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Montag, 23. Juni 2014

Das Online-Imperium Festa und was man als Autor daraus mitnehmen kann

Ich bin durch ein Leserposting auf meiner Website auf die Idee gekommen. Ist beknackt, aber lustig, weil es einen Verlag betrifft, dessen Programm ich sehr schätze und - wie ebenfalls in dem Dialog auf der Website erwähnt - ich die Festa Extrem Reihe für eine großartige Angelegenheit halte.

Außerdem gibt es ja ein neues Festa-Imprint - Deltus.de. Das ist auf SciFi und Fantasy spezialisiert - und hier sind auch die Zombiebücher gelandet, die man bei Festa vermissen könnte!!! Also für Horrorleser wie mich ebenfalls nicht zu verachten.
Und - KAIJU!!! Die bringen KAIJU Romane raus, wie geil!
.
Also, das Imperium Festa hat tatsächlich sage und schreibe 11 verschiedene Webauftritte:

Festa Verlag
-- die Website
-- der Festa eBook-Shop
-- Festa bei Facebook (gigantische Zahl von Fans, da wird sich Deltus.de plagen müssen, um auch nur annähernd an diese Zahl zu kommen)
-- Festa bei Google + (wobei da nicht ganz klar ist, ob das was wird, was aber vorläufig egal ist, da G+ wirklich nie in Fahrt kommt und wer weiß, ob das überhaupt bleibt ...)
-- Festa bei Twitter
-- Festa bei Pinterest (noch im Aufbau begriffen, noch nicht das ganze Programm dort) man sehe sich bitte die einzelnen Programmordner an - wie großartig die Cover gehäuft aussehen, das gefällt mir richtig gut)

Deltus.de
-- die Website (nach dem selben Prinzip aufgebaut wie die Festa-Site, was Sinn macht)
-- Deltus.de bei Facebook (noch in den Anfängen und hier sieht man auch schon, wie viel schwerer es ist, Science Fiction Leser zum posten/kommentieren zu bewegen als Horror-Leser)
-- Deltus.de bei Twitter (ist nicht so mein Ding, das Twitter-Zeug)
-- Deltus.de bei Tumblr (Tumblr ist in mancher Beziehung besser als Facebook)
-- Deltus.de bei Pinterest (sehr nett, das wird schon ...)

Allein die schiere Masse an Auftritten finde ich wahnsinnig. Aber gut, das muss wohl so sein, wenn man - in Teilen sicher notwendig - auf das althergebrachte, ohnehin zerbröselnde System des Buchhandels verzichten muss/will/soll. Was davon ist allerdings für einen Autor brauchbar?

Tumblr ist meinem Dafürhalten nach weit benutzerfreundlicher als FB. Es ist gwöhnungsbedürft, wohl keine Überraschung, aber man hat weit mehr Möglichkeiten mit dem Layout zu agieren, man kann fett und kursiv schreiben, man kann Links in Text einbetten, alles sehr praktisch.

Das Teilen funktioniert recht einfach und auch die Suche ist viel befriedigender. Tumblr ist stark bildlastig und eher weniger kommentierfreudig.Ich habe ein paar Feeds abonniert (Keene, Gaiman, Barker, etc...) mir einmal die Admin-Bereiche angesehen, mich aber bisher nicht dazu überwinden können, für mich selbst sowas einzurichten, obwohl es mir gefällt.

Pinterest ist ein reines Bilderspiel. Man postet und teilt Bilder, organisiert sie nach Belieben in Ordnern und hat 499 Zeichen Platz, um zu kommentieren. Das Spiel hat seinen Reiz - siehe die optische Wucht der Festa Ordner. Ein sehr nettes Spiel.

Bei beiden Gemeinschaften habe ich den Eindruck, dass es nicht so einfach ist, an Fans ranzukommen und man sehr viel Geduld braucht, um Follower zu sammeln. Außer natürlich, man hat einen Porno-Tumblr, dann geht das vermutlich sehr flott ;-) 

Was mich angeht, einen Tumblr einzurichten das reizt mich im Moment einen Tick weniger, als das Pinterest-Ding. Das gefällt mir sehr gut. Beides ist eine Frage der Zeit, eigentlich sollte ich ja schreiben. Ob man als Autor aus all dem Nutzen ziehen kann, weiß ich einfach nicht. FB hat sich für mich schon mehrmals als nützlich erwiesen, auch wenn ich phasenweise wenig hinschaue und gar nicht so oft Kommentare bekomme oder kommentiere.

G+ erscheint mir schlicht und ergreifend tot und außer automatisch Postings aus dem Blog dorthin zu verlinken, tue ich eigentlich nicht viel. Da bin ich ziemlich enttäuscht, weil ich eigentlich gehofft hatte, das würde sich als würdiger FB- Konkurrent bzw. in weiterer Folge sogar als FB-Ersatz eignen.

Wieweit eine Bilderseite für einen Schreiber wichtig/nötig/hilfreich ist, puh, das abzuschätzen tue ich mir schwer. Tumblr ist langfristig sicher brauchbar, das denke ich durchaus. Twitter, das ist eine gemischte Sache. So ganz ist diese Kurznachrichten-Geballere nicht mein Fall, aber für andere funktioniert Twitter wunderbar, Michael Marcus Thurner zum Beispiel.

Ein Blog neben einer Website macht vermutlich auf den ersten Blick mehr Sinn. Man muss nur die Inhalte aufteilen, alles doppelt zu führen ist fad und interessiert Leser, die man mal für sich gewonnen hat, vermutlich weniger. Verweisen von Blog auf Website und umgekehrt ist hingegen sehr ok.

Ach ja, da ist ja auch noch Xing ... ha ha ha, fuck it. Von den anderen Möglichkeiten, die es noch gibt, habe ich nichts ausprobiert.

Gut, also das mindeste was ein Autor braucht ist eine Website - mit Newsletter (sollte man ausprobieren, kann man ja bei mangelndem Erfolg wieder lassen) - und/oder einen Blog. FB, man kann auch ohne, da gibt es genügend Beispiele. Der sonstige Kram - das ist eine sehr persönliche Angelegenheit.

Ausprobieren sollte vermutlich alles, mit viel Geduld wenigsten 1, besser wahrscheinlich 2 Jahre betreuen und dann schauen, was unterm Strich rauskommt. Die Zeit dafür zu erübrigen ist eine ganz andere Sache, wird sich nicht immer ausgehen. Aber nur FB erscheint mir nicht sinnvoll. Aber mal schauen.

Viel Erfolg beim ausprobieren!
John

NACHTRAG: beim Teilen dieses Beitrags nach G+ hat sich der Scheiß aufgehängt und ich musste es mehrmals probieren, ehe das geklappt hat. Also, G+ ist wirklich eine eher irgendwie unglückliche, holprige Sache ... außer man heißt wohl Wil Wheaton oder Andreas Eschbach ;-)


Sonntag, 30. März 2014

Meine Schreibwerkstatt

Ich möchte in loser Folge ein wenig über meine Sicht, sprich – eine sehr subjektive Sicht – des Schreibens und diverser, damit im Zusammenhang stehender Befindlichkeiten, plaudern.
Diverse Begriffe, die zur Anwendung kommen, sind entweder Variationen gebräuchlicher Bezeichungen oder ich habe sie mir komplett aus den Fingern gezogen.

Das Unterfangen trägt den simplen Titel: Meine Schreibwerkstatt

Eine grobe thematische Ausrichtung für die diesbezüglichen Blogeinträge – thematische Abweichungen und Änderungen in der Abfolge bis zum Ausfall eines Beitrags -  vorbehalten – wäre jetzt zu Beginn und nach Plan diese:
  • - Formen der Trilogie
  • - Funktionen der Trilogieromane
  • - Arten des Schreibens
  • - Eigenheiten des “Fucked Future” Universums
  • - Die explodierte Trilogie – das Universum
  • - Spezialfall "Shared Universe"
Bei Leserinteresse plane ich weitere Beiträge – mal schauen, wie sich die Sache entwickelt.

Der erste Beitrag nennt sich FORMEN DER TRILOGIE und findet sich auf meiner Website.

Ich habe beschlossen, die Werkstatt dort anstatt hier im Blog einzurichten. Erschien mir irgendwie passender. Mal sehen, ob ich die Artikel später auch hierher setze, aber das wird, wenn überhaupt, noch ein wenig dauern. Zuerst möchte ich ein paar davon schreiben. 

Keine Sorge, auch der Blog wird weiterhin betreut, aber ich möchte doch hier und dort unterschiedliche Inhalte anbieten.

Dienstag, 7. Januar 2014

News zum Schreiben

Ein Auszug eines Postings auf meiner Website - zur Gänze -> hier zu lesen.

Der zweite Roman rund um She wird Prinzessin: Armee der Finsternis heißen. Erscheinungstermin ist für Mai 2014 vorgesehen, heißt, ich tippe mir schon die längste Zeit die Finger wund. Zum Buch selbst – es wird einen Tick umfangreicher als der erste Band und komplexer.

Prinzessin war auf wenige Personen konzentriert – gerade mal She und ihre Gegenspieler. Der zweite Band wird einen breiteren Einblick in die devastierte Welt der Heldin bieten. Nicht weniger hart und freizügig, aber mit mehr handelnden Figuren, komplexer in der Geschichte. Die Welt hat viele faszinierende Schrecken zu bieten und ein paar davon wollen wir auf dieser Reise erkunden. Das braucht mehr Platz und mehr Personal … und die Wiederkehr einiger alter “Freunde”. Macht unheimlich Spaß, an dem Ding zu arbeiten.

Die Romane und Erzählung(en) rund um She gehören ins “Fucked Future Universe“, in dem dieses Jahr auch eine Geschichte namens “Drool” erscheinen wird, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit She steht, aber … naja, selbst lesen, wenn das Ding draußen ist. In welcher Form sie kommen wird, weiß ich noch nicht.

Was gibt es noch? Voraussichtlich im Jänner erscheint im Visionarium, einer Wiederbelebung des Pulp-Magazins, ein ehrgeiziges Projekt der Edition Gwydion, eine Erzählung von mir, eine Science Fiction Story mit dem Titel Ein strahlend schöner Morgen: Einige Jahre in der Zukunft, ein lebensgefährlich heißer Tag und einigen Personen geschehen unschöne Dinge …

Ich arbeite an zwei – noch ohne Titel – Kurzromanen, die ebenfalls dieses Jahr rauskommen werden, Frühsommer, Spätsommer/Herbst, meine Schätzung. In einem Bändchen gibt es eine Menge Tentakel Wink.

Wenn alles so läuft, wie es soll, geht sich für Spätherbst noch ein Thriller aus – nein, keine weichgespülte Geschichte, sondern ein beinharter, blutiger, brutaler Roman mit einer Geschichte, die so trivial, verdreht, bizarr und abartig ist, wie es Menschen sein können … Titel habe ich noch keinen. Es stehen die Grundidee und ein paar Entwürfe für Szenen.

Freitag, 10. Mai 2013

und schon wieder

Und schon wieder ist mir die Zeit zwischen den Fingern verronnen und ich stelle fest, mein letzter Blogeintrag liegt schon viel zu lang zurück. Wie zum Teufel ist das schon wieder passiert? Mal überlegen.

Genau, ich wollte ursprünglich was über den Sinn und Nutzen von Normseiten schreiben, besonders wenn man Self-Publisher ist und feststellt, wie die geschätzte Seitenzahl, die Amazon oft anführt, danebenliegt. Ich wollte schreiben, dass das beste Mittel dagegen ist, die Normseitenzahl des Buchmanuskripts bei der Inhaltsbeschreibung anzuführen. 30 Zeilen, jeweils 60 Zeichen, wobei auch die Leerzeichen mitgezählt werden. Das ist eine Normseite und die ist als Grundlage für allerlei Berechnungen maßgebend.

Darüber wollte ich schreiben. Dabei habe ich mich aber verzettelt und nach einige Stunden fluchend aufgegeben, weil ich vom hundersten ins tausendste gekommen bin und der Beitrag hoffnungslos durcheinandergeraten ist.
Danach habe ich hin und her überlegt, einen Tag nach dem anderen, wenn ich zwischendurch nicht darauf vergessen habe, hmpf. Das passiert mir gelegentlich.

Nachdem ich mein Manuskript für den letzten Roman noch nicht vollständig zur Korrektur von meiner Lektorin zurückbekommen habe, bin ich kurz entschlossen darangegangen, den nächsten Roman in Angriff zu nehmen. Wird eine düstere Geschichte.

Vor ein paar Tagen hat ein Treffen mit einem Bekannten dafür gesorgt, dass meine Pläne für die nächste Zukunft gründlich geändert wurden. Langfristig und im positiven Sinn, soweit ich das aus heutiger Sicht beurteilen kann. Noch kann und will ich darüber nichts ausplaudern, das folgt noch ... vielleicht ;-)

Gestern hat mich eine ganz böse Kopfschmerzattacke lahmgelegt, auch da wurde nichts daraus, einen Blogeintrag zu schreiben. Heute sitze ich vor dem PC, grüble über die bevorstehenden Änderungen, arbeite an meinem neuen Roman, bin bei allem, was ich tue, einen Tick unkonzentriert und langsam - der gestrige Tag wirkt noch nach und habe vor wenigen Minuten festgestellt, dass ich immer noch keinen Blogeintrag zusammengebracht habe.

Darum schreibe ich heute schlicht darüber, wie es passieren konnte, dass ich es nicht geschafft habe, trotz viel Willen, einen verdammten, interessanten, hilfreichen Blogeintrag zu schreiben. Und wenn jetzt einer glaubt, das ganze Klagen und Jammern hat gerade geholfen, meinen Kopf zu klären und ein Thema für einen neuen Eintrag zu finden, der irrt. Nichts da.

Darum höre ich jetzt einfach auf, mich darüber zu beklagen und hoffe, mir fällt in den nächsten Tagen wieder was ein, um einen sinnvollen neuen Bloogeintrag zustande zu bringen. Bis dann!

Sonntag, 13. Januar 2013

Wie schreibe ich einen Bestseller

Gar nicht. Das Publikum entscheidet, ob dein Buch ein Bestseller wird oder nicht. Wenn du einen Verlag hast, der dich pushen will, dann kann das wirken. Oder auch nicht. Ich habe Buchhändler gelernt. Ich habe viele Jahre im Buchhandel gearbeitet. Ich habe mehr gescheiterte als erfolgreiche Versuche gesehen, ein Buch zu pushen.

Für ein Sakrileg gibt es zwanzig versenkte Versuche, diesen Erfolg zu wiederholen. Für einen John Grisham gibt es hundert Thrillerautoren, die nach dem zweiten Buch nicht mehr erscheinen, weil sie floppen. Für einen George R. R. Martin gibt es hunderte Autoren, die kommen und gleich wieder gehen. Das Parfüm, Die Vermessung der Welt, derartige Erfolge gibt es nur alle paar Jahre und sie verzerren die Wahrnehmung. Weil sie außergewöhnliche Ausnahmen sind.

Was wir als Leser sehen, ist nur die Spitze eines Eisberges. Allein im deutsche Raum sind derzeit rund eine Million Titel im Verkauf – nur von Verlagen, wohlgemerkt. Self-Publishing ist da gar nicht mitgezählt.

Wie viele Bücher erscheinen jedes Jahr, die zum Bestseller werden? Das lässt sich an den Fingern einer Hand abzählen. Und wie viele dieser Erfolge sind den Lesern auch noch nach etlichen Jahren geläufig? Noch weniger. Jaja, Donna Leon oder der unerträgliche Paolo Coelho. Solche Erfolge sollte man nicht als Beispiele heranziehen. Da spielen zu viele Faktoren mit.

Das fängt beim verrückten Spiel mit den Rechten an (das bei beiden Autoren eine ganz eigene Sache ist) und endet damit, dass der Verlag jedes Jahr mit dem neuen Titel ein Paket mit der Backlist in die Läden drückt. Und wie dann die Remissionsquoten aussehen, ist auch eine andere Geschichte. Zumindest war das bei Band 16 von Donna Leon noch so.

Aber wenn wir das Niveau heben und von Büchern wie Hundert Jahre Einsamkeit oder Der Name der Rose anfangen, wird die Luft schon sehr dünn. Und … äh, worauf wollte ich damit hinaus?

Ah, genau. Also, wenn du dein Buch schreibst, denk nicht daran, ob es eine kommerzielle Idee ist oder nicht. Kommerziell sind die wenigsten Ideen. Das Buch mit den fünfzig Grauschattierungen ist ursprünglich nichts weiter als Fanfiction für den Twilight Wahnsinn gewesen – und Fanfiction ist von Natur aus nicht kommerziell, darf es gar nicht sein. Es hat nur zufällig einen Nerv getroffen, der sich im überaus unsympathischen Begriff des Hausfrauenporno niederschlägt.

Die meisten Ideen sind ausgelutscht und schon x-fach vorhanden. Du bist Autor, verdammt. Schreib die Scheiße, die dir eingefallen ist, schreib sie so gut wie du kannst und hau den Stoff auf den Markt. Zum Thema der Ideen habe ich → hier etwas geschrieben. Ob dein Text ein Bestseller wird oder nicht, entscheidet das Publikum. Das hat nicht viel mit Qualität zu tun. Du triffst den Nerv der Leser oder nicht.

Bestseller? Ist toll, wenn er gelingt. Keine Frage, welcher Autor wünscht sich nicht den Roman, der bei Erscheinen schon eine halbe Million Vorbestellungen hat, während der Verlag zwei Wochen nach Erscheinen die sechste Auflage vorbereitet. Nur verpufft dieser Effekt gewaltig, wenn keine Backlist vorhanden ist, die immer schon gut gegangen ist, oder jetzt einen gewaltigen Push erlebt.

Auch nutzt der Bestseller nichts, wenn ich nicht im Folgejahr den nächsten Titel anbieten kann. Und im Jahr darauf den nächsten, und so weiter. Alle paar Jahre ist zu wenig. Die Ausnahmefälle sind genau das, Ausnahmen, die diese Regel bestätigen.

Mal abgesehen davon, ein Bestseller ist eine überaus kurzlebige Angelegenheit. Wenn im Jänner und Februar der Vertreter die Buchhandlungen bereist, hat er das Verlagsprogramm für die nächsten sechs Monate bei sich. Da sind die geplanten Bestseller mit dabei. Sechs Monate! Im Juni und Juli reist der Vertreter wieder in die Buchhandlungen und hat das Programm für die nächsten sechs Monate dabei. Wieder mit den Bestsellern für das kommende Halbjahr.

Wie entsteht der Bestseller? Der Verlag schaltet massenhaft Werbung. Die Vertreter schildern, wie viel der Verlag für den Autor und das Buch tut, wie viel Geld in die Werbung gesteckt wird, wie sehr alle Leute im Verlag von dem Buch begeistert sind, was für ein Ausnahmetitel das ist und wie hoch die Auflage sein wird und welch tolle Konditionen es für das Buch gibt, wenn der Buchhändler mindestens eine halbe Palette von dem Titel nimmt, selbstverständlich mit Remissionsrecht und Dekomaterial ohne Ende.

Und für die große, große Kette gibt es finanzielle Unterstützung, wenn das Buch im besten Regal landet. Tja. Über die große, große Kette und all die Dinge, die sie horrend falsch macht, um damit ihren Niedergang einzuleiten, könnte man sehr viel und sehr ausführlich schreiben. Will ich aber nicht – jetzt zumindest.

Was macht der Buchhändler? Er nimmt die halbe Palette, vielleicht sogar eine ganze Palette. Es könnte ja sein, das Buch wird wirklich ein Renner und den nicht auf Lager zu haben, das geht gar nicht. Der Berg Bücher wird prominent im Schaufenster ausgestellt, bei der Kassa, am besten Verkaufsplatz, überall.

Nun gut. Das Buch ist in jeder Buchhandlung zu sehen und so wird dem Titel Wichtigkeit beigemessen (noch ist Offline für die Millionenseller einen Tick wichtiger als Online). Haben die Beteiligten Glück, funktioniert das Spiel und das Buch verkauft sich tatsächlich gut. Wenn nicht, hat der Verlag einen mittelprächtigen Abschreibposten.

Was also macht der Buchhändler, wenn der Vertreter nach sechs Monaten wieder kommt und der Bestseller des Halbjahres gefloppt ist? Er schickt alles zurück. Die ganzen gepushten Bücher. Den Spitzentitel, und die begleitenden Werke. Was behält er? Die soliden Verkäufe. Das sind die Titel, die weder gepusht worden sind, noch totale Sitzenbleiber, sondern kontinuierlich ihren Abnehmer finden, ganz von allein. Bücher, die sich die Kunden alleine finden, Bücher die keine Arbeit machen.

Buchhändler und Verlage brauchen Bücher, die sich drehen, heißt, die eine gewisse Anzahl von Verkäufen im Jahr schaffen, um im Sortiment zu bleiben. Bei weniger Verkäufen muss das Buch raus, weil es wertvollen Platz in Anspruch nimmt, aber nicht genug Geld macht. Buchhandel ist ein Geschäft, in dem es um Geld geht und wenn die Manager in den Verlagen und Ketten aus dem Drogeriehandel oder sonstwoher kommen und einen Scheiß über Bücher wissen, weil sie auch Schrauben verkaufen könnten, weil Bücher sie nur als statistische Umsatzwerte kümmern, dann … nun.

Die Bücher, die sich mehrere Jahre solide genug verkauft haben, um im Druck und Sortiment zu bleiben, kommen unterm Strich auf durchaus beeindruckende Zahlen. Vielleicht nicht auf so massive Zahlen wie der gepushte Bestseller, der im Jahr seines Erscheinens eine Million verkauft. Aber der Millionenseller wird ein paar Jahre später zur stinknormalen Backlist oder gar zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft sein, den man, wenn überhaupt, nur dann wieder auf Lager nimmt, wenn der Autor ein neues Buch rauswirft und die ganze Verwertungskette versucht, diesen Erfolg zu wiederholen.

Der Backlist Titel hingegen geht und geht und der Autor bringt ein neues Buch raus und all die Leser, die jahrelang die Backlist erworben haben, nehmen dann auch das neue Buch mit und wenn es ältere Titel gibt, dann werden die auch verlangt und landen dank der Nachfrage im Regal. Damit schleppen die Dauerbrenner auch ältere Titel mit, die durchaus wieder im Verkauf zulegen können – kontinuierlich, das ist das Zauberwort.

Mit Büchern Erfolg zu haben ist in der Regel ein Marathonrennen, kein Sprint.

Bücher, die von Lesern an Leser empfohlen werden, verkaufen sich kontinuierlich. Das sind nicht unbedingt die Titel, die von den Medien suggeriert werden. Nicht die Titel, die sich die Verlage wünschen. Es sind jene Titel, die den Lesern unterm Strich am Besten gefallen. Die Titel, über die sich die Leute in Lesezirkeln und Foren austauschen, die Bücher, die dort empfohlen werden. Oder in der Verwandtschaft, im Freundeskreis, in Schulen, Büros, wo auch immer.

So kommen vor allem jene Autoren zum Zug, die nicht nur einen Bestseller haben, sondern mehrere Titel anbieten können. Sei es ein Zyklus, seien es unabhängige Romane, das ist schon fast sekundär. Wenn der Autor - reell oder virtuell – ein ganzes Regal voll hat mit Titeln, die er präsentieren kann, dann hat er gewonnen.

Irgendeines seiner Bücher wird immer empfohlen, irgendeines wird immer gekauft und irgendwer findet immer genügend Gefallen an dem Werk, um gleich einen oder mehrere andere Titel dieses Autors zu erwerben – der Mensch ist nun einmal ein Gewohnheitstier. Deshalb gibt es vor allem bei der Fantasy derart viele Zyklen.

Ob in der Buchhandlung oder im Onlineshop, je mehr Platz du im Regal beanspruchst, umso mehr werden dich die Leser wahrnehmen. Ein unbekannter Autor mit zwei, drei Titeln wird wohl kaum den Zuspruch finden, den der gleich unbekannte Autor bekommt, der jedoch zehn Titel anbieten kann. Allein das Angebot suggeriert dass er erfolgreicher ist.

Dann kommt ein typisches Klischee und Vorurteil zum Tragen: Mehr Titel im Angebot, damit muss er wohl besser sein, also den muss man ausprobieren. Wenn das klappt, verkauft man ein Buch mehr. Und das wiederholt sich, wieder und wieder und wieder.

Genau diese Autoren, führt der Buchhändler stets im Regal. Die Autoren, der sich von selbst verkaufen, ohne dass man irgendwas dafür tun muss. Deren Titel wiegen unterm Strich mehr in der Kassa als der Bestseller, der im nächsten Jahr weg vom Fenster ist.

Alle lieben Bestseller, besonders wir Autoren. Wir bekommen einen lächerlichen Vorschuss – wenn wir beim einem Verlag publizieren (ich habe u.a. seit einem Jahr einen Roman bei einem Verlag liegen, der nach etlichem hin und her im Frühjahr 2013 erscheinen soll – die Wirrnisse zu diesem Buch wären eine eigene Geschichte wert), und wir bekommen eine lächerliche prozentuelle Beteiligung am Verkauf, beim eBook mehr als bei Print.

Ein Bestseller spült Geld in die Kassen und wir können für den nächsten Titel einen höheren Vorschuss verlangen, eine höhere Beteiligung. Hurra, wir verdienen Geld, endlich. Wir haben allerdings auch ein enormes Risiko zu tragen, denn wenn das nächste Buch nicht so gut klappt, dann sind wir entweder sofort weg vom Fenster oder das übernächste Buch stellt die letzte Chance dar.

Hilft mir ein Bestseller in meinem Genre? Klar, weil der Buchhändler dann ähnliche Titel empfehlen kann. Fast jeder Bestseller hilft einer mehr oder weniger großen Gruppe anderer Bücher auf die Sprünge. Wie ich oben schon geschrieben habe – der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gefällt ihm ein Buch gut, will er etwas Ähnliches nochmal lesen.

Will ich einen Bestseller haben? Ja, klar. Aber ich hätte vorher gerne ein paar Titel auf dem Markt. Ob sie jetzt gehen oder nicht, das ist beinahe egal. Der Bestseller pusht sie und damit habe ich eine gut gehende Backlist auf der ich aufbauen und mir ein Publikum sichern kann.

Funktioniert das online auch so? Klar. Ist dasselbe Prinzip, mit ein paar Abweichungen. Dort funktioniert diese Show über das »Kunden, die dieses Buch gekauft haben, haben auch ...« System. Und über die Kundenbewertungen. Das ist im Grunde nichts anderes. Es ist eine, sagen wir mal, technisch bedingte Variation des klassischen Systems, mehr nicht.

Kann ich Backlist und treue Leser auch ohne Bestseller gewinnen? Selbstverständlich, keine Frage. Die meisten Autoren, die sich über Jahre im Geschäft halten, haben auf diese Weise ihre Leser gefunden. Was haben sie gemacht? Sie haben geschrieben. Geschrieben, geschrieben, geschrieben. Sie haben sich mit jedem Buch verbessert, und sie haben viele Bücher geschrieben. Sie haben das getan, was Autoren vorrangig tun müssen, um abseits der Bestsellerlisten zu bestehen. Sie haben sich ihren Regalmeter gesichert.

Wie schreibe ich einen Bestseller? Gar nicht. Ich schreibe ein Buch, so gut ich es kann. Ich publiziere es, wobei es scheißegal ist, ob als eBook oder im Print oder beides. Beides ist der Idealfall, aber egal. Habe ich einen Verlag hinter mir, geht vieles einfacher, vieles jedoch nicht.

Mein Roman, der beim Verlag liegt, ist als Trilogie konzipiert. In der Zeit, die es dort liegt und auf Publikation wartet, hätte ich schon den zweiten Band schreiben können. Ich bin vertraglich verpflichtet gewesen, ein weiteres Buch zu denselben Kondition anzubieten. Das habe ich getan. Aufgrund der bizarren Umstände des Projekts und weil es naturgemäß keine Verkaufszahlen zum ersten Buch gab, hat der Verlag den zweiten Band abgelehnt, was in diesem Fall nicht sehr schmerzt, weil ich letztendlich dadurch nur gewinnen kann. Und ich bekomme die Rechte am ersten Band in absehbarer Zeit zurück.

Was ich damit sagen will, so viel einfacher wird die Sache mit einem Verlag nicht zwangsläufig, obwohl ich auch durchaus positive Erfahrungen mit Verlagen gemacht habe. Hast du keinen Verlag hinter dir, läuft die Sache auch nicht so viel anders. Du schreibst dir die Finger wund und publizierst. Ein eBook rauszubringen ist inzwischen relativ einfach, Print ist etwas tückischer. Aber du schreibst. Du verdienst damit herzlich wenig Geld, aber du schreibst. Marathonlauf!

Du schreibst, besetzt Regalmeter in den Online-Shops und schreibst. Du hast eine Website, einen Blog, bist bei Facebook und Google+, vielleicht noch bei Twitter und du tauchst gelegentlich in dem einen oder anderen Forum auf, das sich mit Büchern beschäftigt, wie du sie schreibst. Genau das machst du als Independent Autor. Du postest lustiges Zeug, tiefgründige Sachen, was auch immer zu dem Image passt, das du transportieren willst, wie auch immer du dich darstellen möchtest.

Du streust immer wieder Hinweise auf deine Bücher ein, postest hier eine Link, da eine Leseprobe, verkündest den Fortschritt beim Entstehen deines neuen Buches und so weiter. Was dir alles einfällt. Du wirst mit Infos über deine Werke nicht spammen. Das ist tödlich.

Wenn ich von mir ausgehe, ich entfreunde Leute, die nichts anderes tun als täglich mehrmals auf ihre Bücher hinzuweisen. Ich gebe ein Gefällt mir oder ein Plus, wenn mir etwas gefällt, manchmal kommentiere ich. Ich poste allerlei Dinge, von Texten wie diesen bis zu YouTube Videos bis zu blöden Sprüchen, die zu mir und dem Image passen, das ich von mir sehen will.

Wenn alles gut zusammenspielt, baue ich so eine Leserschaft auf. Langsam, geduldig. Die Sache dauert ein paar Jahre und benötigt viele, viele Bücher. Ein Brotjob ist in dieser Zeit unerlässlich. So oder ähnlich läuft das als Independent Autor.

Und wie sieht es als Verlagsautor aus? Überraschung – genau gleich! Bist du ein Bestsellerautor wie Andreas Eschbach, kannst du deine PR-Aktivitäten etwas einschränken. Eschbach beschränkt sich auf Google+ und postet vorwiegend zu politischen, gesellschaftlichen oder technischen Themen. Er hat eine riesige Gemeinde von Leuten, die seinen Postings folgen, bei Google+ eine beachtliche Leistung. Google+ ist ungleich höher im Niveau als Facebook, aber schwerer zu knacken.

Sieh dir mal an, was SF Autor John Scalzi macht. Sein Blog ist einer der erfolgreichsten Autorenauftritte überhaupt. Er ist ein Meister der Selbstdarstellung – der genialen, überaus sympathischen Selbstdarstellung. Er ist ein Verlagsautor, der unglaublich viel PR für sich selbst macht. Wenn man einen Lehrgang für Online-Werbung für sich selbst besuchen wollte – John Scalzi ist der perfekte Lehrer.

Abgeschweift, sorry. Zurück zum Bestseller. Zu sagen, ich will nicht mit meinem ersten Buch einen Bestseller landen, ist verrückt. Wenn du die Disziplin und die Fähigkeit hast, in schneller Folge, also jährlich, ein Buch im selben Umfang, auf dem selben Niveau zu schreiben, dann gratuliere.

Bestseller sind Sprints. Sie dauern durchschnittlich sechs Monate, dann ist das Spiel gelaufen. Sprint folgt auf Sprint. Longseller sind Marathonläufe. Das ist keine aufregende Angelegenheit, aber du bist wirklich lang im Rennen und am Ende ist deine Leistung größer als die des Sprinters.

Du kannst keinen Bestseller schreiben. Ein Bestseller passiert. Du schreibst ein Buch, so gut du es kannst. Du bewirbst das Buch, so gut du es kannst. Du kümmerst dich darum, gleich das nächste Buch in Angriff zu nehmen. Wieder und wieder. Bis du deinen Regalmeter gefüllt hast. Und wenn dir das gelungen ist, nimmst du den nächsten Regalmeter in Angriff.

Alle sechs Monate kommt der Vertreter in die Buchhandlungen und präsentiert das Programm des nächsten halben Jahres, darunter die Bestseller der nächsten Saison. Kümmere dich nicht darum. Du hast einen Marathon zu absolvieren. Schreibe.

Donnerstag, 22. November 2012

Film: Skyfall

Skyfall ist die Rückkehr von James Bond zu seinen Wurzeln. Soviel kann man sagen, ohne den Film für jene, die ihn noch nicht gesehen haben, durch Spoiler zu ruinieren. Er kehrt zurück in vertrautes, modern adaptiertes Gelände und das ist elegant und gewitzt inszeniert.

Skyfall ist hervorragend inszeniert und bietet großartige Action, die bis an die Grenzen der Absurdität geht, ohne jemals auszurutschen. Der trockene Witz, den der Film streckenweise versprüht, tut ein übriges. Sam Mendes und sein Kameramann fangen elegante, von Kontrasten geprägte Bilder ein, das ist sicher der mit Abstand eleganteste Bond, was die Inszenierung betrifft.

Thomas Newman hat einen ausgezeichneten Score komponiert und auch das Titellied von Adele ist überraschend gut (die mir bis dahin kein Begriff war).

Skyfall wartet mit einem der interessantesten Antagonisten aller Bond Filme auf. Einem überaus menschlichen Bösewicht, geplagt von menschlichen Begierden und Leidenschaften, einem Bösen, der zur Abwechslung nicht nach Weltherrschaft strebt und in einer cleveren Referenz als Hannibal Lecter inszeniert wird. Javier Bardem ist geradezu entzückend in dieser Rolle. Bemerkenswert - die Motive des Antagonisten lassen sich nachvollziehen.

Wie gesagt, das interessanteste an diesem Bond darf man nicht erzählen, sonst ruiniert man den Film für jede Menge Zuseher, die, sofern sie ein wenig mit den Bondfilmen vertraut sind, unheimlich viel Spaß an den Zitaten, Anspielungen und Referenzen haben, die der Film, der die Serie geradezu rebootet, parat hat. (hm, ein etwas verschachtelter Satz)

Skyfall ist der cleverste Bond Film seit einer Ewigkeit. Im großen und ganzen gibt es nicht viel mehr dazu zu sagen. Den Film jetzt in allen Details zu Tode analysieren ist sinnlos – James Bond ist Actionkino, Entertainment. Witzig, technisch perfekt, überaus unterhaltsam. Darauf kommt es an.

Ach ja, die deutsche Synchronisation lässt einiges an Wortwitz und Stimmung vermissen. Wenn möglich, in Original schauen.

Soweit meine Meinung.

Donnerstag, 30. August 2012

Die Idee

Woher kommt sie? Wann kommt sie? Was passiert? Oder andersrum gefragt, wie entsteht eine Geschichte?
Am Anfang steht ein Gedanke. Ein Bild. Ein Geruch. Ein Artikel in einem Magazin. Irgendetwas, das plötzlich da ist und eine virtuelle Glocke im Hirn läutet, sich räuspert und sagt: "Wäre es nicht eine tolle Sache, wenn man daraus eine Geschichte macht?"

Sehr oft werde ich von von einer derartigen Inspiration attackiert, wenn ich mich dusche. Manchmal auch, wenn ich staubwischend die Buchregale nerve. Während der Gefechte mit dem Staubsauger werde ich hingegen so gut wie nie von kreativen Gedanken überfallen, überraschenderweise jedoch auch öfter mal beim zubereiten des Frühstücks. Dann kann es vorkommen, dass ich wie ein Wahnsinniger auf einen Zettel kritzle, während Frau und Kind elendig verhungern.

Dafür habe ich dann kostbare Stichwörter wie "Spaghettifizierung" in meinem geheiligten Notizbuch stehen. Das Wort vergammelt seit rund zwei Jahren im Büchlein und ich weiß bis heute nicht, wofür ich es verwenden soll. Aber es wird verwendet werden. Das ist fix. Denke ich. Seite über Seite mit Stichwörtern, absurden Namen, ganzen Handlungen, Entwürfen. Bla. Alles wartet darauf, aufgearbeitet zu werden.

Ideen, die nicht für eines der in Arbeit befindlichen Werke brauchbar sind, landen in einem Notizbuch. So richtig klassisch, handgeschrieben. Notizen in einer Textdatei haben leider die Angewohnheit, nie wieder hervorgeholt zu werden, ich vergesse, dass ich sie habe.
Das Notizbuch hingegen vergesse ich nicht. Dafür muss ich dann darum kämpfen, meine grauenhaften Handschrift irgendwie zu entziffern. Ich kann mein Gekrakel - ohne Übertreibung - oft nur erraten, aber nicht wirklich lesen.

Ist die Idee Bestandteil eines Textes, der schon verfasst wird, stopfe ich die Idee dazu und arbeite sie nachträglich ordentlich ein. Gehört der Gedanke zu einem Text, den es noch nicht gibt, bleibt er so lange auf der ersten Seite stehen, bis ich an die Stelle komme, wo er hinpasst. Manchmal ändert sich dadurch der Verlauf der Handlung, dann folge ich dem neuen Weg.

Bisher ist es mir nur selten passiert, dass ich eine Idee verwendet habe und nachträglich wieder entfernen musste, weil sie die Geschichte in eine Richtung verdreht hatte, mit der ich nichts mehr anfangen konnte. 

Die meisten Ideen finden früher oder später Verwendung. Gelegentlich lese ich ein Buch, in dem genau meine einzigartige, extrem originelle, nie dagewesene Idee zu finden ist. Dann überlege ich, den Autor zu klagen, denke eine Weile darüber nach und verwerfe lieber dann einfach meine Idee. Zum Glück gibt es viele davon.