Hi!
Schönes neues Jahr & alles Gute!
Ich weiß, dass ich den Blog hier in den letzten Monaten ziemlich vernachlässigt habe. Sorry. Er hat sich für das, was ich ursprünglich damit vorhatte, letztendlich ein wenig als überzählig, als redundant, erwiesen.
Die Tagebuchform, für die er vorgesehen war, habe ich letztlich nicht wirklich umgesetzt und starte sie jetzt auf der eigenen Website. Die Schreibwerkstatt, die ich aufgrund des Arbeitsvolumens des letzten Jahres nur sporadisch führen konnte, ist ebenfalls dorthin abgewandert. Außerdem gibt es seit einigen Monaten einen Newsletter, auch der beansprucht Inhalte, die letztlich hier fehlen.
Filme, die ich mir angesehen habe und hier rezensieren wollte - bei weitem nicht so viele gesehen und dann die Zeit zum besprechen gefunden, wie ich dachte.
Dazu kommen neben der verstärkt ins Spiel gebrachten Website auch Facebook und Twitter und Tumblr und Pinterest, sowie das totale Stiefkind G+, mit dem ich schon länger nichts anzufangen weiß. Sehr viele Auftritte, die bedient werden müssen und die allesamt - in meinen Augen, für mich - ihren Sinn und ihre Berechtigung haben.
Ich gebe den Blog nicht auf, werde ihn weiterhin benützen, vorläufig vermehrt dazu, auf andere meiner Aktivitäten zu verweisen, bis ich ein Konzept dafür gefunden habe. Bei dem Volumen an Arbeit, das mir dieses Jahr bevorsteht, wird das allerdings einige Zeit brauchen.
Immerhin gilt es, eine Trilogie von Fantasy-Romanen zu vollenden und zwei Horror-Romane zu schreiben. Ungeplante Kleinigkeiten werden sich dazugesellen, das ist absehbar.
Mal sehen, was ich für dieses lauschige Plätzchen hier für eine Verwendung finde :-)
Über Schreiben, Lesen und andere Dinge, die gelegentlich durch mein Hirn wandern und ihre Spuren hinterlassen.
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Sonntag, 4. Januar 2015
Freitag, 12. September 2014
Tolle Leser
Es ist immer wieder überraschend und extrem erfreulich, was für tolle Leser man haben kann. Das habe ich heute wieder erfahren und mir einen Ast abgefreut darüber.
Jeder Autor, der wenigsten einen Fan hat, der Gedanken an das Wohl des Schreibenden aufbringt, kann sich überaus glücklich schätzen. Es ist keine - und ich betrachte es nicht als solche - Selbstverständlichkeit.
Danke!!!
Jeder Autor, der wenigsten einen Fan hat, der Gedanken an das Wohl des Schreibenden aufbringt, kann sich überaus glücklich schätzen. Es ist keine - und ich betrachte es nicht als solche - Selbstverständlichkeit.
Danke!!!
Sonntag, 13. Juli 2014
Aha?
Heute, Sonntag, kurz in den Blog geschaut um ein paar ältere Artikel über das Schreiben, die ich hier mal losgelassen habe, rauszufischen, aktualisieren und auf meine Website zu übersiedeln - das ist u.a. auch Leseranfragen geschuldet und da mir die Idee generell gut gefällt, mache ich das.
Interessant ist die heutige Besucherzahl. Die liegt, und wir haben kurz nach 13 Uhr, schon jetzt doppelt so hoch wie gestern den ganzen Tag über oder aber auch deutlich über dem Rest der Woche. Ich habe nicht die geringste Idee, weshalb. Postings sind schon länger überfällig - zuletzt mangelte es mir deutlich an Zeit dafür. Das, was ich jetzt schnell mache, erfordert weniger Konzentration als das Schreiben und darum nutze ich dieses kurze Zeitloch - bei uns kränkelt es gerade ein wenig.
Ich muss ein Manuskript querlesen, das nicht von mir stammt und nach offenkundigen Fehlern suchen. Ich muss die Korrekturen meines letzten Buches - Gott der Tentakel - die ich gestern zurückbekommen habe, durchgehen. Ich arbeite derzeit am nächsten Buch - Prinzessin 3: Die letzte Kriegerin (11/2014).Ich habe ein paar Pläne für die Bücher der nächsten paar Jahre aufgestellt - die teilweise kippen werden, wie das bei solchen Plänen eben immer wieder passiert. Ich habe in den Zyklen und den Metaversen meiner Werke gewühlt und dort korrigierend eingegriffen .... kurz, Zeit ist im Augenblick extreme Mangelware. Nun, immerhin 3 Tage Urlaub ohne Computer waren drinnen.
Darüberhinaus habe ich mir - welcher Teufel mich auch geritten haben mag - einen Tumblr zugelegt, eine Pinterest Pinnwand und irgendwie juckt mich jetzt auch noch Twitter .... mal sehen. Als ob ich unterm Strich so viel zu erzählen hätte. Ha ha ha, klar, aber das gehört in Bücher ;-)
Aber einen Blogeintrag hier ... schon länger nicht. Die für mich rätselhafte Besucherzahl bestätigt aber eine Sache, die zu den Klischees gehört: Du kannst nicht wirklich beeinflussen, bei wie vielen Leuten du womit Interesse weckst. Es mag gelingen, es mag in die Hosen gehen. Du kannst natürlich deine Arbeit so auslegen, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, aber Garantie ... nie.
Du kannst nur schauen, wenn du mal Interesse geweckt hast, womit dir das gelungen ist und versuchen, die Leute mit entsprechendem Befriedigen dieser Interessen bei der Stange zu halten. Wenn das zwanghaft wird, verschwindet dein Publikum wieder. Man dar nie den Instinkt unterschätzen - Leser können riechen, wenn du ihnen mit deinen Werken Honig ums Maul schmieren willst, der dir selbst eigentlich egal ist oder gar nicht schmeckt.
Bist du hingegen ehrlich und das, was du fabrizierst, verbreitete den Duft der Authentizität, dann wirst du eine treue Gefolgschaft aufbauen können - vielleicht langsam, vielleicht kleiner, als dir lieb ist, aber es wird.
Ob Blog oder Buch, die Leser finden dich, wenn ihnen danach ist.
Interessant ist die heutige Besucherzahl. Die liegt, und wir haben kurz nach 13 Uhr, schon jetzt doppelt so hoch wie gestern den ganzen Tag über oder aber auch deutlich über dem Rest der Woche. Ich habe nicht die geringste Idee, weshalb. Postings sind schon länger überfällig - zuletzt mangelte es mir deutlich an Zeit dafür. Das, was ich jetzt schnell mache, erfordert weniger Konzentration als das Schreiben und darum nutze ich dieses kurze Zeitloch - bei uns kränkelt es gerade ein wenig.
Ich muss ein Manuskript querlesen, das nicht von mir stammt und nach offenkundigen Fehlern suchen. Ich muss die Korrekturen meines letzten Buches - Gott der Tentakel - die ich gestern zurückbekommen habe, durchgehen. Ich arbeite derzeit am nächsten Buch - Prinzessin 3: Die letzte Kriegerin (11/2014).Ich habe ein paar Pläne für die Bücher der nächsten paar Jahre aufgestellt - die teilweise kippen werden, wie das bei solchen Plänen eben immer wieder passiert. Ich habe in den Zyklen und den Metaversen meiner Werke gewühlt und dort korrigierend eingegriffen .... kurz, Zeit ist im Augenblick extreme Mangelware. Nun, immerhin 3 Tage Urlaub ohne Computer waren drinnen.
Darüberhinaus habe ich mir - welcher Teufel mich auch geritten haben mag - einen Tumblr zugelegt, eine Pinterest Pinnwand und irgendwie juckt mich jetzt auch noch Twitter .... mal sehen. Als ob ich unterm Strich so viel zu erzählen hätte. Ha ha ha, klar, aber das gehört in Bücher ;-)
Aber einen Blogeintrag hier ... schon länger nicht. Die für mich rätselhafte Besucherzahl bestätigt aber eine Sache, die zu den Klischees gehört: Du kannst nicht wirklich beeinflussen, bei wie vielen Leuten du womit Interesse weckst. Es mag gelingen, es mag in die Hosen gehen. Du kannst natürlich deine Arbeit so auslegen, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, aber Garantie ... nie.
Du kannst nur schauen, wenn du mal Interesse geweckt hast, womit dir das gelungen ist und versuchen, die Leute mit entsprechendem Befriedigen dieser Interessen bei der Stange zu halten. Wenn das zwanghaft wird, verschwindet dein Publikum wieder. Man dar nie den Instinkt unterschätzen - Leser können riechen, wenn du ihnen mit deinen Werken Honig ums Maul schmieren willst, der dir selbst eigentlich egal ist oder gar nicht schmeckt.
Bist du hingegen ehrlich und das, was du fabrizierst, verbreitete den Duft der Authentizität, dann wirst du eine treue Gefolgschaft aufbauen können - vielleicht langsam, vielleicht kleiner, als dir lieb ist, aber es wird.
Ob Blog oder Buch, die Leser finden dich, wenn ihnen danach ist.
Montag, 23. Juni 2014
Das Online-Imperium Festa und was man als Autor daraus mitnehmen kann
Ich bin durch ein Leserposting auf meiner Website auf die Idee gekommen. Ist beknackt, aber lustig, weil es einen Verlag betrifft, dessen Programm ich sehr schätze und - wie ebenfalls in dem Dialog auf der Website erwähnt - ich die Festa Extrem Reihe für eine großartige Angelegenheit halte.
Außerdem gibt es ja ein neues Festa-Imprint - Deltus.de. Das ist auf SciFi und Fantasy spezialisiert - und hier sind auch die Zombiebücher gelandet, die man bei Festa vermissen könnte!!! Also für Horrorleser wie mich ebenfalls nicht zu verachten.
Und - KAIJU!!! Die bringen KAIJU Romane raus, wie geil!
.
Also, das Imperium Festa hat tatsächlich sage und schreibe 11 verschiedene Webauftritte:
Festa Verlag
-- die Website
-- der Festa eBook-Shop
-- Festa bei Facebook (gigantische Zahl von Fans, da wird sich Deltus.de plagen müssen, um auch nur annähernd an diese Zahl zu kommen)
-- Festa bei Google + (wobei da nicht ganz klar ist, ob das was wird, was aber vorläufig egal ist, da G+ wirklich nie in Fahrt kommt und wer weiß, ob das überhaupt bleibt ...)
-- Festa bei Twitter
-- Festa bei Pinterest (noch im Aufbau begriffen, noch nicht das ganze Programm dort) man sehe sich bitte die einzelnen Programmordner an - wie großartig die Cover gehäuft aussehen, das gefällt mir richtig gut)
Deltus.de
-- die Website (nach dem selben Prinzip aufgebaut wie die Festa-Site, was Sinn macht)
-- Deltus.de bei Facebook (noch in den Anfängen und hier sieht man auch schon, wie viel schwerer es ist, Science Fiction Leser zum posten/kommentieren zu bewegen als Horror-Leser)
-- Deltus.de bei Twitter (ist nicht so mein Ding, das Twitter-Zeug)
-- Deltus.de bei Tumblr (Tumblr ist in mancher Beziehung besser als Facebook)
-- Deltus.de bei Pinterest (sehr nett, das wird schon ...)
Allein die schiere Masse an Auftritten finde ich wahnsinnig. Aber gut, das muss wohl so sein, wenn man - in Teilen sicher notwendig - auf das althergebrachte, ohnehin zerbröselnde System des Buchhandels verzichten muss/will/soll. Was davon ist allerdings für einen Autor brauchbar?
Tumblr ist meinem Dafürhalten nach weit benutzerfreundlicher als FB. Es ist gwöhnungsbedürft, wohl keine Überraschung, aber man hat weit mehr Möglichkeiten mit dem Layout zu agieren, man kann fett und kursiv schreiben, man kann Links in Text einbetten, alles sehr praktisch.
Das Teilen funktioniert recht einfach und auch die Suche ist viel befriedigender. Tumblr ist stark bildlastig und eher weniger kommentierfreudig.Ich habe ein paar Feeds abonniert (Keene, Gaiman, Barker, etc...) mir einmal die Admin-Bereiche angesehen, mich aber bisher nicht dazu überwinden können, für mich selbst sowas einzurichten, obwohl es mir gefällt.
Pinterest ist ein reines Bilderspiel. Man postet und teilt Bilder, organisiert sie nach Belieben in Ordnern und hat 499 Zeichen Platz, um zu kommentieren. Das Spiel hat seinen Reiz - siehe die optische Wucht der Festa Ordner. Ein sehr nettes Spiel.
Bei beiden Gemeinschaften habe ich den Eindruck, dass es nicht so einfach ist, an Fans ranzukommen und man sehr viel Geduld braucht, um Follower zu sammeln. Außer natürlich, man hat einen Porno-Tumblr, dann geht das vermutlich sehr flott ;-)
Was mich angeht, einen Tumblr einzurichten das reizt mich im Moment einen Tick weniger, als das Pinterest-Ding. Das gefällt mir sehr gut. Beides ist eine Frage der Zeit, eigentlich sollte ich ja schreiben. Ob man als Autor aus all dem Nutzen ziehen kann, weiß ich einfach nicht. FB hat sich für mich schon mehrmals als nützlich erwiesen, auch wenn ich phasenweise wenig hinschaue und gar nicht so oft Kommentare bekomme oder kommentiere.
G+ erscheint mir schlicht und ergreifend tot und außer automatisch Postings aus dem Blog dorthin zu verlinken, tue ich eigentlich nicht viel. Da bin ich ziemlich enttäuscht, weil ich eigentlich gehofft hatte, das würde sich als würdiger FB- Konkurrent bzw. in weiterer Folge sogar als FB-Ersatz eignen.
Wieweit eine Bilderseite für einen Schreiber wichtig/nötig/hilfreich ist, puh, das abzuschätzen tue ich mir schwer. Tumblr ist langfristig sicher brauchbar, das denke ich durchaus. Twitter, das ist eine gemischte Sache. So ganz ist diese Kurznachrichten-Geballere nicht mein Fall, aber für andere funktioniert Twitter wunderbar, Michael Marcus Thurner zum Beispiel.
Ein Blog neben einer Website macht vermutlich auf den ersten Blick mehr Sinn. Man muss nur die Inhalte aufteilen, alles doppelt zu führen ist fad und interessiert Leser, die man mal für sich gewonnen hat, vermutlich weniger. Verweisen von Blog auf Website und umgekehrt ist hingegen sehr ok.
Ach ja, da ist ja auch noch Xing ... ha ha ha, fuck it. Von den anderen Möglichkeiten, die es noch gibt, habe ich nichts ausprobiert.
Gut, also das mindeste was ein Autor braucht ist eine Website - mit Newsletter (sollte man ausprobieren, kann man ja bei mangelndem Erfolg wieder lassen) - und/oder einen Blog. FB, man kann auch ohne, da gibt es genügend Beispiele. Der sonstige Kram - das ist eine sehr persönliche Angelegenheit.
Ausprobieren sollte vermutlich alles, mit viel Geduld wenigsten 1, besser wahrscheinlich 2 Jahre betreuen und dann schauen, was unterm Strich rauskommt. Die Zeit dafür zu erübrigen ist eine ganz andere Sache, wird sich nicht immer ausgehen. Aber nur FB erscheint mir nicht sinnvoll. Aber mal schauen.
Viel Erfolg beim ausprobieren!
John
NACHTRAG: beim Teilen dieses Beitrags nach G+ hat sich der Scheiß aufgehängt und ich musste es mehrmals probieren, ehe das geklappt hat. Also, G+ ist wirklich eine eher irgendwie unglückliche, holprige Sache ... außer man heißt wohl Wil Wheaton oder Andreas Eschbach ;-)
Außerdem gibt es ja ein neues Festa-Imprint - Deltus.de. Das ist auf SciFi und Fantasy spezialisiert - und hier sind auch die Zombiebücher gelandet, die man bei Festa vermissen könnte!!! Also für Horrorleser wie mich ebenfalls nicht zu verachten.
Und - KAIJU!!! Die bringen KAIJU Romane raus, wie geil!
.
Also, das Imperium Festa hat tatsächlich sage und schreibe 11 verschiedene Webauftritte:
Festa Verlag
-- die Website
-- der Festa eBook-Shop
-- Festa bei Facebook (gigantische Zahl von Fans, da wird sich Deltus.de plagen müssen, um auch nur annähernd an diese Zahl zu kommen)
-- Festa bei Google + (wobei da nicht ganz klar ist, ob das was wird, was aber vorläufig egal ist, da G+ wirklich nie in Fahrt kommt und wer weiß, ob das überhaupt bleibt ...)
-- Festa bei Twitter
-- Festa bei Pinterest (noch im Aufbau begriffen, noch nicht das ganze Programm dort) man sehe sich bitte die einzelnen Programmordner an - wie großartig die Cover gehäuft aussehen, das gefällt mir richtig gut)
Deltus.de
-- die Website (nach dem selben Prinzip aufgebaut wie die Festa-Site, was Sinn macht)
-- Deltus.de bei Facebook (noch in den Anfängen und hier sieht man auch schon, wie viel schwerer es ist, Science Fiction Leser zum posten/kommentieren zu bewegen als Horror-Leser)
-- Deltus.de bei Twitter (ist nicht so mein Ding, das Twitter-Zeug)
-- Deltus.de bei Tumblr (Tumblr ist in mancher Beziehung besser als Facebook)
-- Deltus.de bei Pinterest (sehr nett, das wird schon ...)
Allein die schiere Masse an Auftritten finde ich wahnsinnig. Aber gut, das muss wohl so sein, wenn man - in Teilen sicher notwendig - auf das althergebrachte, ohnehin zerbröselnde System des Buchhandels verzichten muss/will/soll. Was davon ist allerdings für einen Autor brauchbar?
Tumblr ist meinem Dafürhalten nach weit benutzerfreundlicher als FB. Es ist gwöhnungsbedürft, wohl keine Überraschung, aber man hat weit mehr Möglichkeiten mit dem Layout zu agieren, man kann fett und kursiv schreiben, man kann Links in Text einbetten, alles sehr praktisch.
Das Teilen funktioniert recht einfach und auch die Suche ist viel befriedigender. Tumblr ist stark bildlastig und eher weniger kommentierfreudig.Ich habe ein paar Feeds abonniert (Keene, Gaiman, Barker, etc...) mir einmal die Admin-Bereiche angesehen, mich aber bisher nicht dazu überwinden können, für mich selbst sowas einzurichten, obwohl es mir gefällt.
Pinterest ist ein reines Bilderspiel. Man postet und teilt Bilder, organisiert sie nach Belieben in Ordnern und hat 499 Zeichen Platz, um zu kommentieren. Das Spiel hat seinen Reiz - siehe die optische Wucht der Festa Ordner. Ein sehr nettes Spiel.
Bei beiden Gemeinschaften habe ich den Eindruck, dass es nicht so einfach ist, an Fans ranzukommen und man sehr viel Geduld braucht, um Follower zu sammeln. Außer natürlich, man hat einen Porno-Tumblr, dann geht das vermutlich sehr flott ;-)
Was mich angeht, einen Tumblr einzurichten das reizt mich im Moment einen Tick weniger, als das Pinterest-Ding. Das gefällt mir sehr gut. Beides ist eine Frage der Zeit, eigentlich sollte ich ja schreiben. Ob man als Autor aus all dem Nutzen ziehen kann, weiß ich einfach nicht. FB hat sich für mich schon mehrmals als nützlich erwiesen, auch wenn ich phasenweise wenig hinschaue und gar nicht so oft Kommentare bekomme oder kommentiere.
G+ erscheint mir schlicht und ergreifend tot und außer automatisch Postings aus dem Blog dorthin zu verlinken, tue ich eigentlich nicht viel. Da bin ich ziemlich enttäuscht, weil ich eigentlich gehofft hatte, das würde sich als würdiger FB- Konkurrent bzw. in weiterer Folge sogar als FB-Ersatz eignen.
Wieweit eine Bilderseite für einen Schreiber wichtig/nötig/hilfreich ist, puh, das abzuschätzen tue ich mir schwer. Tumblr ist langfristig sicher brauchbar, das denke ich durchaus. Twitter, das ist eine gemischte Sache. So ganz ist diese Kurznachrichten-Geballere nicht mein Fall, aber für andere funktioniert Twitter wunderbar, Michael Marcus Thurner zum Beispiel.
Ein Blog neben einer Website macht vermutlich auf den ersten Blick mehr Sinn. Man muss nur die Inhalte aufteilen, alles doppelt zu führen ist fad und interessiert Leser, die man mal für sich gewonnen hat, vermutlich weniger. Verweisen von Blog auf Website und umgekehrt ist hingegen sehr ok.
Ach ja, da ist ja auch noch Xing ... ha ha ha, fuck it. Von den anderen Möglichkeiten, die es noch gibt, habe ich nichts ausprobiert.
Gut, also das mindeste was ein Autor braucht ist eine Website - mit Newsletter (sollte man ausprobieren, kann man ja bei mangelndem Erfolg wieder lassen) - und/oder einen Blog. FB, man kann auch ohne, da gibt es genügend Beispiele. Der sonstige Kram - das ist eine sehr persönliche Angelegenheit.
Ausprobieren sollte vermutlich alles, mit viel Geduld wenigsten 1, besser wahrscheinlich 2 Jahre betreuen und dann schauen, was unterm Strich rauskommt. Die Zeit dafür zu erübrigen ist eine ganz andere Sache, wird sich nicht immer ausgehen. Aber nur FB erscheint mir nicht sinnvoll. Aber mal schauen.
Viel Erfolg beim ausprobieren!
John
NACHTRAG: beim Teilen dieses Beitrags nach G+ hat sich der Scheiß aufgehängt und ich musste es mehrmals probieren, ehe das geklappt hat. Also, G+ ist wirklich eine eher irgendwie unglückliche, holprige Sache ... außer man heißt wohl Wil Wheaton oder Andreas Eschbach ;-)
Freitag, 13. Juni 2014
Wil Wheaton
Ich mag Wil Wheaton. Schauspieler, Autor, Tabletop Freak, Nerd. Außerdem ist er ein sehr kluger und einfühlsamer Mensch, wie man auf zahlreichen Videos auf YouTube beobachten kann, wenn er mit Publikum interagiert.
Wheaton hat eine neue Show bei SyFy laufen, The Wil Wheaton Project und misst die Popularität dieser Show unter anderem an der Zahl der Torrents auf The Pirate Bay -> hier im Posting der entsprechende Screenshot.
Das ist ein entspannter Zugang zum Thema Torrents, die er in einem anderen Posting -> hier, als durchaus verständlich und - aus mehreren Gesichtspunkten heraus als akzeptabel - qualifiziert.
Die von Kabelanbietern, Streamingdiensten und SyFy errichteten, umständlichen Barrikaden, die Show zu sehen, zeigen auch, wie viel Interesse es an einem legalen, bezahlbaren Angebot gäbe.
Wil Wheaton, der freiberuflich und ohne Sicherheitsnetz unterwegs ist, kann mit Torrents gut leben. Vielleicht, weil er verstanden hat, dass sie auch überaus nützlich sein können, um zu seiner persönlichen Popularität beizutragen. Und indem sie das tun, sorgen sie auf Umwege auch dafür, dass er auch im Geschäft bleiben kann.
Je mehr Leute Wil Wheaton kennen und Gefallen an seinem Tun finden, um so größer die Chance, dass jemand davon etwas erwirbt. Was auf lange Sicht ein großer Gewinn ist: Ein Einmalkäufer wird leichter zum Wiederholungskäufer als man einen Erstkäufer gewinnt. Unter diesem Gesichtspunkt ist der rein hypothetische Verlust durch einen Torrent im Gegenteil sogar ein Gewinn.
Der unten verlinkte Artikel verweist auf die beiden Studien, die zur Erkenntnis kommen, dass File-Sharing keinen negativen Effekt auf den Erwerb hat. Wirklich?
Ich werde doch nicht in der Lage sein, über Torrents unzählige interessante Filme, Bücher, Musik, wtf auch immer zu entdecken, anzutesten und bei Gefallen zu erwerben, weil ich dieses Ding dann auch schick und fein und qualitativ hochwertig haben will? Ich werde doch nicht unter Umständen sogar mehr Geld ausgeben, weil ich gezielt Dinge kaufe, da ich sie über die Torrents kennengelernt und für mich toll empfunden habe? Weil in mir ein Bedürfnis nach den passenden, mich befriedigenden Dingen geweckt wurde? Ach was, wie dumm ...
Das ist jetzt natürlich sehr allgemein betrachtet und auch nicht immer richtig, was keine Überraschung ist. Was für Wheaton klappt, kann jemand anderem das Genick brechen - so wie in jeder anderen beruflichen Situation auch - ebenfalls klar.
Im Fall Wheaton ist der Umgang mit Torrents realistisch und positiv, das macht ihn sympathisch. Viel sympathischer jedenfalls als die jammernden und klagenden Konzerne, die ihre Kunden mit Kopierschutz gängeln und unter Generalverdacht stellen, als Kriminelle abkanzeln anstatt ein nutzbares Angebot auf die Beine zu stellen und einen Konsumentenwunsch zu befriedigen.
Wheaton versteht, Wheaton nimmt ein. Die Konzerne gängeln, die Konzerne stoßen ab. Das sind eigentlich ganz automatische Reaktionen, oder?
Link zu einem Artikel bei Gedankenstrich.org.
Link zur Studie Copy-Culture in the US and Germay - via Gedankenstrich.org
Link zur Studie The Effect of File Sharing ... - ebenfalls via Gedankenstrich.org
Ebenfalls eine Oberholzer-Gee / Strumpf Studie mit einigen sehr interessanten Tabellen am Schluß.
Übrigens ist in Österreich z.B. der reine Download ohne Upload legal!
Und was will ich jetzt mit dem Beitrag? Einfach nur ein Beispiel für einen sachlichen, nüchternen, vernünftigen Umgang mit dem Thema zeigen, jenseits von Habgier, Interessensvertretungen und Machtspielen.
Disclaimer: Es gibt hunderte für und wider, es gibt seit Jahren unzählige Diskussionen bei denen beide Seiten Argumente vorbringen, die einnehmend und abstoßend sind. Es gibt zahllose weit berufenere Leute als mich, die sich mit dem Thema beschäftigen. Für mich ging es in diesem kleinen Text eigentlich nur um Wil Wheaton und seine sympathische Art. That's all, folks. Take it or leave it.
Nun ja, hiermit ist das kleine Gedankenspiel zu Ende.
Wheaton hat eine neue Show bei SyFy laufen, The Wil Wheaton Project und misst die Popularität dieser Show unter anderem an der Zahl der Torrents auf The Pirate Bay -> hier im Posting der entsprechende Screenshot.
Das ist ein entspannter Zugang zum Thema Torrents, die er in einem anderen Posting -> hier, als durchaus verständlich und - aus mehreren Gesichtspunkten heraus als akzeptabel - qualifiziert.
Die von Kabelanbietern, Streamingdiensten und SyFy errichteten, umständlichen Barrikaden, die Show zu sehen, zeigen auch, wie viel Interesse es an einem legalen, bezahlbaren Angebot gäbe.
Wil Wheaton, der freiberuflich und ohne Sicherheitsnetz unterwegs ist, kann mit Torrents gut leben. Vielleicht, weil er verstanden hat, dass sie auch überaus nützlich sein können, um zu seiner persönlichen Popularität beizutragen. Und indem sie das tun, sorgen sie auf Umwege auch dafür, dass er auch im Geschäft bleiben kann.
Je mehr Leute Wil Wheaton kennen und Gefallen an seinem Tun finden, um so größer die Chance, dass jemand davon etwas erwirbt. Was auf lange Sicht ein großer Gewinn ist: Ein Einmalkäufer wird leichter zum Wiederholungskäufer als man einen Erstkäufer gewinnt. Unter diesem Gesichtspunkt ist der rein hypothetische Verlust durch einen Torrent im Gegenteil sogar ein Gewinn.
Der unten verlinkte Artikel verweist auf die beiden Studien, die zur Erkenntnis kommen, dass File-Sharing keinen negativen Effekt auf den Erwerb hat. Wirklich?
Ich werde doch nicht in der Lage sein, über Torrents unzählige interessante Filme, Bücher, Musik, wtf auch immer zu entdecken, anzutesten und bei Gefallen zu erwerben, weil ich dieses Ding dann auch schick und fein und qualitativ hochwertig haben will? Ich werde doch nicht unter Umständen sogar mehr Geld ausgeben, weil ich gezielt Dinge kaufe, da ich sie über die Torrents kennengelernt und für mich toll empfunden habe? Weil in mir ein Bedürfnis nach den passenden, mich befriedigenden Dingen geweckt wurde? Ach was, wie dumm ...
Das ist jetzt natürlich sehr allgemein betrachtet und auch nicht immer richtig, was keine Überraschung ist. Was für Wheaton klappt, kann jemand anderem das Genick brechen - so wie in jeder anderen beruflichen Situation auch - ebenfalls klar.
Im Fall Wheaton ist der Umgang mit Torrents realistisch und positiv, das macht ihn sympathisch. Viel sympathischer jedenfalls als die jammernden und klagenden Konzerne, die ihre Kunden mit Kopierschutz gängeln und unter Generalverdacht stellen, als Kriminelle abkanzeln anstatt ein nutzbares Angebot auf die Beine zu stellen und einen Konsumentenwunsch zu befriedigen.
Wheaton versteht, Wheaton nimmt ein. Die Konzerne gängeln, die Konzerne stoßen ab. Das sind eigentlich ganz automatische Reaktionen, oder?
Link zu einem Artikel bei Gedankenstrich.org.
Link zur Studie Copy-Culture in the US and Germay - via Gedankenstrich.org
Link zur Studie The Effect of File Sharing ... - ebenfalls via Gedankenstrich.org
Ebenfalls eine Oberholzer-Gee / Strumpf Studie mit einigen sehr interessanten Tabellen am Schluß.
Übrigens ist in Österreich z.B. der reine Download ohne Upload legal!
Und was will ich jetzt mit dem Beitrag? Einfach nur ein Beispiel für einen sachlichen, nüchternen, vernünftigen Umgang mit dem Thema zeigen, jenseits von Habgier, Interessensvertretungen und Machtspielen.
Disclaimer: Es gibt hunderte für und wider, es gibt seit Jahren unzählige Diskussionen bei denen beide Seiten Argumente vorbringen, die einnehmend und abstoßend sind. Es gibt zahllose weit berufenere Leute als mich, die sich mit dem Thema beschäftigen. Für mich ging es in diesem kleinen Text eigentlich nur um Wil Wheaton und seine sympathische Art. That's all, folks. Take it or leave it.
Nun ja, hiermit ist das kleine Gedankenspiel zu Ende.
Mittwoch, 9. April 2014
Meine Schreibwerkstatt 2
In der zweiten Folge der Serie Meine Schreibwerkstatt gehe ich auf die Prinzessin-Romane als Trilogie ein und darauf, welche Funktionen die einzelnen Bände zu erfüllen haben.
Wie immer ist die Sache meine eigene, sehr subjektive Sicht auf die Dinge, wie sie für mich funktionieren und was ich mir beim Verfassen so denke.
Wie immer ist die Sache meine eigene, sehr subjektive Sicht auf die Dinge, wie sie für mich funktionieren und was ich mir beim Verfassen so denke.
Sonntag, 5. Januar 2014
Blade Runner und Weltherrschaft
In seinem Audiokommentar zu BladeRunner – The Final Cut spricht Regisseur Ridley Scott gleich zu
Beginn davon, dass er diese Welt immer als eine gesehen hat, die von
drei Konzernen beherrscht wird. Ich habe daraufhin eine Weile
herumüberlegt, was dieses Dreigestirn aus heutiger Sicht wohl sein
könnte und bin zu folgendem Ergebnis gelangt: Nestlé, Amazon,
Google.
Ich bin zwar nicht der Hellste, was
wirtschaftliche- und generelle Zusammenhänge angeht, oder aber was
die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft betrifft, aber wen es
interessiert, der kann gern meine trivialen Gedanken dazu nachfolgen
und daraus machen, was immer ihm auch gefällt. Sprich, korrigieren,
verwerfen, bestätigen, neu aufstellen, wtf auch immer.
Es gibt zu allen Unternehmen eine
Vielzahl an Informationen im Internet zu finden. Es gibt etliche
Dokumentationen, in denen der Konzern ein Thema ist – Wie feed the
World, Bottled Water u.a. Es gibt Online sehr viel zu finden. Es gibt
Sach- und Fachliteratur, die informiert. Ein paar Links habe ich am
Ende des Artikels zur Übersicht zusammengestellt. Weiterführende
Informationen kann sich jeder selbst suchen.
Ich betreibe hier kein Konzernbashing
und liefere schon gar keine seriöse Abhandlung über die
skrupellosen Machenschaften von Konzernen – weit davon entfernt.
Für sowas bin ich gar nicht kompetent genug. Ich will einfach nur
ein paar Gedanken loswerden, die ein cleverer Science Fiction Film,
der auf einem cleveren Buch beruht, ausgelöst hat. That's all,
folks.
Nestlé:
Ein ursprünglich Schweizer
Unternehmen, ist der weltgrößte Lebensmittelkonzern. Nespresso,
Buitoni, Alete, Maggi, Smarties, After Eight, Kitkat, Original Wagner
Pizza, Schöller, Oreo, Nestea (Joint-Venture mit Coca Cola), Vittel,
Nescafé, und zahllose andere. Übrigens gibt es → hier
und → hier
sehr schöne Grafiken, die zeigen, was welchem Lebensmittelkonzern
gehört. Erstaunlich. Außerdem gehören 30% des L'Oreal Konzerns
Nestlé.
Weiß George Clooney eigentlich, dass
er Werbung für einen Konzern macht, der weltweit Quellen aufkauft,
das Wasser demineralisiert, mit eigene Mineralien versetzt und dieses
nach eigener Norm fabrizierte Einheitsgemisch global in die Läden
stellt, auch und vor allem in Ländern, in denen Wassermangel
herrscht? Nestlé ist weltweit führend, wenn es darum geht,
Trinkwasser zu kommerzialisieren. Nestlé unterhält in Kolumbien
mehr Bewaffnete zum Schutz seines Eigentums als die kolumbianische
Armee.
Unter all den Konzernkraken ist Nestlé
mit Vorsprung der größte, überaus skrupellos und darauf bedacht,
die eigene Vormachtstellung weiter auszubauen. Der Konzern verfügt
über rund 2000 Marken, mit denen er sich rund um den Globus in fast
jeden Haushalt gezwängt hat. Nestlé ist gekommen um zu bleiben und
zu herrschen.
Was meinen Haushalt angeht, so findet
sich da überraschenderweise kein Nestlé Produkt – bedingt durch
eine vor Jahren notwendigerweise durchgeführte Umstellung der
Ernährung. Man kann diesen Kraken also tatsächlich noch vermeiden. Irgendwann
vermutlich nicht mehr.
Amazon:
Der weltweit größte, aggressivste und
am geschicktesten agierende Internetladen, der wirklich jeden
Scheißdreck verkauft, den man sich wünschen kann. Amazon agiert
nicht mehr oder weniger skrupellos als andere Konzerne und ist
vielfältig tätig. Hardwarehersteller, Buchverlag, Film- und TV
Produktion, Cloudspeicher-Anbieter. Der Datensammler Alexa und die
IMDb, die Internet Movie Database befinden sich ebenfalls in Händen
Amazons.
Bei uns ist es gerade wieder einmal in,
auf Amazon einzudreschen betreffend Mitarbeiter, Arbeitsbedinungen
usw... → hier
gibt es eine sehr sachliche Behandlung dieses Themas, die
relativiert. Relativiert, nicht verteidigt. Der Konzern ist nicht
schlimmer als andere Unternehmen, er geht naturgemäß so weit, wie
es die Gesetze ermöglichen. Das heißt, das Problem ist woanders
beheimatet.
Amazon bindet über Kindle und die eigenen, geschlossenen, Dateiformate Millionen Leser und Käufer an
sich. Der Konzern bindet eine Menge Self-Publisher an sich, da er das
selbständige Verlegen von eBooks und Printbüchern über CreateSpace
enorm vereinfacht. Damit vergrößert er auch sein Angebot bedeutend
weiter als es andere Onlinhändler ermöglichen. Zwar agiert der
Konzern da auch recht scheinmoralisch, aber so lange eine saubere
Oberfläche präsentiert wird...
Amazon ist ein total an Kunden und
Gewinn orientiertes Unternehmen mit langfristigen Strategien, das
sich in zunehmehmend mehr Geschäftsbereiche ausbreitet. Nirgends ist
es so einfach einzukaufen und passende Empfehlungen zu bekommen. In
dieser Beziehung sind sie konkurrenzlos erfolgreich. Wie mit
Verlagen, Herstellern und Lieferanten umgesprungen wird – oft
herablassend, arrogant oder komplett ignorant, ist eine andere Sache.
Aber in Sachen Kundenbindung und Entgegenkommen sind sie kaum
schlagbar. Amazon geht ab 2014 dazu über, eigene, reale Läden zu
errichten und experimentiert mit Roboterdrohnen zwecks
Paketzustellung.
Amazon ist zum Synonym für Ich
bekomme alles was ich will ganz einfach und schnell.
Mit diesem Service für die eigene Faulheit wird der Konzern uns noch
lange Pakete bringen.
Ich benutze Amazon aus mehreren
Gründen. Es geht schnell. Es ist oft günstiger als im lokalen Laden
und ehrlich gesagt kann ich mir solche Aufpreise einfach nicht
leisten – das summiert sich und bei einem
durchschnittlich niedrigen Familieneinkommen muss man sorgfältig rechnen. Ich
benutze auch das Partnerprogramm von Amazon. Tja. Wie gesagt –
Amazon macht es extrem einfach, seine Dienste und Angebote zu nutzen.
Google:
Wissen: Google Suche.
Kommunikation: G-Mail. Social-Web: Google+.
Meinungsbildung: Blogger (blogspot). Entertainment: YouTube.
Cloud-Service: Google Drive und Google Docs.
Orientierung: Google Maps. Werbung: Google AdWords.
Orientierung: Google StreetView. Sitestatistiken: Google
Analytics. Bildverwaltung: Picasa. Browser: Chrome.
Betriebssystem: Android. Virtualität: Google Glass.
Kommunikation: Handys, Tabletts. Hersteller: Motorola.
Robotik: Boston Dynamics. Entertainment: Google Play.
Google ist mit seiner enormen
Bandbreite an Produkten für den modernen Alltag nicht mehr aus
unserem Leben wegzudenken. Wir sind durchleuchtet, werbetechnisch
erfasst, werden überwacht und analsysiert und mit personalisierter
Werbung umspült. Alles ist ineinander verzahnt und kostenlos –
nicht gratis. Wir bezahlen. Mit unserer Privatsphäre.
Die große Frage ist aber für mich,
was erwartet sich Google vom Erwerb von Boston Dynamics? Der
weltweit führende, vom US-Militär gesponsorte Entwickler in Sachen
Robotik in den Händen des privaten Unternehmens Google? Lässt
faszinierende Entwicklungen erwarten – und erschreckende
Möglichkeiten in den Sinn kommen. Boston Dynamics – Big Dog,
Cheetah, Atlas. Videos dazu finden sich in → diesem Artikel. Beeindruckend. Ein paar mehr davon auf der Site des Herstellers - Sandflea und RHex z.B.
Wird Google eines Tages Cyberdyne
Systems sein? Oder Weyland-Yutani? Oder Tyrell? Oder
Tochterfirmen mit diesen Namen haben? ;-)
Dabei ist das nichtmal die erste
Robotikfirma, die sie erworben haben. Google verfügt über einen
ganzen Schwarm solcher Unternehmen, darunter als populäres Beispiel
die Firma Bot & Dolly, deren Roboterkameras beim Film Gravity
eingesetzt wurden.
Womit sich der Kreis über die
Roboterkamers zu Blade Runner schließt. Ein Film über künstliche
Menschen und einen Konzern, der über die entsprechende Hard- und
Software verfügt, die Tyrell Cooperation.
Wären der Roman von
Philip K. Dick und die Verfilmung nicht schon 1968 und 1982
erschienen, könnte man Blade Runner als Film über eine von Google
dirigierte Welt interpretieren.
Dass die Androiden bei Dick das Nexus
6 Modell sind und Google eine ganze Palette von Nexus Geräten sein
eigen nennt, ist jetzt mehr witzig als sonstwas, Nexus ist ein doch
sehr weit gefächerter Begriff.
Auch Google ist in unserem Leben tief
verankert und los werden wir diesen Konzern auch nicht mehr so
schnell. Zu vielseitig sind die praktischen, kostenfreien und leicht
zugänglichen Produkte, mit denen sich der Konzern in Haushalten und
Unternehmen verankert hat.
Ich benutze, hat mich beim Zählen
gerade etwas erschreckt, 8 verschieden Servies von Google, mehr oder
weniger intensiv. Wahnsinn. Ich bewundere sie für ihre
Innovationskraft und Geschicklichkeit, ich stehe ihnen kritisch
gegenüber, was die Folgen ihres Tuns anbelangt. Aber entkommen? Das
geht nur sehr, sehr schwer.
Alle drei Konzerne werden sich immer
wieder verändern, neue Services schaffen, andere abschaffen, aber
sie werden bleiben, ihre Marktführerschaft weiter ausbauen und
unseren Alltag so weit dominieren, dass es kein Entkommen mehr geben
wird. Dann sind wir endgültig in der Welt des Blade Runner
angekommen. Was bleibt ist, all die Angebote mit kritischer Vorsicht
in Anspruch zu nehmen. Wie weit jemand annimmt oder ablehnt, ist
eine individuelle Sache, die man mit sich selbst ausmachen muss.
LINKS:
Nestlé – Unternehmen:
Nestlé – Marken:
Grafiken der Lebensmittelkonzerne:
Nestlé – Diverses:
Amazon – Unternehmen
Amazon – Arbeitsbedingungen
Amazon und die Moral
Google:
Google erwirbt Botson Dynamics:
http://www.theguardian.com/technology/2013/dec/17/google-boston-dynamics-robots-atlas-bigdog-cheetah
Freitag, 4. Oktober 2013
Erkenntnis der Woche, Nr. 3
Manchmal ist das, was du als Weisheit erkennst, nichts weiter als alltägliche Banalität (so wie diese Erkenntnis zum Beispiel).
Donnerstag, 26. September 2013
Erkenntnis der Woche, Nr. 2
Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist: Älterwerden bringt tatsächlich und wahrhaftig dieses bescheuerte "früher war alles besser" Gefühl mit sich - auch wenn es bei nüchterner Betrachtung sehr oft verkehrt ist. Aber nicht immer. Auf jeden Fall ist es da.
Donnerstag, 19. September 2013
Erkenntnis der Woche, Nr. 1
Ich lese lieber ein Buch über Kotzen, Scheissen und Gedärme rausreissen, als fünf Minuten dem verlogenen Gestammel charakterloser Politikervisagen zuzuhören. DAS ist der wahre Horror. Dagegen ist der erfundene Schrecken geradezu entspannend.
Samstag, 6. Juli 2013
Vom Lesen
Interessant. Im Horror-Forum gibt es
einen kleinen Thread zu -> diesem Blogeintrag von mir. Darin sieht
mich einer einer der Diskussionsteilnehmer als Festa-Fanboy. Auf die
Idee wäre ich gar nicht gekommen. Ich weiß zwar nicht wirklich, was
ich darauf sagen soll – und eigentlich kann mir das auch ziemlich
egal sein, es lebe die Meinungsfreiheit – aber irgendwie habe ich
Lust, darauf zu antworten. Mal schauen, ich habe nicht die geringste
Idee, was ich schreiben soll, aber ich fange mal an und sehe dann,
was dabei rauskommt.
Der erste Satz ist einfach: Ich bin
kein Fanboy. Mal abgesehen davon, dass das Wort an sich in meinen
Augen ziemlich dämlich ist und mir nur passend erscheint, wenn man
damit jemanden betitelt, der noch in den Teenjahren steckt – also
unter zwanzig Jahre alt ist (ein Boy bin ich auch schon laaange nicht
mehr, vielleicht kindisch, aber das ist was anderes), impliziert es
auch einen gewissen Fanatismus und das mag ich schon gar nicht.
Fan ist ein Wort, mit dem ich ein
Problem habe, obwohl gewisse Vorlieben meinerseits durchaus auch als
Fan-Verhalten bezeichnet werden können. Ein besseres Wort ist mir
allerdings auch noch nicht eingefallen. Erstaunlich, wie manche ganz
alltäglichen Begriffe zu einem Reizwort ausarten können. Na gut,
Wortklauberei, ich weiß ;-)
Es gibt einige Bücher von Festa, die
ich nicht so toll finde und das schreibe ich dann auch in der einen
oder anderen Rezension. Ich habe jetzt keine Lust, solche Rezensionen
rauszusuchen, das lenkt mich nur ab. Was ich nicht mache, ist ein
Buch generell in den Kübel zu treten, weil ich die Arbeit des Autors
dahinter sehe, die einfach nicht aufgegangen ist oder den
wirtschaftlichen Druck, der ihn dazu gebracht hat, einen eher
unterdurchschnittlichen Roman zu produzieren, den Druck des
Verlegers, der einen Aufreger und Breitentauglichkeit zugleich wollte
und so weiter, und so weiter.
Ich halte im übrigen, um auf eine
Aussage in diesem Thread einzugehen, Das Schwein von Edward Lee
nicht für eine schlecht geschriebene Wichsvorlage. Es war nicht
sonderlich gut übersetzt, aber das Problem hat nichts mit dem Inhalt
zu tun, den ich auch als bitterböse, höhnische, makabre,
geschmacklose Satire sehe. In vielen Büchern von Lee, die noch nicht
übersetzt sind, schwingt viel Zynismus und extrem galliger Humor
mit, den Lee in totaler Geschmacklosigkeit verpackt. Das ist sein
Stil und einfach seine Art, Dinge zum Thema zu machen, die ihn gerade
bewegen.
Was ich an Festa konkret schätze, ist
schnell gesagt: Er hat von Anfang an Bücher veröffentlicht, die
mich angesprochen haben. Nicht immer und nicht alle, aber die
Mehrzahl. Wie ich es schon mal geschildert habe – in eben jenem vom
Horror-Forum aufgegriffenen Beitrag, siehe den Link oben – hat sein Programm auch
ziemlich schnell Anklang beim Publikum gefunden.
Ich mag diese »Tabubrecher« Romane
einfach, weil sie ungeniert sind, radikal und drastisch. Das sind
Dinge, die mich schon mein ganzes Leben lang bei der Auswahl meiner
Lektüre beeinflussen. Auf seine Art war das früher z.B. Marc Behm,
ein französischer Thrillerautor, den man heute als eher sehr sanft
sehen würde. David Goodis gehörte auf seine Art natürlich ebenso dazu wie der König der Tristesse, Robin Cook. Und noch viele andere.
Als ich Friedhof der Kuscheltiere von
Stephen King gelesen habe, gleich in den ersten Tagen seines Erscheinens, da war ich bedeutend jünger und habe mich beim Lesen halb angeschissen vor
Angst. Und hatte danach eine Riesenfreude, dass es ein Buch geschafft
hatte, mich derart aufzuwühlen. Ich bin begeistert in der Wohnung herumgerast und habe versucht, meine Freude daran meinen Eltern kundzutun, denen leider jeglicher Bezug zu Horrorgeschichten fehlte.
Das erste Bucher des Blutes von Clive
Barker? Heilige Scheiße, das ist mir eingefahren. Diese wüste
Mischung aus Grausen und Erotik. Ich habe dann alle Bände verschlungen. Dass es Bücher gab, die solch
ungeheuerliche Dinge erzählten, das hat mich in den Bann geschlagen
und dieser Bann ist bis heute nicht gewichen.
Stephen King heute … nun ja, er ist
sanfter und älter geworden, ich bin älter geworden, ich liebe ihn
immer noch. Ich liebe auch Clive Barker noch. Aber der rabiate Kick,
der kommt von Edward Lee. Der kommt von Bryan Smith, von Wrath James
White und wie sie alle heißen. Brian Keene ist für mich ein
großartiger Erzähler mit guten Geschichten und Charakteren, mit denen man sich identifizieren kann. Keene ist noch dazu spannend und geradezu altmodisch in seiner klassischen Erzählweise. Ich mag dieses Urgestein sehr gerne - es lebe die Altersgleichheit ;-).
Wenn also all diese Autoren, die mir
einen Kick verpassen, bei Festa erscheinen, tja, dann wird es wohl
einen Grund haben, dass ich so viele Bücher des Verlags lese. Und
wenn ich – auch von meiner beruflichen Vergangenheit beeinflusst –
sehe, wie sich dieser Verleger ins Zeug legt, um würdige
Werkausgaben von einem Robert E. Howard oder einem Clark Ashton Smith
zu fabrizieren, dann bewundere ich diese Arbeit einfach, die sich –
keine Ahnung, ob das stimmt – vermutlich gerade mal als
Nullsummenspiel ausgeht. Vielleicht wirft
das eBook die nötige Spanne ab, was weiß ich.
Festa hat es anders auch probiert. Mit
Autoren wie Thomas Ligotti. Mit Horror von Dan Simmons [nicht die drei Joe Kurtz Thriller - übrigens auch steile Bücher - ätsch ;-)], mit Science
Fiction, mit wirklich bemerkenswerten, ungewöhnlichen, teils sehr literarischen Titeln. Mit S. P. Somtow. Alles gute
Geschichtenerzähler.
Was hat es Lob für seine Auswahl gegeben und
was ist unterm Strich dabei rausgekommen? Ein finanzieller Genickbruch, weil die Käufer nicht mitgezogen sind. Jetzt hat
seine Schiene gefunden, sein Alleinstellungsmerkmal. Das sind die
radikalen Bücher, die sehr schön aufgemacht sind, wertig, und mehr Klasse
haben als z.B. entsprechende Heyne-Cover. Das funktioniert für ihn,
das muss für ihn funktionieren, weil er davon abhängig ist, das
funktioniert für mich als Leser. Seine Experimente haben bedauerlicherweise nur zum
Teil funktioniert, warum also sollte er jetzt seine Einzigartigkeit
aufgeben?
Kurzer Einschub: Wer sich noch an die
unsäglich gekürzten Taschenbücher aus dem Pabel Verlag erinnert,
die blauen Fantasy-Titel, die lila-rote Vampir-Horror-Reihe, der weiß, wie
enorm der Qualitätssprung nach oben ist bei z.B. Robert E. Howard.
Mir hat einmal ein ehemaliger Übersetzer des Pabel-Verlags gesagt,
Vorgabe jeder Übersetzung waren rund 120 Seiten Umfang. Ganz egal,
wie dick das Original war. Tja. Das hat auch Heyne in seinen frühen
Jahren gemacht [man vergleiche die Triffids Übersetzung von 1969 mit der vom letzten Jahr], das war bei
den Romanheften sogar noch schlimmer, die alles auf rund 60 Seiten runtergekürzt haben.
Ich mag diese durchgeknallten, rabiaten
Bücher einfach. Ich mag bizarre, versponnene Werke – Carlton
Mellick III ist in meinen Augen genial. Nicht alle Titel sind top, eh
klar, aber für mich stehen letzendlich der Unterhaltungswert und die
Ideen an erster Stelle. Perfekter Stil – ja toll, und? Den hat
Thomas Mann. Öh, gähn.
Natürlich mag ich nicht nur diese
rabiaten Titel. Ich mag auch die weniger eingeweidewerfenden
Horror-Titel sehr gern. Ich mag auch Thriller und Non-Genre Bücher,
die das gewisse Etwas haben. So sehe ich Hundert Jahre Einsamkeit als
Meisterwerk an, oder Der Name der Rose, oder einige Werke von T.C.Boyle [America, World's End, Willkommen in Wellville u.a.], von Paul Auster, Christopher Moore … von den Fantasy u.
Science Fiction Autoren, die ich schätze, ganz zu schweigen. Neal
Stephenson? Ich finde ihn großartig. Alastair Reynolds? Toll. William
Gibson? Super. Joe R. Lansdale, herrlich. Brandon Sanderson? Episch.
George R. R. Martin? Meisterhaft.
Das kann ich noch eine Weile so
weitermachen, weil ich episch, bombastische, clevere, witzige, böse,
usw., usw., Geschichtenerzähler einfach liebe.
Aber wenn mir zwischendurch nach
schnellem, geilen Schweinekram ist, dann werde ich bei Festa bestens
bedient. Ich liebe schnellen, geilen Schweinekram. Der geile
Schweinekram hat micht mein ganzes Leben lang entspannt. George R. R. Martin ist ein Meistererzähler - aber er braucht Ausdauer, Konzentration und viel Zeit [zumindest in Englisch ist das so]. Schneller Kick ist das nicht. George R. R.Martin ist episches wow. Schneller Kick ist Brett McBean. Schneller Kick ist Bryan Smith.
Mir haben diese Bücher dabei geholfen,
Stress, Ärger, Frust, Zorn und sonstige Unbillen, die einem Menschen
im Laufe eines beschissenen Tages begegnen können, abzubauen und in
die richige Perspektive zu rücken – in die Bedeutungslosigkeit am
Ende des Tages.
Die Horror-Literatur war – um jetzt
einen etwas überspannten Begriff zu benutzen – für mich stets
eine Katharsis, eine Reinigung meines Ich von den destruktiven
Emotionen eines Tages. Oder, an guten Tagen, ein kreativ erbauliches
Vergnügen. Das sind Eigenschaften, die man an Büchern nicht hoch
genug schätzen kann und darum lese ich sie bis heute mit großer
Freude.
Was dem einen sein Karl May ist, ist
dem anderen sein Edward Lee. Ein Ventil, eine Ersatzbefriedigung,
Spannung im langweiligen Trott des Alltags, was auch immer.
Jetzt ist genau das passiert, was
anzunehmen war. Ich habe mich verzettelt. Dabei wollte ich eigentlich
nur auf den Fan-Boy Ansager reagieren, der eigentlich sogar
verständlich sein könnte. Schließlich sind der Betreffende und ich
uns unbekannt und was weiß er schon, wie ich ticke, oder warum ich
was lese.
Apropos Brian Keene: wer EineVersammlung von Krähen genauer inspiziert, wird als Übersetzer
Michael Krug entdecken. Genau jenen Michael Krug, der Keene einst als Erster* bei Otherworld rausgebracht hat (Im Reich der Siqqusim),
der Brian Keene dann an Heyne verloren hat, wo man offensichtlich
nichts mit ihm anzufangen wusste und der jetzt bei Festa erscheint.
Kreislauf des Lebens ;-). Das ist Michael Krug übrigens auch bei
Scott Sigler passiert – auch der wurde von Heyne aufgekauft,
genauso wie Frank Festa mehr oder weniger fast das Gesamtwerk von
Richard Laymon an Heyne verloren hat.
Auch darum mag ich Verlage wie mkrug
oder Festa: Weil sie sich die Mühe machen, Neues zu entdecken. Das
ihnen dann oft genug weggekauft wird. Mit der Finanzkraft von
Verlagen wie Heyne können die dann einfach nicht mit. Aber das ist
das Plus, das die Kleinverlage haben. Sie sind flexibler und, im
Falle von Festa oder Krug, besser im Auffinden von neuen,
vielversprechenden Autoren. (auch auf die Gefahr hin, mich zu
wiederholen, weil auch das in dem betroffenen Blogeintrag steht –
das sind nur zwei von vielen Kleinverlagen, aber zu denen habe ich
einfach einen langjährigen Bezug.)
Festa zaubert einen interessanten Autor
nach dem anderen aus dem Hut (und da kommt noch ein großer Name auf
uns zu ;-)). Michael Krug hat zwar Brian Keene nicht mehr in seinem
Verlag, aber er wird sicher das eine oder andere nette Büchlein
entdecken – was ihm, meinen Geschmack betreffend, mit dem Zombie-Zyklus von David Moody, oder zuletzt mit Feuerdämon
(wüste Hexen-Action) und Ex-Helden (merkwürdige Superhelden
gegen Zombies) ohnehin schon gelungen ist.
So, worum ging es eigentlich zu Beginn?
;-)
Update 10.07.2013: Michael Preissl hat mich - danke übrigens - darauf hingewiesen, dass es bei Eloy Edictions ebenfalls einen Brian Keene gibt - einen Erzählband. Dieses Büchlein, das mir bis zu diesem Hinweis vollkommen unbekannt war, ist allem Anschein nach wenige Monate vor dem Siqqusim Band von Michael Krug erschienen.
Die Eloy Edictions Site wird übrigens bei mir bedauerlicherweise von Google mit einer Malware-Warnung geblockt, deshalb verlinke ich sicherheitshalber nicht darauf. Der Screenshot dieser Warnung:
Samstag, 25. Mai 2013
Erinnerungen und Sammlungen
Heute habe ich eine kurze Schilderung darüber gehört, wie jemand, der vor längerer Zeit - hauptsächlich in den 1980er Jahren - für vielleicht zehn, fünfzehn Jahre in bescheidenem Umfang sowas wie ein bekannter Name war - jemand anderen angefaucht hat, weil der Betroffene nicht wusste, wer er war.
Diese offenbar übellaunige, bissige, misanthrope und verbitterte Person brüstete sich in der kurzen Konfrontation mit einer riesigen Sammlung von Büchern, die sie ihr eigen nennt und ... was wollte ich jetzt sagen? Ach ja, also weil mir dieser kurze Erlebnisbericht nochmal in den Sinn gekommen ist, sind mir dazu folgende, im Grunde simple, Gedanken durch den Kopf gegangen.
Ich habe mein erstes "Erwachsenenbuch" gekauft, da war ich ungefähr, elf, zwölf Jahre alt, was nun schon eine Ewigkeit her ist, Wahnsinn, Jahrzehnte sind vergangen. Fuck, ich werde alt.
Das Buch war ein Roman von Alan Dean Foster - Die denkenden Wälder. Tolles Buch gewesen, gut gealtert, auch heute noch lesbar - wie alle früheren Romane des Homanx-Zyklus. Bei den späteren Bänden, die zum Teil aber chronologisch früher angelegt sind als die frühen Werke, ist das anders, da ... das führt jetzt zu weit und geht am Thema vorbei, sorry.
Das zweite "Erwachsenenbuch" - Jugendbücher* hatte ich davor schon selbständig immer wieder erworben - war dann ebenfalls ein Foster - Alien, der Roman zum Film. Heilige Scheiße, was hab ich mich dabei gefürchtet. Ich glaube, nur die Lektüre vom Friedhof der Kuscheltiere hat mich danach mehr in Angst versetzt.
Kurze Geschichte zur allgemeinen Erheiterung: Ich habe dann - also nach Alan Dean Foster, einen Stapel Science Fiction Taschenbücher erworben, die aus dem Moewig Verlag stammten, ein blaues Rundumcover mit einem oft wenig zum Inhalt passenden Titelbild zur Schau trugen und mit den Worten "Playboy Science Fiction" geschmückt waren.
In meiner Naivität - frühe 1980er Jahre, ich ging noch zur Schule - dachte ich echt, das wären alles utopische Romane mit viel Sex drinnen - was wusste ich in dem Alter, wer Philip K. Dick war? (Die Bücher waren optisch eher wenig gefällig, aber die Titelauswahl war ausgezeichnet, eine tolle Reihe oft anspruchsvoller Romane.)
Dann borgte mir ein Schulfreund die Josefine Mutzenbacher und was soll ich sagen... das war Aufklärungslektüre der allerfeinsten Sorte! (Auch der Simmel, den ich zu der Zeit bei meinen Eltern aus dem Regal geschnappt hatte und in dem seitenweise Schilderungen von Brustwarzen vorkamen, der hat mich so einiges gelehrt - herrje, war das aufregend) Und Philip K. Dick liebe ich heute. Und wenn Romane viel Sex beinhalten, freue ich mich auch noch darüber.
So, zurück zum Thema. Alan Dean Foster war, da bin ich mir sicher, mein Einstieg in das Sammeln von Büchern. Science Fiction, Fantasy, Horror. Gelesen und gehortet. Ich habe sehr schnell sehr viele Bücher gehabt und in dem Zimmer, das ich mit meinem Bruder geteilt habe (der konnte nie was mit Büchern anfangen, was unvorstellbar war für mich), war bald kein Platz mehr, so sind die Bücher in Stapeln in Kästen im Abstellraum gelandet, gleich beim Werkzeug. In bestem Zustand, gelesen, gemocht, fein säuberlich in Stapeln wegsortiert.
Wie wir alle bin ich älter geworden, ausgezogen, habe ein durchschnittlich langweiliges Leben voll der üblichen Irrungen und Wirrungen geführt, das mir so nebenbei etliche Umzüge mehr beschert hat, als mir lieb gewesen wären. Die ersten paar Mal war das Übersiedeln kein Problem, aber im Laufe der Zeit wurde es immer mühsamer, weil die Zahl der Bücherkartons gewachsen ist.
Kurzer Einwurf: Beim letzten Umzug vor rund fünf Jahren hat mich einer der Möbelpacker, nachdem sie rund hundertfünfzig Bücherkisten in die Wohnung geschleppt haben, keine Kartons, sondern die Transportkisten, wie sie im Buchhandel verwendet werden, gefragt, ob ich denn verrückt sei? Gute Frage.
Weiter: Der Mühen wegen habe ich begonnen, mich immer wieder von Exemplaren zu trennen. Durchschnittliche Wohnung, ein halbes Dutzend Billy Regale in Doppelreihen randvoll. Größere Wohnung, mehr Bücher, eigenes Haus - sehr viel mehr Bücher, zurück in eine Wohnung und wieder weniger Bücher, kleinere Wohnung, noch mehr Bücher weg, größere Wohnung, etwas mehr Bücher, Vater geworden, viel weniger Bücher.
Von den siebzehn Billy-Regalen, die ich derzeit in Beschlag genommen habe, sind fünfzehn Regale mit Büchern gefüllt - doppelreihig, die Häfte der Regale mit Aufsatz und Zusatzbrett.
Wenn ich nachgrüble - ich habe immer die Stückanzahl gezählt, von der ich mich getrennt habe - sind alleine bei den letzten beiden Übersiedlungen rund viertausend (4000) Science Fiction, Fantasy und Horrorbücher aus meinen Regalen verschwunden. Für das, was ich noch habe, ist eine Zählung ausständig. Und eine vernüftige Schlichtung.
In den letzten Jahren habe ich etliche private Sammlungen begutachten können und öfter gehört, wie Leute voller Stolz von ihren Massen an Büchern erzählen, die sie zusammengetragen haben. Wenn ich dann höre, wie sie von zweitausend, dreitausend Stück reden, kann ich nur lächeln.
Wenn ich nachrechne, was ich bisher in meinem Lebens an Büchern abgestoßen habe, dann würde ich heute eine Bibliothek von geschätzten fünfzehntausend Titeln mein eigen nennen - konservativ geschätzt. Natürlich gibt es beträchtlich größere Sammlungen, pah, keine Frage, exquisitere Sammlungen, selbstredend. Nur geht mir diese Angeberei auf die Nerven, dieses Posaunen, wie wertvoll doch das ist, was man an Büchern daheim stehen hat.
Pah, Quatsch. Wertvoll für den Sammler allein, für sonst niemanden. Ich habe immer noch etliche teure, signierte, limitierte, nummerierte Bücher daheim rumstehen, die schon lange nicht mehr zu kaufen sind, und wenn man für solche Titel mal auf eBay oder Abebooks nachschaut, ha ha ha. Wertvoll, lächerlich! Die Realität sieht anders aus.
Wie vorhin gesagt, habe ich etliche Sammlungen gesehen, über einige etwas gehört und von all diesen Privatbibliotheken habe ich nur zwei Sammlungen als bemerkenswert angesehen (na gut, es waren drei, aber die dritte zählt nicht, die hat mir nur gefallen, weil sie sich über weite Stecken mit meiner Sammlung gedeckt hatte):
Die eine Sammlung gehört(e) einem nicht mehr ganz jungen Herren, den wir kurz und bündig HM nennen. Bestens gepflegte Bücher in erstklassigem Zustand, obwohl einige schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten (wir reden hier von Taschenbüchern, Science Fiction, Fantasy, Horror; von englischen Magazinen, die teils noch aus den 1950er Jahren stammen). Diese Sammlung war höchst fokussiert auf einen Schwerpunkt - die Science Fiction Kurzgeschichte - und das hat sie so bemerkenswert gemacht. Eine konsequente Sammlung, genauso konsequent und pedant geordnet. Man sollte gar nicht glauben, in welchen Mengen Kurzgeschichten erschienen sind. Und wie wenig die Kurzgeschichte im deutschsprachigen Raum heute geschätzt wird. Arg.
Die andere Sammlung gehört(e), nennen wir ihn AV. Diese Sammlung zeichnet sich durch eine enorme Breite aus, die weit über das Genre hinausgeht und die in ihrer Breite wiederum konsequent und in sich logisch ist. Und dieser Sammler hat wirklich alte Bücher und Raritäten und da bleibt mir immer wieder der Mund offen, wenn ich sehe, was der Mann hat - natürlich ist das Ganze materiell in dieser unserer doch eher kulturlosen Zeit nicht mehr viel wert, aber Mann! Jeder, der alte in Leder gebunden Bücher mit Goldschnitt und Prägung zu schätzen weiß, oder einen Sinn für die "Groschenromane" des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts hat, sehr, sehr schön. Eher chaotisch und nur rudimentär geordnet, das alles.
Was zeichnet eine gute Sammlung eigentlich aus - wobei "gut" ein extrem relativer Begriff ist. Aber ich sehe das so: Bei einer guten Sammlung lernt man was über die gesammelte Materie. Bei Büchern wäre das zum Beispiel - Trends und Zeitgeist in Inhalt und Gestaltung. Sieht man sich Sammlungen an, die über Jahrzehnte entstanden sind, dann lässt sich sowas durchaus erkennen. Ein überaus markantes Beispiel dafür ist für mich die Gestaltung der Heyne Science Fiction Taschenbücher, an deren Covern, Papierwahl, Innenillustrationen etc. oft genug die Entstehungszeit erkennbar ist. Jahrzehnt für Jahrzehnt.
Was diese beiden vorhin erwähnten Sammler gemeinsam haben - keiner ist so großkotzig, damit zu prahlen, wie viele Bücher sie haben/hatten - zumindest habe ich das nie erlebt. Und das zeichnet sie mich aus: Sie gehen/gingen ihrer Leidenschaft nach und haben sich mit dem beschäftigt, was sie fasziniert und interessiert hat, ohne der Welt kundtun zu müssen, wie toll sie doch sind und wie belesen und ach, was für eine Arbeit das doch ist, diese Sammlung über viele Jahre hinweg zusammenzutragen.
Blubber. Wer das Glück hatte, immer genügend Platz und Geld zur Verfügung zu haben, der hat es nicht schwer gehabt, seine Sammlung zu erweitern. Mit den nötigen Ressourcen lässt sich leicht sammeln. Das Getue ist pure Angeberei - sowas wie die Männer mit Schmerbauch und Glatze, die knallrote Sportcabrios mit fünfhundert Pferdestärken fahren. *rofl*
Sammeln ist eine Selbstbefriedigung, eine Triebbefriedigung, eine höchst egoistische Angelegenheit wie onanieren und masturbieren. Darüber redet man ja auch nicht andauernd - äh, na gut, also, wenn man mal die zahllosen einschlägigen Tumblr-Blogs hier ausklammert, dann stimmt meine Aussage, hüstel ;-)
Ich glaube, das hier ist ein hübscher kleiner Rant geworden, den ein Spinner ausgelöst hat, der seine eigene Sammlung von Büchern erwähnen musste, um sich wichtig zu machen. Es ist im Grunde eine völlig uninteressant, banale Begegnung, die ein Bekannter mit einem uninteressanten Menschen hatte - aber wie der überstrapazierte Schmetterling, dessen Flügelschlag in Europa in Japan ... bla bla bla, so haben die Äußerungen dieses Kerls bei mir den Wunsch ausgelöst, das hier niederzuschreiben.
Ich habe diesen Typen zweimal gesehen und beobachtet, aber nie mit ihm gesprochen, weil er es nichtmal für wert befunden hat, auch nur seine Augen in meine Richtung zu drehen, obwohl wir stundenlang mit zahlreichen anderen Leuten im selben Raum waren. Berechtigte Frage: Warum bin ich nicht auf diesen Menschen zugegangen? 1) Mir fällt es sehr schwer, auf mir unbekannte Menschen zuzugehen. 2) Ich meide Leute, die eine spürbar miese Aura verbreiten. 3) Ich würde mich selbst eher als misanthrop bezeichnen, meine Frau nennt mich gelegentlich "mein kleiner Autist" (dabei bin ich größer als sie, mhm), also nein, ich war nicht darauf aus, jemanden, der mich abschreckt, anzusprechen. Was soll's. Und meinstens sind mir solche Miesmuscheln ohnehin scheißegal, nur hin und wieder geht mir eine unter die Haut.
Es gibt auch noch eine zweite Konfrontation, die jemand anderer, den ich sehr schätze und den als Freund sehen würde, mit diesem Menschen erlebt hat und die sich wunderbar ins Bild einfügt und die negative Ladung dieses Menschen bestätigt. Scheißegal, aber wie der Schmetterling es will ...
Heute bedauere ich es, all die Bücher, von denen ich mich getrennt habe, nicht mehr in meinem Besitz zu wissen. Sie waren sowohl materiell wie zum Teil sicher auch inhaltlich gesehen nicht wertvoll, obwohl als Schüler mit bescheidenem Taschengeld mein Gesamtvermögen in ihren Erwerb geflossen ist.
Für mich waren Bücher mein ganzes Privat- und Berufsleben stets von elementarer Bedeutung und ich finde es jetzt und heute schade, verschiedene Bücher wie die sechs Bände der "roten Sonja" - im Grunde haarsträubend banale Fantasyromane, nicht mehr im Regal zu haben.
All die Verflossenen waren mir viele Jahre wertvoll, dann habe ich sie weggetan, weil ich sie für überflüssig erachtet habe und jetzt finde ich sie wieder wertvoll. Oh Zeiten, od Geisteshaltung.
Aber ich bin deswegen weder sauer noch vergrämt oder verbittert - nein. All das ansammeln und abstoßen von Büchern hat zum jeweiligen Zeitpunkt seine Richtigkeit gehabt und darüber zu jammern oder damit zu prahlen, was ich noch habe oder hatte, das erscheint mir dämlich.
Hm, habe ich das nicht gerade getan? Nein, ich denke nicht, weil ich weiß, was meine Sammlung für enorme Lücken hat und weil diese Bücher, zumindest so lange sie bei mir daheim sind, einfach nur einen normalen Bestandteil meines Lebens darstellen, aber nichts, worüber ich großkotzen muss.
Wollte ich wirklich prahlen, dann würde ich damit angeben, dass meine Tocher mit noch nichtmal vier Jahren mehr Bücher hat und diese eifrig auf die dafür vorgesehene Weise zu nutzen weiß (Bilder anschauen, Zusammenhänge erkennen, sich vorlesen lassen), als viele Erwachsene ihr ganzes Leben lang gelesen haben. Mal sehen, wie das beim zweiten Kind wird.
In diesem Sinne erkläre ich die Tirade hiermit beendet. Vielen Dank :-)
Diese offenbar übellaunige, bissige, misanthrope und verbitterte Person brüstete sich in der kurzen Konfrontation mit einer riesigen Sammlung von Büchern, die sie ihr eigen nennt und ... was wollte ich jetzt sagen? Ach ja, also weil mir dieser kurze Erlebnisbericht nochmal in den Sinn gekommen ist, sind mir dazu folgende, im Grunde simple, Gedanken durch den Kopf gegangen.
Ich habe mein erstes "Erwachsenenbuch" gekauft, da war ich ungefähr, elf, zwölf Jahre alt, was nun schon eine Ewigkeit her ist, Wahnsinn, Jahrzehnte sind vergangen. Fuck, ich werde alt.
Das Buch war ein Roman von Alan Dean Foster - Die denkenden Wälder. Tolles Buch gewesen, gut gealtert, auch heute noch lesbar - wie alle früheren Romane des Homanx-Zyklus. Bei den späteren Bänden, die zum Teil aber chronologisch früher angelegt sind als die frühen Werke, ist das anders, da ... das führt jetzt zu weit und geht am Thema vorbei, sorry.
Das zweite "Erwachsenenbuch" - Jugendbücher* hatte ich davor schon selbständig immer wieder erworben - war dann ebenfalls ein Foster - Alien, der Roman zum Film. Heilige Scheiße, was hab ich mich dabei gefürchtet. Ich glaube, nur die Lektüre vom Friedhof der Kuscheltiere hat mich danach mehr in Angst versetzt.
Kurze Geschichte zur allgemeinen Erheiterung: Ich habe dann - also nach Alan Dean Foster, einen Stapel Science Fiction Taschenbücher erworben, die aus dem Moewig Verlag stammten, ein blaues Rundumcover mit einem oft wenig zum Inhalt passenden Titelbild zur Schau trugen und mit den Worten "Playboy Science Fiction" geschmückt waren.
In meiner Naivität - frühe 1980er Jahre, ich ging noch zur Schule - dachte ich echt, das wären alles utopische Romane mit viel Sex drinnen - was wusste ich in dem Alter, wer Philip K. Dick war? (Die Bücher waren optisch eher wenig gefällig, aber die Titelauswahl war ausgezeichnet, eine tolle Reihe oft anspruchsvoller Romane.)
Dann borgte mir ein Schulfreund die Josefine Mutzenbacher und was soll ich sagen... das war Aufklärungslektüre der allerfeinsten Sorte! (Auch der Simmel, den ich zu der Zeit bei meinen Eltern aus dem Regal geschnappt hatte und in dem seitenweise Schilderungen von Brustwarzen vorkamen, der hat mich so einiges gelehrt - herrje, war das aufregend) Und Philip K. Dick liebe ich heute. Und wenn Romane viel Sex beinhalten, freue ich mich auch noch darüber.
So, zurück zum Thema. Alan Dean Foster war, da bin ich mir sicher, mein Einstieg in das Sammeln von Büchern. Science Fiction, Fantasy, Horror. Gelesen und gehortet. Ich habe sehr schnell sehr viele Bücher gehabt und in dem Zimmer, das ich mit meinem Bruder geteilt habe (der konnte nie was mit Büchern anfangen, was unvorstellbar war für mich), war bald kein Platz mehr, so sind die Bücher in Stapeln in Kästen im Abstellraum gelandet, gleich beim Werkzeug. In bestem Zustand, gelesen, gemocht, fein säuberlich in Stapeln wegsortiert.
Wie wir alle bin ich älter geworden, ausgezogen, habe ein durchschnittlich langweiliges Leben voll der üblichen Irrungen und Wirrungen geführt, das mir so nebenbei etliche Umzüge mehr beschert hat, als mir lieb gewesen wären. Die ersten paar Mal war das Übersiedeln kein Problem, aber im Laufe der Zeit wurde es immer mühsamer, weil die Zahl der Bücherkartons gewachsen ist.
Kurzer Einwurf: Beim letzten Umzug vor rund fünf Jahren hat mich einer der Möbelpacker, nachdem sie rund hundertfünfzig Bücherkisten in die Wohnung geschleppt haben, keine Kartons, sondern die Transportkisten, wie sie im Buchhandel verwendet werden, gefragt, ob ich denn verrückt sei? Gute Frage.
Weiter: Der Mühen wegen habe ich begonnen, mich immer wieder von Exemplaren zu trennen. Durchschnittliche Wohnung, ein halbes Dutzend Billy Regale in Doppelreihen randvoll. Größere Wohnung, mehr Bücher, eigenes Haus - sehr viel mehr Bücher, zurück in eine Wohnung und wieder weniger Bücher, kleinere Wohnung, noch mehr Bücher weg, größere Wohnung, etwas mehr Bücher, Vater geworden, viel weniger Bücher.
Von den siebzehn Billy-Regalen, die ich derzeit in Beschlag genommen habe, sind fünfzehn Regale mit Büchern gefüllt - doppelreihig, die Häfte der Regale mit Aufsatz und Zusatzbrett.
Wenn ich nachgrüble - ich habe immer die Stückanzahl gezählt, von der ich mich getrennt habe - sind alleine bei den letzten beiden Übersiedlungen rund viertausend (4000) Science Fiction, Fantasy und Horrorbücher aus meinen Regalen verschwunden. Für das, was ich noch habe, ist eine Zählung ausständig. Und eine vernüftige Schlichtung.
In den letzten Jahren habe ich etliche private Sammlungen begutachten können und öfter gehört, wie Leute voller Stolz von ihren Massen an Büchern erzählen, die sie zusammengetragen haben. Wenn ich dann höre, wie sie von zweitausend, dreitausend Stück reden, kann ich nur lächeln.
Wenn ich nachrechne, was ich bisher in meinem Lebens an Büchern abgestoßen habe, dann würde ich heute eine Bibliothek von geschätzten fünfzehntausend Titeln mein eigen nennen - konservativ geschätzt. Natürlich gibt es beträchtlich größere Sammlungen, pah, keine Frage, exquisitere Sammlungen, selbstredend. Nur geht mir diese Angeberei auf die Nerven, dieses Posaunen, wie wertvoll doch das ist, was man an Büchern daheim stehen hat.
Pah, Quatsch. Wertvoll für den Sammler allein, für sonst niemanden. Ich habe immer noch etliche teure, signierte, limitierte, nummerierte Bücher daheim rumstehen, die schon lange nicht mehr zu kaufen sind, und wenn man für solche Titel mal auf eBay oder Abebooks nachschaut, ha ha ha. Wertvoll, lächerlich! Die Realität sieht anders aus.
Wie vorhin gesagt, habe ich etliche Sammlungen gesehen, über einige etwas gehört und von all diesen Privatbibliotheken habe ich nur zwei Sammlungen als bemerkenswert angesehen (na gut, es waren drei, aber die dritte zählt nicht, die hat mir nur gefallen, weil sie sich über weite Stecken mit meiner Sammlung gedeckt hatte):
Die eine Sammlung gehört(e) einem nicht mehr ganz jungen Herren, den wir kurz und bündig HM nennen. Bestens gepflegte Bücher in erstklassigem Zustand, obwohl einige schon Jahrzehnte auf dem Buckel hatten (wir reden hier von Taschenbüchern, Science Fiction, Fantasy, Horror; von englischen Magazinen, die teils noch aus den 1950er Jahren stammen). Diese Sammlung war höchst fokussiert auf einen Schwerpunkt - die Science Fiction Kurzgeschichte - und das hat sie so bemerkenswert gemacht. Eine konsequente Sammlung, genauso konsequent und pedant geordnet. Man sollte gar nicht glauben, in welchen Mengen Kurzgeschichten erschienen sind. Und wie wenig die Kurzgeschichte im deutschsprachigen Raum heute geschätzt wird. Arg.
Die andere Sammlung gehört(e), nennen wir ihn AV. Diese Sammlung zeichnet sich durch eine enorme Breite aus, die weit über das Genre hinausgeht und die in ihrer Breite wiederum konsequent und in sich logisch ist. Und dieser Sammler hat wirklich alte Bücher und Raritäten und da bleibt mir immer wieder der Mund offen, wenn ich sehe, was der Mann hat - natürlich ist das Ganze materiell in dieser unserer doch eher kulturlosen Zeit nicht mehr viel wert, aber Mann! Jeder, der alte in Leder gebunden Bücher mit Goldschnitt und Prägung zu schätzen weiß, oder einen Sinn für die "Groschenromane" des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts hat, sehr, sehr schön. Eher chaotisch und nur rudimentär geordnet, das alles.
Was zeichnet eine gute Sammlung eigentlich aus - wobei "gut" ein extrem relativer Begriff ist. Aber ich sehe das so: Bei einer guten Sammlung lernt man was über die gesammelte Materie. Bei Büchern wäre das zum Beispiel - Trends und Zeitgeist in Inhalt und Gestaltung. Sieht man sich Sammlungen an, die über Jahrzehnte entstanden sind, dann lässt sich sowas durchaus erkennen. Ein überaus markantes Beispiel dafür ist für mich die Gestaltung der Heyne Science Fiction Taschenbücher, an deren Covern, Papierwahl, Innenillustrationen etc. oft genug die Entstehungszeit erkennbar ist. Jahrzehnt für Jahrzehnt.
Was diese beiden vorhin erwähnten Sammler gemeinsam haben - keiner ist so großkotzig, damit zu prahlen, wie viele Bücher sie haben/hatten - zumindest habe ich das nie erlebt. Und das zeichnet sie mich aus: Sie gehen/gingen ihrer Leidenschaft nach und haben sich mit dem beschäftigt, was sie fasziniert und interessiert hat, ohne der Welt kundtun zu müssen, wie toll sie doch sind und wie belesen und ach, was für eine Arbeit das doch ist, diese Sammlung über viele Jahre hinweg zusammenzutragen.
Blubber. Wer das Glück hatte, immer genügend Platz und Geld zur Verfügung zu haben, der hat es nicht schwer gehabt, seine Sammlung zu erweitern. Mit den nötigen Ressourcen lässt sich leicht sammeln. Das Getue ist pure Angeberei - sowas wie die Männer mit Schmerbauch und Glatze, die knallrote Sportcabrios mit fünfhundert Pferdestärken fahren. *rofl*
Sammeln ist eine Selbstbefriedigung, eine Triebbefriedigung, eine höchst egoistische Angelegenheit wie onanieren und masturbieren. Darüber redet man ja auch nicht andauernd - äh, na gut, also, wenn man mal die zahllosen einschlägigen Tumblr-Blogs hier ausklammert, dann stimmt meine Aussage, hüstel ;-)
Ich glaube, das hier ist ein hübscher kleiner Rant geworden, den ein Spinner ausgelöst hat, der seine eigene Sammlung von Büchern erwähnen musste, um sich wichtig zu machen. Es ist im Grunde eine völlig uninteressant, banale Begegnung, die ein Bekannter mit einem uninteressanten Menschen hatte - aber wie der überstrapazierte Schmetterling, dessen Flügelschlag in Europa in Japan ... bla bla bla, so haben die Äußerungen dieses Kerls bei mir den Wunsch ausgelöst, das hier niederzuschreiben.
Ich habe diesen Typen zweimal gesehen und beobachtet, aber nie mit ihm gesprochen, weil er es nichtmal für wert befunden hat, auch nur seine Augen in meine Richtung zu drehen, obwohl wir stundenlang mit zahlreichen anderen Leuten im selben Raum waren. Berechtigte Frage: Warum bin ich nicht auf diesen Menschen zugegangen? 1) Mir fällt es sehr schwer, auf mir unbekannte Menschen zuzugehen. 2) Ich meide Leute, die eine spürbar miese Aura verbreiten. 3) Ich würde mich selbst eher als misanthrop bezeichnen, meine Frau nennt mich gelegentlich "mein kleiner Autist" (dabei bin ich größer als sie, mhm), also nein, ich war nicht darauf aus, jemanden, der mich abschreckt, anzusprechen. Was soll's. Und meinstens sind mir solche Miesmuscheln ohnehin scheißegal, nur hin und wieder geht mir eine unter die Haut.
Es gibt auch noch eine zweite Konfrontation, die jemand anderer, den ich sehr schätze und den als Freund sehen würde, mit diesem Menschen erlebt hat und die sich wunderbar ins Bild einfügt und die negative Ladung dieses Menschen bestätigt. Scheißegal, aber wie der Schmetterling es will ...
Heute bedauere ich es, all die Bücher, von denen ich mich getrennt habe, nicht mehr in meinem Besitz zu wissen. Sie waren sowohl materiell wie zum Teil sicher auch inhaltlich gesehen nicht wertvoll, obwohl als Schüler mit bescheidenem Taschengeld mein Gesamtvermögen in ihren Erwerb geflossen ist.
Für mich waren Bücher mein ganzes Privat- und Berufsleben stets von elementarer Bedeutung und ich finde es jetzt und heute schade, verschiedene Bücher wie die sechs Bände der "roten Sonja" - im Grunde haarsträubend banale Fantasyromane, nicht mehr im Regal zu haben.
All die Verflossenen waren mir viele Jahre wertvoll, dann habe ich sie weggetan, weil ich sie für überflüssig erachtet habe und jetzt finde ich sie wieder wertvoll. Oh Zeiten, od Geisteshaltung.
Aber ich bin deswegen weder sauer noch vergrämt oder verbittert - nein. All das ansammeln und abstoßen von Büchern hat zum jeweiligen Zeitpunkt seine Richtigkeit gehabt und darüber zu jammern oder damit zu prahlen, was ich noch habe oder hatte, das erscheint mir dämlich.
Hm, habe ich das nicht gerade getan? Nein, ich denke nicht, weil ich weiß, was meine Sammlung für enorme Lücken hat und weil diese Bücher, zumindest so lange sie bei mir daheim sind, einfach nur einen normalen Bestandteil meines Lebens darstellen, aber nichts, worüber ich großkotzen muss.
Wollte ich wirklich prahlen, dann würde ich damit angeben, dass meine Tocher mit noch nichtmal vier Jahren mehr Bücher hat und diese eifrig auf die dafür vorgesehene Weise zu nutzen weiß (Bilder anschauen, Zusammenhänge erkennen, sich vorlesen lassen), als viele Erwachsene ihr ganzes Leben lang gelesen haben. Mal sehen, wie das beim zweiten Kind wird.
In diesem Sinne erkläre ich die Tirade hiermit beendet. Vielen Dank :-)
Montag, 8. April 2013
Autorennamen
Es gibt Dutzende Beispiele dafür, wie
Autoren verschiedene Namen benutzen, um ihre Bücher voneinander
abzugrenzen. Prominentester Befürworter ist der Meister der
Self-Publishing, J.A. Konrath, der unter diesem Namen Thriller, unter
Jack Kilborn Splatter und Horror und unter einem dritten Namen
Science Fiction veröffentlicht.
Eine mildere Version des Namensspiels
hat Iain Banks benutzt, der unter Iain M. Banks seine Thriller
veröffentlicht hat. Der Klassiker des Namesspiels ist Stephen King
mit seinem Richard Bachman. Wie gesagt, Dutzende Beispiele lassen
sich innerhalb kürzester Zeit finden. Und das Spiel mit dem
Autorennamen ist beileibe keine neue Sache, so hat schon Isaac Asimov
seinerzeit die Lucky Starr Romane erstmalig als Paul French
publiziert – und es geht noch viel weiter zurück.
Der Grund dafür ist ziemlich
einleuchtend. Science Fiction Leser mögen nicht unbedingt Horror und
umgekehrt. Leser für harte Erwachsenenbücher machen eventuell eine
Bogen um All-Age Bücher u.ä. Beispiele. Ein Autor, der unter einem
Namen erfolgreich ist, mag die Fans des einen Genres nicht irritieren
und vielleicht sogar verlieren, wenn er einen Genrewechsel vollzieht
und das unter dem gleichen Namen.
Ich frage mich, ob das mit dem
Namenswechsel aber wirklich noch notwendig ist. So lassen sich Bücher
verschiedener Genres sehr leicht durch die Covergestaltung
unterscheiden. Was auch zu bedenken ist, in den ganzen Onlineläden,
Datenbanken und auf den Websites ist ein einzelner Name durchaus
hilfreicher, weil man mit einer größeren Auswahl an Titeln in
Erscheinung tritt und wie jeder Autor weiß, je mehr Regalmeter,
virtuell oder im Laden, umso besser deine Verkäufe, um so mehr
fällst du auf. Es ist auch viel leichter, einen einzelnen Namen zu einem "Brand" zu machen als mehrere.
Ich habe bisher zwei, nein eigentlich
drei Namen benutzt. Zum einen habe ich mit einem Lautspiel meines
Namens angefangen und ursprünglich unter Alex De (da mein Nachname
mit einem D beginnt, erschien mir ein lautmalerisches De naheliegend
und kaum jemand spricht meinen Vornamen in voller Länge aus)
publiziert. Warum? Weil mir mein Eigenname als Autorenname einfach
nicht gefällt. Das ist alles. Alexander ist natürlich in Ordnung,
aber Dolezal gab es schon einige Autoren (z.B. Science Fiction und
Jugendbuchautor Erich Dolezal) und ich bin mit keinem davon verwandt.
Also, weg mit dem Nachnamen.
Das Alex De ist für mich recht witzig
gewesen, aber als Autorennamen ziemlich Scheiße, wenn man das in
einem beliebigen Online-Shop eingibt. Da erscheinen Kolonnen von
Werken, deren Autoren in der einen oder anderen Form diese
Buchstabenkombination im Namen haben.
Meine Überlegung ging dann weiter,
eben aufgrund der empfohlenen Genretrennung und so habe ich zwei
andere Namen kreiert. Alexander Ater, dessen Nachname soviel wie
Schwarz bedeutet, sollte der Horrorautor werden. John Aysa sollte die
Science Fiction und Fantasy schreiben. Englisch klingendes Pseudonym
deshalb, weil ich – derzeit noch nur als Gedankenspiel – sehr
wohl an Übersetzungen denke.
Ich habe die beiden Namen jetzt einige
Monate in Verwendung und meine Erkenntnis ist ein wenig anders als
die von J.A. Konrath: Zwei Namen sind problematisch. Zum einen
erscheint nur ein Teil der eigenen Werke, wenn man gezielt nach dem
Namen sucht. Zum anderen taucht die Frage auf, welcher Name bekommt
welches Werk. Das passiert, wenn man es mit dem Genre nicht so genau
nimmt und immer wieder die Grenzen verlässt. Ist ein
postapokalyptischer Splatterromane jetzt mehr Horror oder pure
Science Fiction? Beide Namen als Autor – das habe ich gemacht, um
die beiden zu verbinden – ist eigentlich Schwachsinn.
Für mich selbst bleibt die Erkenntnis,
dass einer der Namen weg muss, weil diese Unterscheidung
kontraproduktiv ist. Alexander Ater zieht sich somit in den Ruhestand
zurück und übergibt seine Werke an John Aysa. Heißt, ich werde in
den nächsten Wochen die Ater eBooks zurückziehen und unter neuem
Namen neu rausbringen.
Für mich ist es immer wieder eine zum
Teil irritierende Erkenntnis, wie viele Dinge man lernen muss, worauf
man alles Rücksicht zu nehmen hat, wenn man das Schreiben ernsthaft
betreiben will und wenn man sich hauptsächlich mit Self-Publishing
beschäftigt.
Ist aber auch im Verlagswesen nicht
anders. Ini Lorenz, Autorin der Wanderhure, ist ja auch ein
Pseudonym, das des schreibenden Paares. Ihr letzter Roman wurde vom
Verlag unter einem komplett anderen Namen veröffentlicht, was Ini
Lorenz erst erfahren hat, als die Belegexemplare eingetroffen sind.
Der Verlag will einfach einen neuen Star aufbauen (Zumindest so
lautet die Geschichte, wie sie mir erzählt wurde).
Das ist, wenn in dieser Form korrekt,
meiner Meinung nach eine überaus unsympathische Vorgehensweise, da
ich als Autor eigentlich das Recht haben sollte, mir den Namen
auszusuchen, unter dem meine Werke erscheinen. So gesehen ist das
unabhängige Herumspielen schon befriedigender, auch wenn es für
Irritationen sorgen kann und eine Menge Lernstoff bereithält.
Das ist natürlich nur ein Beispiel.
Für andere Autoren mag es sehr wohl funktionieren, mit vielen Namen
herumzuspielen, oder schlicht und einfach beim Eigennamen bleiben.
Für mich hat der Eigenname nicht den richtigen Klang gehabt und es
hat ein paar Versuche gebraucht, bis ich letztlich bei einem simplen,
englisch klingenden Namen gelandet bin, der leicht zu merken ist und
hoffentlich jede Menge Potential hat: John Aysa.
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