erscheint, wenn man damit jemanden betitelt, der noch in den Teenjahren steckt – also unter zwanzig Jahre alt ist (ein Boy bin ich auch schon laaange nicht mehr, vielleicht kindisch, aber das ist was anderes), impliziert es auch einen gewissen Fanatismus und das mag ich schon gar nicht.


Fan ist ein Wort, mit dem ich ein Problem habe, obwohl gewisse Vorlieben meinerseits durchaus auch als Fan-Verhalten bezeichnet werden können. Ein besseres Wort ist mir allerdings auch noch nicht eingefallen. Erstaunlich, wie manche ganz alltäglichen Begriffe zu einem Reizwort ausarten können. Na gut, Wortklauberei, ich weiß ;-)


Es gibt einige Bücher von Festa, die ich nicht so toll finde und das schreibe ich dann auch in der einen oder anderen Rezension. Ich habe jetzt keine Lust, solche Rezensionen rauszusuchen, das lenkt mich nur ab. Was ich nicht mache, ist ein Buch generell in den Kübel zu treten, weil ich die Arbeit des Autors dahinter sehe, die einfach nicht aufgegangen ist oder den wirtschaftlichen Druck, der ihn dazu gebracht hat, einen eher unterdurchschnittlichen Roman zu produzieren, den Druck des Verlegers, der einen Aufreger und Breitentauglichkeit zugleich wollte und so weiter, und so weiter.


Ich halte im übrigen, um auf eine Aussage in diesem Thread einzugehen, Das Schwein von Edward Lee nicht für eine schlecht geschriebene Wichsvorlage. Es war nicht sonderlich gut übersetzt, aber das Problem hat nichts mit dem Inhalt zu tun, den ich auch als bitterböse, höhnische, makabre, geschmacklose Satire sehe. In vielen Büchern von Lee, die noch nicht übersetzt sind, schwingt viel Zynismus und extrem galliger Humor mit, den Lee in totaler Geschmacklosigkeit verpackt. Das ist sein Stil und einfach seine Art, Dinge zum Thema zu machen, die ihn gerade bewegen.


Was ich an Festa konkret schätze, ist schnell gesagt: Er hat von Anfang an Bücher veröffentlicht, die mich angesprochen haben. Nicht immer und nicht alle, aber die Mehrzahl. Wie ich es schon mal geschildert habe – in eben jenem vom Horror-Forum aufgegriffenen Beitrag, siehe den Link oben – hat sein Programm auch ziemlich schnell Anklang beim Publikum gefunden.



Ich mag diese »Tabubrecher« Romane einfach, weil sie ungeniert sind, radikal und drastisch. Das sind Dinge, die mich schon mein ganzes Leben lang bei der Auswahl meiner Lektüre beeinflussen. Auf seine Art war das früher z.B. Marc Behm, ein französischer Thrillerautor, den man heute als eher sehr sanft sehen würde. David Goodis gehörte auf seine Art natürlich ebenso dazu wie der König der Tristesse, Robin Cook. Und noch viele andere.



Als ich Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King gelesen habe, gleich in den ersten Tagen seines Erscheinens, da war ich bedeutend jünger und habe mich beim Lesen halb angeschissen vor Angst. Und hatte danach eine Riesenfreude, dass es ein Buch geschafft hatte, mich derart aufzuwühlen. Ich bin begeistert in der Wohnung herumgerast und habe versucht, meine Freude daran meinen Eltern kundzutun, denen leider jeglicher Bezug zu Horrorgeschichten fehlte.
Das erste Bucher des Blutes von Clive Barker? Heilige Scheiße, das ist mir eingefahren. Diese wüste Mischung aus Grausen und Erotik. Ich habe dann alle Bände verschlungen. Dass es Bücher gab, die solch ungeheuerliche Dinge erzählten, das hat mich in den Bann geschlagen und dieser Bann ist bis heute nicht gewichen.



Stephen King heute … nun ja, er ist sanfter und älter geworden, ich bin älter geworden, ich liebe ihn immer noch. Ich liebe auch Clive Barker noch. Aber der rabiate Kick, der kommt von Edward Lee. Der kommt von Bryan Smith, von Wrath James White und wie sie alle heißen. Brian Keene ist für mich ein großartiger Erzähler mit guten Geschichten und Charakteren, mit denen man sich identifizieren kann. Keene ist noch dazu spannend und geradezu altmodisch in seiner klassischen Erzählweise. Ich mag dieses Urgestein sehr gerne - es lebe die Altersgleichheit ;-).



Wenn also all diese Autoren, die mir einen Kick verpassen, bei Festa erscheinen, tja, dann wird es wohl einen Grund haben, dass ich so viele Bücher des Verlags lese. Und wenn ich – auch von meiner beruflichen Vergangenheit beeinflusst – sehe, wie sich dieser Verleger ins Zeug legt, um würdige Werkausgaben von einem Robert E. Howard oder einem Clark Ashton Smith zu fabrizieren, dann bewundere ich diese Arbeit einfach, die sich – keine Ahnung, ob das stimmt – vermutlich gerade mal als Nullsummenspiel ausgeht. Vielleicht wirft das eBook die nötige Spanne ab, was weiß ich.



Festa hat es anders auch probiert. Mit Autoren wie Thomas Ligotti. Mit Horror von Dan Simmons [nicht die drei Joe Kurtz Thriller - übrigens auch steile Bücher - ätsch ;-)], mit Science Fiction, mit wirklich bemerkenswerten, ungewöhnlichen, teils sehr literarischen Titeln. Mit S. P. Somtow. Alles gute Geschichtenerzähler.

Was hat es Lob für seine Auswahl gegeben und was ist unterm Strich dabei rausgekommen? Ein finanzieller Genickbruch, weil die Käufer nicht mitgezogen sind. Jetzt hat seine Schiene gefunden, sein Alleinstellungsmerkmal. Das sind die radikalen Bücher, die sehr schön aufgemacht sind, wertig, und mehr Klasse haben als z.B. entsprechende Heyne-Cover. Das funktioniert für ihn, das muss für ihn funktionieren, weil er davon abhängig ist, das funktioniert für mich als Leser. Seine Experimente haben bedauerlicherweise nur zum Teil funktioniert, warum also sollte er jetzt seine Einzigartigkeit aufgeben?



Kurzer Einschub: Wer sich noch an die unsäglich gekürzten Taschenbücher aus dem Pabel Verlag erinnert, die blauen Fantasy-Titel, die lila-rote Vampir-Horror-Reihe, der weiß, wie enorm der Qualitätssprung nach oben ist bei z.B. Robert E. Howard. Mir hat einmal ein ehemaliger Übersetzer des Pabel-Verlags gesagt, Vorgabe jeder Übersetzung waren rund 120 Seiten Umfang. Ganz egal, wie dick das Original war. Tja. Das hat auch Heyne in seinen frühen Jahren gemacht [man vergleiche die Triffids Übersetzung von 1969 mit der vom letzten Jahr], das war bei den Romanheften sogar noch schlimmer, die alles auf rund 60 Seiten runtergekürzt haben.



Ich mag diese durchgeknallten, rabiaten Bücher einfach. Ich mag bizarre, versponnene Werke – Carlton Mellick III ist in meinen Augen genial. Nicht alle Titel sind top, eh klar, aber für mich stehen letzendlich der Unterhaltungswert und die Ideen an erster Stelle. Perfekter Stil – ja toll, und? Den hat Thomas Mann. Öh, gähn.



Natürlich mag ich nicht nur diese rabiaten Titel. Ich mag auch die weniger eingeweidewerfenden Horror-Titel sehr gern. Ich mag auch Thriller und Non-Genre Bücher, die das gewisse Etwas haben. So sehe ich Hundert Jahre Einsamkeit als Meisterwerk an, oder Der Name der Rose, oder einige Werke von T.C.Boyle [America, World's End, Willkommen in Wellville u.a.], von Paul Auster, Christopher Moore … von den Fantasy u. Science Fiction Autoren, die ich schätze, ganz zu schweigen. Neal Stephenson? Ich finde ihn großartig. Alastair Reynolds? Toll. William Gibson? Super. Joe R. Lansdale, herrlich. Brandon Sanderson? Episch. George R. R. Martin? Meisterhaft.
Das kann ich noch eine Weile so weitermachen, weil ich episch, bombastische, clevere, witzige, böse, usw., usw., Geschichtenerzähler einfach liebe.



Aber wenn mir zwischendurch nach schnellem, geilen Schweinekram ist, dann werde ich bei Festa bestens bedient. Ich liebe schnellen, geilen Schweinekram. Der geile Schweinekram hat micht mein ganzes Leben lang entspannt. George R. R. Martin ist ein Meistererzähler - aber er braucht Ausdauer, Konzentration und viel Zeit [zumindest in Englisch ist das so]. Schneller Kick ist das nicht. George R. R.Martin ist episches wow. Schneller Kick ist Brett McBean. Schneller Kick ist Bryan Smith.



Mir haben diese Bücher dabei geholfen, Stress, Ärger, Frust, Zorn und sonstige Unbillen, die einem Menschen im Laufe eines beschissenen Tages begegnen können, abzubauen und in die richige Perspektive zu rücken – in die Bedeutungslosigkeit am Ende des Tages.



Die Horror-Literatur war – um jetzt einen etwas überspannten Begriff zu benutzen – für mich stets eine Katharsis, eine Reinigung meines Ich von den destruktiven Emotionen eines Tages. Oder, an guten Tagen, ein kreativ erbauliches Vergnügen. Das sind Eigenschaften, die man an Büchern nicht hoch genug schätzen kann und darum lese ich sie bis heute mit großer Freude.



Was dem einen sein Karl May ist, ist dem anderen sein Edward Lee. Ein Ventil, eine Ersatzbefriedigung, Spannung im langweiligen Trott des Alltags, was auch immer.



Jetzt ist genau das passiert, was anzunehmen war. Ich habe mich verzettelt. Dabei wollte ich eigentlich nur auf den Fan-Boy Ansager reagieren, der eigentlich sogar verständlich sein könnte. Schließlich sind der Betreffende und ich uns unbekannt und was weiß er schon, wie ich ticke, oder warum ich was lese.



Apropos Brian Keene: wer EineVersammlung von Krähen genauer inspiziert, wird als Übersetzer Michael Krug entdecken. Genau jenen Michael Krug, der Keene einst als Erster* bei Otherworld rausgebracht hat (Im Reich der Siqqusim), der Brian Keene dann an Heyne verloren hat, wo man offensichtlich nichts mit ihm anzufangen wusste und der jetzt bei Festa erscheint. Kreislauf des Lebens ;-). Das ist Michael Krug übrigens auch bei Scott Sigler passiert – auch der wurde von Heyne aufgekauft, genauso wie Frank Festa mehr oder weniger fast das Gesamtwerk von Richard Laymon an Heyne verloren hat.



Auch darum mag ich Verlage wie mkrug oder Festa: Weil sie sich die Mühe machen, Neues zu entdecken. Das ihnen dann oft genug weggekauft wird. Mit der Finanzkraft von Verlagen wie Heyne können die dann einfach nicht mit. Aber das ist das Plus, das die Kleinverlage haben. Sie sind flexibler und, im Falle von Festa oder Krug, besser im Auffinden von neuen, vielversprechenden Autoren. (auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, weil auch das in dem betroffenen Blogeintrag steht – das sind nur zwei von vielen Kleinverlagen, aber zu denen habe ich einfach einen langjährigen Bezug.)



Festa zaubert einen interessanten Autor nach dem anderen aus dem Hut (und da kommt noch ein großer Name auf uns zu ;-)). Michael Krug hat zwar Brian Keene nicht mehr in seinem Verlag, aber er wird sicher das eine oder andere nette Büchlein entdecken – was ihm, meinen Geschmack betreffend, mit dem Zombie-Zyklus von David Moody, oder zuletzt mit  Feuerdämon (wüste Hexen-Action) und Ex-Helden (merkwürdige Superhelden gegen Zombies) ohnehin schon gelungen ist.



So, worum ging es eigentlich zu Beginn? ;-)


Update 10.07.2013: Michael Preissl hat mich - danke übrigens - darauf hingewiesen, dass es bei Eloy Edictions ebenfalls einen Brian Keene gibt - einen Erzählband. Dieses Büchlein, das mir bis zu diesem Hinweis vollkommen unbekannt war, ist allem Anschein nach wenige Monate vor dem Siqqusim Band von Michael Krug erschienen.
Die Eloy Edictions Site wird übrigens bei mir bedauerlicherweise von Google mit einer Malware-Warnung geblockt, deshalb verlinke ich sicherheitshalber nicht darauf. Der Screenshot dieser Warnung:

Dienstag, 4. Juni 2013

Verlage, Fans, Vergangenes

Einen großen Teil des ersten Jahrzehnts der 2000er Jahre habe ich in einer Buchhandlung verbracht und mich dort – neben ein paar anderen Abteilungen – hauptsächlich um Horror, Science Fiction und Fantasy (und Erotik) gekümmert (nun, ich habe auch viele Jahre davor im Buchhandel verbracht, rund das Viertel eines Jahrhunderts, ach du Scheiße).

Ich habe diese Genres schon immer geliebt und in jeder Buchhandlung, in der ich gearbeitet habe, dort entsprechende Abteilungen eingerichtet und aufgebaut.

Es war stets faszinierend zu beobachten, was funktioniert hat und was nicht. Natürlich auch in der allgemeinen Literatur, auch wenn man von Dingen wie dem alljährlichen Coelho Krätze bekommen hat. Aber wir reden hier von Horror, Phantastik allgemein.

Kurzes Beispiel dessen, was für mich nie so richtig funktioniert hat. Der Blitz Verlag. War allgemein bekannt, hatte auch ein gutes Programm, sehr viele Sammlerausgaben im Angebot, diverse Reihen, hat sich also richtig Mühe gemacht. Aber so wirklich hat sich das Programm nie durchgesetzt. Wann immer ich konnte, habe ich eine deutlich sichtbare Auswahl des Programms geführt, durfte gelegentlich sogar Schaufenster mit meinem Lieblingsstoff vollräumen. Aber Blitz hat nie so wirklich befriedigt. Viel zu viele Bücher sind abgewertet und verramscht worden, weil unverkäuflich und nicht mehr zu remittieren. Vereinzelte Titel sind ganz gut gelaufen, Autoren, die in der Edition Metzengerstein rauskamen.

Diese Edition – das kann man bei den meisten Fans von Horrorliteratur voraussetzen – wurde von einem gewissen Frank Festa betreut. Wer? Ja genau, der Typ vom FestaVerlag. Faszinierend war es auf jeden Fall, das Programm des Festa Verlags auf Lager zu haben – es funktionierte nämlich prächtig und bescherte mir eine Anzahl von Kunden, die ich eigentlich in dieser Treue nur von der erotischen Literatur her kannte – ha ha ha – Stammkunden und Fans des Programms.

Heyne funktionierte soo gut wie immer (ich klammere da mal die Periode aus, in der sich der Verlag im Besitz von Ullstein befand), Bastei war sehr titelabhängig und hatte es eigentlich nie geschafft, die Breite von z.B. Heyne zu erlangen. Blitz war ok, aber nicht weltbewegend, aber Festa … der Verlag hat eingeschlagen. Der erste Laymon, ein Fritz Leiber, Gustav Meyrink, etc., Bände aus »Lovecrafts Bibliothek des Schreckens«. Festa hat den Sammlerinstinkt geweckt – und das nicht nur bei mir.

Diese Bücher haben schnell wiederkehrende Leser gefunden, die darauf aus waren, Bücher dieses Verlags zu erwerben. Ich erinnere mich an einen ganz bestimmten Kunden, der wirklich beinahe wöchentlich kam, um zu schauen, sich über diverse Bücher zu unterhalten, auf Titel von Ewers und andere Klassiker zu warten und sich dann zu freuen, wenn sie im Regal standen und er eins nehmen konnte. Er war ein sehr netter, ruhiger Mann mit einer grauenhaften Vokuhila Frisur, gefönt, gefärbt, aber einem großen Genrewissen. Er ist nach einigen Jahren schwer krank geworden und gestorben.

Festa hat im Vergleich zu so manch anderen Verlagen tadellos funktioniert und ich hatte stets einen beträchtlichen Teil des Programms auf Lager. Zumindest in Österreich waren der Vertrieb und der Vertreter des Verlages zwar unter jeder Kanone und eher auf der ahnungslosen Seite, aber das hat zumindest für mich keine Rolle gespielt, weil ich ja wusste, was ich brauchte.

Festa hatte von Anfang an treue Leser, die bewusst nach dem Programm suchten. Die Hardcover Bibliothek war zwar nicht der Renner, aber sie ging solide (Andreas Gruber machte sich ganz gut, aber das war vielleicht lokal bedingt, er wohnt in der Nähe von Wien), von den Taschenbüchern und Paperbacks braucht man gar nicht reden, das waren zum Teil Selbstläufer – natürlich auch mit den üblichen Flops, wie sie jeder Verlag im Programm hat.

Festa hat sich, die eine Panne hier, die andere Katastrophe da, ziemlich gemausert und wuchs von einem kleinen Verlag, der rasch ein Stammpublikum gewann, zu einer Institution heran. Man mag das Programm mögen – so wie ich (bin gerade mit John Everson: Ligeia fertiggeworden, Rezension in ein paar Tagen auf meiner Website – nur kurz: saugeiles Buch! Buchstäblich!), oder man macht einen Bogen drumherum.

Aber man muss dem Verleger auf alle Fälle zugestehen, ein außergewöhnliches Gespür für Titel zu haben und über begnadetes Wissen bezüglich dieser Literatursparte zu verfügen – ein Fan und ein Irrer zu sein, anders geht das wohl nicht. Wenn ich irgendwas in den Buchhandlungen beobachten konnte, dann folgendes: Leser, die auch nur einen Hauch mehr Ahnung von Horrorliteratur hatten, spürten sehr schnell, was gut war und wo ein Verlag auf einen Hit aufsprang, um abzucashen. Und wenn man Festa eines nie vorwerfen konnte, dann ein Verlag zu sein, der Trends nachjagte, um Kohle zu machen. Es ist sicherlich der mühsamere und risikoreichere Weg, aber wenn es funktioniert, dann zahlt es sich aus und dann wird man von Seiten der Leser belohnt.

Und von den Autoren, die uns Frank Festa beschert hat und die keiner von uns mehr missen will, wollen wir gleich gar nicht anfangen – Bryan Smith, Edward Lee, Brett McBean, … und so weiter. Von der Entdeckung Richard Laymons brauchen wir gar nicht erst anfangen. Und die Pflege von Klassikern wie Clark Asthon Smith oder Robert E. Howard kann gar nicht genug geschätzt werden.

Dieses Kunststück, das Festa zustande brachte, gelang in kleinerem Rahmen einem winzigen österreichischen Verlag ebenfalls, der in der Nähe von Graz beheimatet war: Eingedeutscht hieß der Verlag "Anderwelt". Dessen Verleger, Michael Krug, Übersetzer von Genreliteratur, Thrillern und anderem Suchtstoff, machte sich daran, seine eigenen Vorlieben in Verlagsform zu bringen. Michael Krug – ihn kenne ich im Gegensatz zu Frank Festa persönlich und schätze ihn als sehr ruhigen, höflichen und sehr ehrlichen Menschen mit Handschlagqualität – hatte und hat ebenfalls ein erstaunliches Gespür für Autoren. Frank Festa kenne ich nur über schriftliche Konversation – auch sehr direkt, sehr höflich, und ein Freak (Himmel, der Mann hat vermutlich mehr über Phantastik vergessen, als wir Normalsterblichen je wissen werden – beneidenswert).

Als ich die ersten Bücher seines Verlags neben Heyne und Festa in meine Horrorabteilung quetschte, vollkommen ahnungslos, was zum Teufel das für ein Verlag war, den mir die rührige Vertreterin da vorgestellt hatte (die gute Frau war viel besser drauf als der sehr freundliche, aber in Sachen Genre vollkommen unbeleckte Herr der Auslieferung des Festa Verlags).

"Anderwelt" überraschte mich, gleich zu Beginn mit einem echten Bestseller – unmöglich dick, Hardcover, damit etwas teurer, aber … Brian Keene! Volltreffer des winzigen Verlags. Das Reich der Siqqusim verkaufte sich wie Sau – für einen Hardcover Horroroman. Mehr als nur einmal habe ich leicht variiert den Sager »geil, Brian Keene auf deutsch« gehört.

Ab dem Moment war auch "Anderwelt" ein Verlag, der seine Stammkunden hatte – in kleinerem Ausmaß, weil ein kleinerer Verlag, aber in den Relationen genauso beliebt. Auch Scott Sigler, der auch in unseren Breitengraden eine Fangemeinde hat, eine Entdeckung von Michael Krug. Nehmen wir Ronald Malfi dazu, Jeff Strand und keinesfalls zu vergessen David Moody.

Im Unterschied zu Festa, der sich am Versuch der Science Fiction überhob – trotzt einer hervorragenden Auswahl an Autoren wie Dan Simmons, Nancy Kress, John Barnes und anderen, war Michael Krug der Fantasy zugeneigt und bot neben ein paar alteingesessenen Autoren auch Leuten wie Robin Gates und Stephan Bellem eine Publikationsmöglichkeit.

Michael Krug hatte wie Frank Festa auch seine dunkle Stunde – er ging eine Kooperation mit einem ehemaligen größeren österr. Verlag ein. Diese Kooperation beschädigte durch Verwässerung des Programms letztendlich den Namen, machte ihn unbenutzbar und killte den Verlag.

Michael Krug kommt allerdings zurück. Mit neuem Namen – schlicht und ergreifen mkrug verlag – mit kleinerem Programm und einigen Gustostücken, die er behalten hat, dazu neue Leckerbissen. Ende Juni wird eine neue Website stehen und ein Programm für den kommenden Herbst – und vielleicht schon für das nächste Frühjahr präsentieren. Print und eBook.

Was haben jetzt Frank Festa und Michael Krug gemeinsam? Beide sind Genrefans. Beide sind innovative Verleger, die nach neuen Autoren suchen und verlegen, was sie persönlich gerne lesen. Beide haben für einige Autoren, die wir als selbstverständlich ansehen, den Weg geebnet. Beide haben Autoren an große Verlage verloren. Laymon wurde zum größten Teil von Heyne abgegriffen, Keene und Sigler wurden von Heyne aufgekauft, auch Malfi ging zuerst an Heyne. Keene wurde jetzt wiederum von Festa aufgenommen, was irgendwie nach Ironie riecht.

Beide Verleger haben eine bewegte Geschichte hinter sich und beide können sich an die Fahne heften, Entdecker und Pioniere zu sein. Festa und Krug haben Autoren für die deutschsprachige Leserschaft entdeckt, die für uns heute zum Standard gehören – diesen Riecher und den Mut, das Risiko einzugehen, das kann ihnen niemand mehr nehmen.

Bla bla, kann ich jetzt hören. Und was ist mit anderen Verlagen? Was ist mit Atlantis? Was ist vor allem mit Michael Preissl (Freak und Fan und netter Kerl) und Voodoo Press? Mit Peter Hiess (totaler Freak und sympathischer Wahnsinniger) und Evolver Books?

Ganz einfach: Festa und "Anderwelt" habe ich als Sortimentsleiter als bemerkenswert empfunden, mit den Verlagen hatte als Buchhändler mehr zu tun. Mit Blitz zum Beispiel weniger, andere kleinere Verlage haben – leider – so gut wie keine Rolle gespielt. Voodoo Press und Evolver Books sind in Erscheinung getreten, als ich meinen Abgang aus dem Buchhandel gemacht habe, und darum finden sie hier auch nur als Randnotizen Erwähnung. Meine Meinung zu den Büchern dieser Verlage kann jeder auf meiner Website nachlesen, wenn er sich die Rezensionen ansieht.

Das ist jetzt mir persönlich sehr wichtig: Trotz meiner persönlichen Wertschätzung für Michael Krug und meiner Achtung vor der Instituion Frank Festa habe ich nie eine Rezension schöngefärbt, um jemandem einen Gefallen zu erweisen.

So eine Scheiße hat keiner von uns dreien nötig und wenn ich irgendeine Lehre aus meinen Beobachtungen ziehen wollte, dann diese: Im Endeffekt lassen sich die wirklich an dem Genre interessierten Leser ohnehin nicht bescheißen. Nenne es, wie du willst, Instinkt, Gespür, Riecher, egal.

Die Leute spüren, ob jemand ehrlich daherkommt oder ihnen Dreck andrehen will. Und weder Frank Festa noch Michael Krug können, wollen und dürfen es sich erlauben, den Grundstock an Lesern, die Hardcore Basis zu verarschen. Dazu sind außerdem beide selbst viel zu sehr Fan und Profi. Und ich? Ich bin Fan. Ich lese den Scheiß. Ich schreibe den Scheiß. Ich liebe den Scheiß und darum rezensiere ich den Scheiß, freue mich daran, meckere darüber. Lebenslange Leidenschaft.

Nun gut, so viel zu meinen lückenhaften, persönlichen Erinnerungen. Zum Abschluß die allergrößte, wichtigste Frage: Warum zum Teufel habe ich diesen elendig langen Artikel gerade geschrieben? Ehrliche Antwort: mir war gerade danach. Stimmungssache.

Samstag, 25. Mai 2013

Erinnerungen und Sammlungen

Heute habe ich eine kurze Schilderung darüber gehört, wie jemand, der vor längerer Zeit - hauptsächlich in den 1980er Jahren - für vielleicht zehn, fünfzehn Jahre in bescheidenem Umfang sowas wie ein bekannter Name war - jemand anderen angefaucht hat, weil der Betroffene nicht wusste, wer er war.
Diese offenbar übellaunige, bissige, misanthrope und verbitterte Person brüstete sich in der kurzen Konfrontation mit einer riesigen Sammlung von Büchern, die sie ihr eigen nennt und ... was wollte ich jetzt sagen? Ach ja, also weil mir dieser kurze Erlebnisbericht nochmal in den Sinn gekommen ist, sind mir dazu folgende, im Grunde simple, Gedanken durch den Kopf gegangen.

Ich habe mein erstes "Erwachsenenbuch" gekauft, da war ich ungefähr, elf, zwölf Jahre alt, was nun schon eine Ewigkeit her ist, Wahnsinn, Jahrzehnte sind vergangen. Fuck, ich werde alt.
Das Buch war ein Roman von Alan Dean Foster - Die denkenden Wälder. Tolles Buch gewesen, gut gealtert, auch heute noch lesbar - wie alle früheren Romane des Homanx-Zyklus. Bei den späteren Bänden, die zum Teil aber chronologisch früher angelegt sind als die frühen Werke, ist das anders, da ... das führt jetzt zu weit und geht am Thema vorbei, sorry.

Das zweite "Erwachsenenbuch" - Jugendbücher* hatte ich davor schon selbständig immer wieder erworben - war dann ebenfalls ein Foster - Alien, der Roman zum Film. Heilige Scheiße, was hab ich mich dabei gefürchtet. Ich glaube, nur die Lektüre vom Friedhof der Kuscheltiere hat mich danach mehr in Angst versetzt.

Kurze Geschichte zur allgemeinen Erheiterung: Ich habe dann - also nach Alan Dean Foster, einen Stapel Science Fiction Taschenbücher erworben, die aus dem Moewig Verlag stammten, ein blaues Rundumcover mit einem oft wenig zum Inhalt passenden Titelbild zur Schau trugen und mit den Worten "Playboy Science Fiction" geschmückt waren.
In meiner Naivität - frühe 1980er Jahre, ich ging noch zur Schule - dachte ich echt, das wären alles utopische Romane mit viel Sex drinnen - was wusste ich in dem Alter, wer Philip K. Dick war? (Die Bücher waren optisch eher wenig gefällig, aber die Titelauswahl war ausgezeichnet, eine tolle Reihe oft anspruchsvoller Romane.)
Dann borgte mir ein Schulfreund die Josefine Mutzenbacher und was soll ich sagen... das war Aufklärungslektüre der allerfeinsten Sorte! (Auch der Simmel, den ich zu der Zeit bei meinen Eltern aus dem Regal geschnappt hatte und in dem seitenweise Schilderungen von Brustwarzen vorkamen, der hat mich so einiges gelehrt - herrje, war das aufregend) Und Philip K. Dick liebe ich heute. Und wenn Romane viel Sex beinhalten, freue ich mich auch noch darüber.

So, zurück zum Thema. Alan Dean Foster war, da bin ich mir sicher, mein Einstieg in das Sammeln von Büchern. Science Fiction, Fantasy, Horror. Gelesen und gehortet. Ich habe sehr schnell sehr viele Bücher gehabt und in dem Zimmer, das ich mit meinem Bruder geteilt habe (der konnte nie was mit Büchern anfangen, was unvorstellbar war für mich), war bald kein Platz mehr, so sind die Bücher in Stapeln in Kästen im Abstellraum gelandet, gleich beim Werkzeug. In bestem Zustand, gelesen, gemocht, fein säuberlich in Stapeln wegsortiert.

Wie wir alle bin ich älter geworden, ausgezogen, habe ein durchschnittlich langweiliges Leben voll der üblichen Irrungen und Wirrungen geführt, das mir so nebenbei etliche Umzüge mehr beschert hat, als mir lieb gewesen wären. Die ersten paar Mal war das Übersiedeln kein Problem, aber im Laufe der Zeit wurde es immer mühsamer, weil die Zahl der Bücherkartons gewachsen ist.

Kurzer Einwurf: Beim letzten Umzug vor rund fünf Jahren hat mich einer der Möbelpacker, nachdem sie rund hundertfünfzig Bücherkisten in die Wohnung geschleppt haben, keine Kartons, sondern die Transportkisten, wie sie im Buchhandel verwendet werden, gefragt, ob ich denn verrückt sei? Gute Frage.

Weiter: Der Mühen wegen habe ich begonnen, mich immer wieder von Exemplaren zu trennen. Durchschnittliche Wohnung, ein halbes Dutzend Billy Regale in Doppelreihen randvoll. Größere Wohnung, mehr Bücher, eigenes Haus - sehr viel mehr Bücher, zurück in eine Wohnung und wieder weniger Bücher, kleinere Wohnung, noch mehr Bücher weg, größere Wohnung, etwas mehr Bücher, Vater geworden, viel weniger Bücher.
Von den siebzehn Billy-Regalen, die ich derzeit in Beschlag genommen habe, sind fünfzehn Regale mit Büchern gefüllt - doppelreihig, die Häfte der Regale mit Aufsatz und Zusatzbrett.

Wenn ich nachgrüble - ich habe immer die Stückanzahl gezählt, von der ich mich getrennt habe - sind alleine bei den letzten beiden Übersiedlungen rund viertausend (4000) Science Fiction, Fantasy und Horrorbücher aus meinen Regalen verschwunden. Für das, was ich noch habe, ist eine Zählung ausständig. Und eine vernüftige Schlichtung.

In den letzten Jahren habe ich etliche private Sammlungen begutachten können und öfter gehört, wie Leute voller Stolz von ihren Massen an Büchern erzählen, die sie zusammengetragen haben. Wenn ich dann höre, wie sie von zweitausend, dreitausend Stück reden, kann ich nur lächeln.

Wenn ich nachrechne, was ich bisher in meinem Lebens an Büchern abgestoßen habe, dann würde ich heute eine Bibliothek von geschätzten fünfzehntausend Titeln mein eigen nennen - konservativ geschätzt. Natürlich gibt es beträchtlich größere Sammlungen, pah, keine Frage, exquisitere Sammlungen, selbstredend. Nur geht mir diese Angeberei auf die Nerven, dieses Posaunen, wie wertvoll doch das ist, was man an Büchern daheim stehen hat.

Pah, Quatsch. Wertvoll für den Sammler allein, für sonst niemanden. Ich habe immer noch etliche teure, signierte, limitierte, nummerierte Bücher daheim rumstehen, die schon lange nicht mehr zu kaufen sind, und wenn man für solche Titel mal auf eBay oder Abebooks nachschaut, ha ha ha. Wertvoll, lächerlich! Die Realität sieht anders aus.

Wie vorhin gesagt, habe ich etliche Sammlungen gesehen, über einige etwas gehört und von all diesen Privatbibliotheken habe ich nur zwei Sammlungen als bemerkenswert angesehen (na gut, es waren drei, aber die dritte zählt nicht, die hat mir nur gefallen, weil sie sich über weite Stecken mit meiner Sammlung gedeckt hatte):

Die eine Sammlung gehört(e) einem nicht mehr ganz jungen Herren, den wir kurz und bündig HM nennen. Bestens gepflegte Bücher in erstklassigem Zustand, obwohl einige schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten (wir reden hier von Taschenbüchern, Science Fiction, Fantasy, Horror; von englischen Magazinen, die teils noch aus den 1950er Jahren stammen). Diese Sammlung war höchst fokussiert auf einen Schwerpunkt - die Science Fiction Kurzgeschichte - und das hat sie so bemerkenswert gemacht. Eine konsequente Sammlung, genauso konsequent und pedant geordnet. Man sollte gar nicht glauben, in welchen Mengen Kurzgeschichten erschienen sind. Und wie wenig die Kurzgeschichte im deutschsprachigen Raum heute geschätzt wird. Arg.

Die andere Sammlung gehört(e), nennen wir ihn AV. Diese Sammlung zeichnet sich durch eine enorme Breite aus, die weit über das Genre hinausgeht und die in ihrer Breite wiederum konsequent und in sich logisch ist. Und dieser Sammler hat wirklich alte Bücher und Raritäten und da bleibt mir immer wieder der Mund offen, wenn ich sehe, was der Mann hat - natürlich ist das Ganze materiell in dieser unserer doch eher kulturlosen Zeit nicht mehr viel wert, aber Mann! Jeder, der alte in Leder gebunden Bücher mit Goldschnitt und Prägung zu schätzen weiß, oder einen Sinn für die "Groschenromane" des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts hat, sehr, sehr schön. Eher chaotisch und nur rudimentär geordnet, das alles.

Was zeichnet eine gute Sammlung eigentlich aus - wobei "gut" ein extrem relativer Begriff ist. Aber ich sehe das so: Bei einer guten Sammlung lernt man was über die gesammelte Materie. Bei Büchern wäre das zum Beispiel - Trends und Zeitgeist in Inhalt und Gestaltung. Sieht man sich Sammlungen an, die über Jahrzehnte entstanden sind, dann lässt sich sowas durchaus erkennen. Ein überaus markantes Beispiel dafür ist für mich die Gestaltung der Heyne Science Fiction Taschenbücher, an deren Covern, Papierwahl, Innenillustrationen etc. oft genug die Entstehungszeit erkennbar ist. Jahrzehnt für Jahrzehnt.

Was diese beiden vorhin erwähnten Sammler gemeinsam haben - keiner ist so großkotzig, damit zu prahlen, wie viele Bücher sie haben/hatten - zumindest habe ich das nie erlebt. Und das zeichnet sie mich aus: Sie gehen/gingen ihrer Leidenschaft nach und haben sich mit dem beschäftigt, was sie fasziniert und interessiert hat, ohne der Welt kundtun zu müssen, wie toll sie doch sind und wie belesen und ach, was für eine Arbeit das doch ist, diese Sammlung über viele Jahre hinweg zusammenzutragen.

Blubber. Wer das Glück hatte, immer genügend Platz und Geld zur Verfügung zu haben, der hat es nicht schwer gehabt, seine Sammlung zu erweitern. Mit den nötigen Ressourcen lässt sich leicht sammeln. Das Getue ist pure Angeberei - sowas wie die Männer mit Schmerbauch und Glatze, die knallrote Sportcabrios mit fünfhundert Pferdestärken fahren. *rofl*

Sammeln ist eine Selbstbefriedigung, eine Triebbefriedigung, eine höchst egoistische Angelegenheit wie onanieren und masturbieren. Darüber redet man ja auch nicht andauernd - äh, na gut, also, wenn man mal die zahllosen einschlägigen Tumblr-Blogs hier ausklammert, dann stimmt meine Aussage, hüstel ;-)

Ich glaube, das hier ist ein hübscher kleiner Rant geworden, den ein Spinner ausgelöst hat, der seine eigene Sammlung von Büchern erwähnen musste, um sich wichtig zu machen. Es ist im Grunde eine völlig uninteressant, banale Begegnung, die ein Bekannter mit einem uninteressanten Menschen hatte - aber wie der überstrapazierte Schmetterling, dessen Flügelschlag in Europa in Japan ... bla bla bla, so haben die Äußerungen dieses Kerls bei mir den Wunsch ausgelöst, das hier niederzuschreiben.

Ich habe diesen Typen zweimal gesehen und beobachtet, aber nie mit ihm gesprochen, weil er es nichtmal für wert befunden hat, auch nur seine Augen in meine Richtung zu drehen, obwohl wir stundenlang mit zahlreichen anderen Leuten im selben Raum waren. Berechtigte Frage: Warum bin ich nicht auf diesen Menschen zugegangen? 1) Mir fällt es sehr schwer, auf mir unbekannte Menschen zuzugehen. 2) Ich meide Leute, die eine spürbar miese Aura verbreiten. 3) Ich würde mich selbst eher als misanthrop bezeichnen, meine Frau nennt mich gelegentlich "mein kleiner Autist" (dabei bin ich größer als sie, mhm), also nein, ich war nicht darauf aus, jemanden, der mich abschreckt, anzusprechen. Was soll's. Und meinstens sind mir solche Miesmuscheln ohnehin scheißegal, nur hin und wieder geht mir eine unter die Haut.

Es gibt auch noch eine zweite Konfrontation, die jemand anderer, den ich sehr schätze und den als Freund sehen würde, mit diesem Menschen erlebt hat und die sich wunderbar ins Bild einfügt und die negative Ladung dieses Menschen bestätigt. Scheißegal, aber wie der Schmetterling es will ...

Heute bedauere ich es, all die Bücher, von denen ich mich getrennt habe, nicht mehr in meinem Besitz zu wissen. Sie waren sowohl materiell wie zum Teil sicher auch inhaltlich gesehen nicht wertvoll, obwohl als Schüler mit bescheidenem Taschengeld mein Gesamtvermögen in ihren Erwerb geflossen ist.
Für mich waren Bücher mein ganzes Privat- und Berufsleben stets von elementarer Bedeutung und ich finde es jetzt und heute schade, verschiedene Bücher wie die sechs Bände der "roten Sonja" - im Grunde haarsträubend banale Fantasyromane, nicht mehr im Regal zu haben.
All die Verflossenen waren mir viele Jahre wertvoll, dann habe ich sie weggetan, weil ich sie für überflüssig erachtet habe und jetzt finde ich sie wieder wertvoll.  Oh Zeiten, od Geisteshaltung.
Aber ich bin deswegen weder sauer noch vergrämt oder verbittert - nein. All das ansammeln und abstoßen von Büchern hat zum jeweiligen Zeitpunkt seine Richtigkeit gehabt und darüber zu jammern oder damit zu prahlen, was ich noch habe oder hatte, das erscheint mir dämlich.

Hm, habe ich das nicht gerade getan? Nein, ich denke nicht, weil ich weiß, was meine Sammlung für enorme Lücken hat und weil diese Bücher, zumindest so lange sie bei mir daheim sind, einfach nur einen normalen Bestandteil meines Lebens darstellen, aber nichts, worüber ich großkotzen muss.

Wollte ich wirklich prahlen, dann würde ich damit angeben, dass meine Tocher mit noch nichtmal vier Jahren mehr Bücher hat und diese eifrig auf die dafür vorgesehene Weise zu nutzen weiß (Bilder anschauen, Zusammenhänge erkennen, sich vorlesen lassen), als viele Erwachsene ihr ganzes Leben lang gelesen haben. Mal sehen, wie das beim zweiten Kind wird.

In diesem Sinne erkläre ich die Tirade hiermit beendet. Vielen Dank :-)

Mittwoch, 22. Mai 2013

arbeit

working, working, working ... und alle treuen Leser, die regelmäßig meine Ergüsse lesen, kann ich nur um etwas Geduld bitten ... mein Zeitbudget ist derzeit so gut wie erschöpft und die Blogeinträge, die ich schon mehrmals angekündigt habe, sind noch ausständig ... working, working, working ... sie kommen garantiert, nur nicht zu dem Zeitpunkt an dem ich sie vorgesehen hatte, aber hoffentlich bald ... working, working, working ...

Freitag, 10. Mai 2013

und schon wieder

Und schon wieder ist mir die Zeit zwischen den Fingern verronnen und ich stelle fest, mein letzter Blogeintrag liegt schon viel zu lang zurück. Wie zum Teufel ist das schon wieder passiert? Mal überlegen.

Genau, ich wollte ursprünglich was über den Sinn und Nutzen von Normseiten schreiben, besonders wenn man Self-Publisher ist und feststellt, wie die geschätzte Seitenzahl, die Amazon oft anführt, danebenliegt. Ich wollte schreiben, dass das beste Mittel dagegen ist, die Normseitenzahl des Buchmanuskripts bei der Inhaltsbeschreibung anzuführen. 30 Zeilen, jeweils 60 Zeichen, wobei auch die Leerzeichen mitgezählt werden. Das ist eine Normseite und die ist als Grundlage für allerlei Berechnungen maßgebend.

Darüber wollte ich schreiben. Dabei habe ich mich aber verzettelt und nach einige Stunden fluchend aufgegeben, weil ich vom hundersten ins tausendste gekommen bin und der Beitrag hoffnungslos durcheinandergeraten ist.
Danach habe ich hin und her überlegt, einen Tag nach dem anderen, wenn ich zwischendurch nicht darauf vergessen habe, hmpf. Das passiert mir gelegentlich.

Nachdem ich mein Manuskript für den letzten Roman noch nicht vollständig zur Korrektur von meiner Lektorin zurückbekommen habe, bin ich kurz entschlossen darangegangen, den nächsten Roman in Angriff zu nehmen. Wird eine düstere Geschichte.

Vor ein paar Tagen hat ein Treffen mit einem Bekannten dafür gesorgt, dass meine Pläne für die nächste Zukunft gründlich geändert wurden. Langfristig und im positiven Sinn, soweit ich das aus heutiger Sicht beurteilen kann. Noch kann und will ich darüber nichts ausplaudern, das folgt noch ... vielleicht ;-)

Gestern hat mich eine ganz böse Kopfschmerzattacke lahmgelegt, auch da wurde nichts daraus, einen Blogeintrag zu schreiben. Heute sitze ich vor dem PC, grüble über die bevorstehenden Änderungen, arbeite an meinem neuen Roman, bin bei allem, was ich tue, einen Tick unkonzentriert und langsam - der gestrige Tag wirkt noch nach und habe vor wenigen Minuten festgestellt, dass ich immer noch keinen Blogeintrag zusammengebracht habe.

Darum schreibe ich heute schlicht darüber, wie es passieren konnte, dass ich es nicht geschafft habe, trotz viel Willen, einen verdammten, interessanten, hilfreichen Blogeintrag zu schreiben. Und wenn jetzt einer glaubt, das ganze Klagen und Jammern hat gerade geholfen, meinen Kopf zu klären und ein Thema für einen neuen Eintrag zu finden, der irrt. Nichts da.

Darum höre ich jetzt einfach auf, mich darüber zu beklagen und hoffe, mir fällt in den nächsten Tagen wieder was ein, um einen sinnvollen neuen Bloogeintrag zustande zu bringen. Bis dann!

Montag, 8. April 2013

Autorennamen

Es gibt Dutzende Beispiele dafür, wie Autoren verschiedene Namen benutzen, um ihre Bücher voneinander abzugrenzen. Prominentester Befürworter ist der Meister der Self-Publishing, J.A. Konrath, der unter diesem Namen Thriller, unter Jack Kilborn Splatter und Horror und unter einem dritten Namen Science Fiction veröffentlicht.

Eine mildere Version des Namensspiels hat Iain Banks benutzt, der unter Iain M. Banks seine Thriller veröffentlicht hat. Der Klassiker des Namesspiels ist Stephen King mit seinem Richard Bachman. Wie gesagt, Dutzende Beispiele lassen sich innerhalb kürzester Zeit finden. Und das Spiel mit dem Autorennamen ist beileibe keine neue Sache, so hat schon Isaac Asimov seinerzeit die Lucky Starr Romane erstmalig als Paul French publiziert – und es geht noch viel weiter zurück.

Der Grund dafür ist ziemlich einleuchtend. Science Fiction Leser mögen nicht unbedingt Horror und umgekehrt. Leser für harte Erwachsenenbücher machen eventuell eine Bogen um All-Age Bücher u.ä. Beispiele. Ein Autor, der unter einem Namen erfolgreich ist, mag die Fans des einen Genres nicht irritieren und vielleicht sogar verlieren, wenn er einen Genrewechsel vollzieht und das unter dem gleichen Namen.

Ich frage mich, ob das mit dem Namenswechsel aber wirklich noch notwendig ist. So lassen sich Bücher verschiedener Genres sehr leicht durch die Covergestaltung unterscheiden. Was auch zu bedenken ist, in den ganzen Onlineläden, Datenbanken und auf den Websites ist ein einzelner Name durchaus hilfreicher, weil man mit einer größeren Auswahl an Titeln in Erscheinung tritt und wie jeder Autor weiß, je mehr Regalmeter, virtuell oder im Laden, umso besser deine Verkäufe, um so mehr fällst du auf. Es ist auch viel leichter, einen einzelnen Namen zu einem "Brand" zu machen als mehrere.

Ich habe bisher zwei, nein eigentlich drei Namen benutzt. Zum einen habe ich mit einem Lautspiel meines Namens angefangen und ursprünglich unter Alex De (da mein Nachname mit einem D beginnt, erschien mir ein lautmalerisches De naheliegend und kaum jemand spricht meinen Vornamen in voller Länge aus) publiziert. Warum? Weil mir mein Eigenname als Autorenname einfach nicht gefällt. Das ist alles. Alexander ist natürlich in Ordnung, aber Dolezal gab es schon einige Autoren (z.B. Science Fiction und Jugendbuchautor Erich Dolezal) und ich bin mit keinem davon verwandt. Also, weg mit dem Nachnamen.

Das Alex De ist für mich recht witzig gewesen, aber als Autorennamen ziemlich Scheiße, wenn man das in einem beliebigen Online-Shop eingibt. Da erscheinen Kolonnen von Werken, deren Autoren in der einen oder anderen Form diese Buchstabenkombination im Namen haben.

Meine Überlegung ging dann weiter, eben aufgrund der empfohlenen Genretrennung und so habe ich zwei andere Namen kreiert. Alexander Ater, dessen Nachname soviel wie Schwarz bedeutet, sollte der Horrorautor werden. John Aysa sollte die Science Fiction und Fantasy schreiben. Englisch klingendes Pseudonym deshalb, weil ich – derzeit noch nur als Gedankenspiel – sehr wohl an Übersetzungen denke.

Ich habe die beiden Namen jetzt einige Monate in Verwendung und meine Erkenntnis ist ein wenig anders als die von J.A. Konrath: Zwei Namen sind problematisch. Zum einen erscheint nur ein Teil der eigenen Werke, wenn man gezielt nach dem Namen sucht. Zum anderen taucht die Frage auf, welcher Name bekommt welches Werk. Das passiert, wenn man es mit dem Genre nicht so genau nimmt und immer wieder die Grenzen verlässt. Ist ein postapokalyptischer Splatterromane jetzt mehr Horror oder pure Science Fiction? Beide Namen als Autor – das habe ich gemacht, um die beiden zu verbinden – ist eigentlich Schwachsinn.

Für mich selbst bleibt die Erkenntnis, dass einer der Namen weg muss, weil diese Unterscheidung kontraproduktiv ist. Alexander Ater zieht sich somit in den Ruhestand zurück und übergibt seine Werke an John Aysa. Heißt, ich werde in den nächsten Wochen die Ater eBooks zurückziehen und unter neuem Namen neu rausbringen.

Für mich ist es immer wieder eine zum Teil irritierende Erkenntnis, wie viele Dinge man lernen muss, worauf man alles Rücksicht zu nehmen hat, wenn man das Schreiben ernsthaft betreiben will und wenn man sich hauptsächlich mit Self-Publishing beschäftigt.

Ist aber auch im Verlagswesen nicht anders. Ini Lorenz, Autorin der Wanderhure, ist ja auch ein Pseudonym, das des schreibenden Paares. Ihr letzter Roman wurde vom Verlag unter einem komplett anderen Namen veröffentlicht, was Ini Lorenz erst erfahren hat, als die Belegexemplare eingetroffen sind. Der Verlag will einfach einen neuen Star aufbauen (Zumindest so lautet die Geschichte, wie sie mir erzählt wurde).

Das ist, wenn in dieser Form korrekt, meiner Meinung nach eine überaus unsympathische Vorgehensweise, da ich als Autor eigentlich das Recht haben sollte, mir den Namen auszusuchen, unter dem meine Werke erscheinen. So gesehen ist das unabhängige Herumspielen schon befriedigender, auch wenn es für Irritationen sorgen kann und eine Menge Lernstoff bereithält.

Das ist natürlich nur ein Beispiel. Für andere Autoren mag es sehr wohl funktionieren, mit vielen Namen herumzuspielen, oder schlicht und einfach beim Eigennamen bleiben. Für mich hat der Eigenname nicht den richtigen Klang gehabt und es hat ein paar Versuche gebraucht, bis ich letztlich bei einem simplen, englisch klingenden Namen gelandet bin, der leicht zu merken ist und hoffentlich jede Menge Potential hat: John Aysa.

Mittwoch, 27. März 2013

Kurz zwischendurch

... seufz, alt sind sie geworden ... 

Fotos bei Empire Online - 1, 2


Ich stecke mitten in der Bearbeitung meines neuen Buches. Die Arbeiten sollten über Ostern fertig sein, dann geht der Text zur Lektorin und hoffentlich Mitte April ist dann das eBook draußen. Ich spiele auch mit einer Printversion, mal sehen. Darum fehlt mir gerade ein wenig Zeit, um hier größere Postings zu ... äh, posten, genau. Nach den Feiertagen werde ich hier wieder aktiver sein.

Ach ja, in diesem Sinne - frohe Ostern!