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Sonntag, 16. Februar 2014

Saugeile Rezension

Ein wirklich umwerfende Rezension von Carmen Weinand auf Horror and more. Das freut das Autorenherz ungemein - vielen Dank für Lob und Motivation, mir für den 2. Band den Arsch weiter aufzureißen!

Allerdingst ist ein derartiges Lob auch eine heftige Steilvorlage - langsam mache ich mir Sorgen, ob ich mit der Fortsetzung noch mithalten kann ... 

Band 2 entwickelt sich zügig weiter - den Fortschritt kann man bei Interesse -> hier beobachten, Updates erfolgen in überschaubaren Abständen (das nächste spätestens morgen, Montag, am Abend.)

Band 2 und die damit einhergehenden kleineren Ungereimtheiten sind momentan auch der Grund, warum es bei den Blogeinträgen und auf der Website so spärliche Lebenszeichen gibt.
Der Abgabetermin nur mehr knapp 4 Wochen entfernt und mir fehlt noch der komplette 3. Akt. Heißt, ich hänge voll in der Arbeit und tippe mir die Finger wund.

Ein längerer Beitrag, ein making-of des Buches über Lust und Leid der Entstehung, ist vorgesehen, sobald die Rohfassung steht. Und das dauert nicht mehr allzu lang.



Prinzessin gibt es bei Amazon - hier als eBook, hier als Paperback.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Bewertung

Drüben in Scarecrows Area gibt es seit ein paar Tagen eine ziemlich coole Rezension von Prinzessin - und zwar genau hier. Die Leute dort finden übrigens auch ziemlich viele, sehr ... denkwürdige Trailer zu filmischen Perlen der Sonderklasse. Bemerkenswerter Trash darunter, cool. :-)

Um nur ein kleines Zitat aus der Rezension zu bringen, weil ich es genial und sehr witzig finde: "... denn hiergegen ist ein Edward Lee eine Märchentante und auch die Blutfontänen von Tim Currans "Zerfleischt" spritzen etwas niedriger." Zitat Ende.

Sehr geil. Ich liebe Edward Lee und schätze Tim Curran sehr. Allerdings bin ich auch ein klein wenig überrascht, was vermutlich daran liegt, dass ich wohl eine etwas einseitige Sicht darauf habe: Ich hätte nicht gedacht, dass das Buch als so heftig angesehen werden kann. Sicher, es ist derb, aber für mein Empfinden sind da Leute wie Edward Lee oder Wrath James White immer noch härter.

Hm, so kann man sich täuschen. Jedenfalls vielen Dank für dieses Kompliment.

Und jetzt - altvertraut und unvermeidlich: Prinzessin als eBook bei Amazon, als Paperback bei Amazon.



Dienstag, 22. Oktober 2013

Geile Rezension

Habe heute eine wunderbare Rezension für Prinzessin abbekommen. Doc Nachstrom, seines Zeichens Herr über das Amok-Journal, über Blut und Beuschel und ein paar Blogs mehr, hat sich des Romans angenommen. 

Um ihn mal kurz zu zitieren: "Darf man sich versteigen zu der Ansicht, dass Aysa einem die klar, knapp und kalt modellierten Sätze aus der Geschichte einer ums nackte Überleben ringenden Kampfamazone namens “She” wie weiland Cormac McCarthy um die sowieso schon vor Aufregung geröteten Backen klatscht?" Wow. Die gesamte Rezension findet man -> hier.

Ich bin schwer beeindruckt, weil diese Rezensions-Poesie nicht das einzige Lob dieser Art ist. Das wirklich Arge daran? Der Mann hat eine Vorliebe dafür, das zu sagen, was er denkt, ohne Rücksicht auf Verluste - er ist eine ehrliche Haut.

Wer nach diesen Worten auch noch meine weniger poetischen Worte zum Buch lesen möchte, der mag sich -> hier vergnügen und so unverblümt, wie ich dafür werbe, dort gleich den Link zum Online-Laden nehmen, um das Büchlein in der einen oder anderen Form zu erwerben.

Der Autor freut sich und dankt - und rückt das Buch noch schnell ins rechte Licht. :-)


Mittwoch, 31. Juli 2013

Juli Rezensionen

Als da wären:

George R. R. Martin: Planetenwanderer -> hier. Große Space Opera mit Witz und Intelligenz und jeder Menge Zwischentöne. Martin hat es sich nie leicht gemacht - auch nicht in diesem frühen Roman. Sehr lesenswert.

Stephen King: Joyland -> hier. Der beste Roman von King in Äonen. Gefühlvoll, sensibel, spannend, detailreich, wirklich ein wunderbares Buch. Eine schon fast nicht mehr erwartete Rückkehr zur Meisterschaft.

Wrath James White: Schänderblut -> hier. Ein bestialisches Buch. Dabei ein intelligentes Buch. Ein sensibles Buch. Sehr beeindruckend. Und ausgezeichnet geschrieben. Das alles ist ziemlich unerwartet und umso erfreulicher.

Greg F. Gifune: Kinder des Chaos -> hier. Wiedermal zeigt Gifune seine Meisterschaft darin, sehr starke Stimmungen zu verbreiten. Der Trick des Buches wird vom Autor im Nachwort gelüftet und *kopfklatsch* ist dann deutlich erkennbar. Sehr clever. Sehr spannend. Sehr düster. Sehr gut.

R. Evolver: Pol Pot Polka -> hier. Der zweite Band der ziemlich scharfen, sexgeilen, drogengeilen, gewaltgeilen, geilgeilen Agentin Kay Blanchard. Ein Pulp-Roman im besten Sinn des Wortes, Trash als hohe Kunst. Sinnfreies Vergnügen.

Jeff Strand: Fangboys Abenteuer -> hier. Sehr herzige Geschichte, aber auf eine merkwürdige Art und Weise nicht das Potential ausschöpfend, dass das Buch hätte. Andere Bücher des Autors sind da stärker gewesen. Alles in allem nett.

Mit diesen Büchern sind dieses Jahr bisher 37 Bücher gelesen, mit 14073 Seiten.

Freitag, 19. Juli 2013

Gemischte Kurzmeldungen

Mein eBook-Serial-Roman, sprich, Roman in 20 Bänden, soll nach einer für mich ewig langen Wartezeit zwischen Ablieferung des Manuskripts und tatsächlichem Erscheinen (da gab es ein paar Termine und Verschiebungen) jetzt endlich im Frühherbst erscheinen.
Bei diesem Verlag.
Den darf ich jetzt endlich nennen, das war mir auch lange Zeit untersagt. Das Cover zeigen - da muss ich jetzt noch vier Wochen warten, um dem Marketing nicht in die Quere zu kommen. Und zum Titel sag ich offenbar auch besser nichts. Seufz, Marketingideen. Manchmal habe ich das Gefühl, je mehr Marketing, um so ... ach, egal.
Den letzten Satz im Manuskript habe ich voriges Jahr Ende Juni geschrieben - laaaang her.

Eine kurze Zusammenfassung der letzten Bücher, die ich gelesen habe:
Wrath James White: Schänderblut -> hier. Weit besser, als ich es ursprünglich vermutet hätte. Gut geschrieben, gut durchdacht und recherchiert. Sehr positive Überraschung.
Greg F. Gifune: Kinder des Chaos -> hier. Ein sehr stimmungsstarkes, düsteres Buch über eine Reise in den Wahnsinn.
R. Evolver: Pol Pot Polka -> hier. Pulp-Trash-Thriller um die sex-, drogen- und gewaltgeile Agentin Kay Blanchard. Kurzweilig, vergnüglich, bescheuert. Der zweite Roman um Kay Blanchard, erschienen bei Evolver-Books.

Der SuB der vordringlichen Bücher ist im Augenblick 9 Titel hoch, der SuB der etwas weniger dringlichen Titel misst 42 Bücher! SuB 1 wird demnächst um wenigstens 5 Titel fix wachsen, 2 vielleicht noch zusätzlich - da zögere ich gerade noch ein wenig. Es nimmt einfach kein Ende ... ;-)

Die folgende Aufstellung sind noch nicht alle Titel, die in der Horror Tb Reihe des Festa Verlag erscheinen werden, aber eine erste Vorschau auf die Vergnüglichkeiten der nächsten Monate. Band 66 freut mich ganz besonders. Großartiger Roman, unverständlich, wie Clive Barker so vom deutschen Markt verschwinden konnte. Gerade mal die großartige Edition Phantasia hat lieferbare Titel. Aber so keimt neue Hoffnung.

Band 66: Clive Barker: Mister B. Gone
Band 67: S. L. Grey: Labyrinth der Puppen

2014:
Edward Lee: Der Höllenbote
Richard Laymon: Kill for Fun – Gnadenlose Geschichten
Brett McBean: Die Verdammten
Patrick Senécal: 7 Days
Edward Lee: Incubus
John Everson: NightWhere - Die ultimative Unterwerfung
Nate Kenyon: Sparrow Rock
Edward Lee: Golem
Wrath James White: Yaccubs Fluch
Douglas Wynne: Der Teufel von Echo Lake
Michaelbrent Collings: Darkbound
Brian Keene: Entombed
Shane McKenzie: Muerte con Cane
Wrath James White: Purer Hass
Rob Redux: Mort – Zombies & Engel
Edward Lee: Succubus
John Everson: The Pumpkin Man
Bryan Smith: Freakshow



Sonntag, 30. Juni 2013

Juni-Rezensionen

Diesen Juni sind es gerade mal 4 Rezensionen geworden. Zum einen bin ich gerade mit vielen Dingen beschäftigt, zum anderen lese ich - immer noch - im zweiten Band (die englische Originalausgabe) von George R. R. Martin - The Song of Ice and Fire aka Game of Thrones. Und das Monsterwerk braucht seine Zeit und verschlingt Lesekapazitäten - aber es ist verdammt großartige Lektüre.

Der Juni hat mir also vier Bücher beschert, von denen ich drei rundum genossen habe und das vierte nach einer anfänglichen Irritation ebenfalls als lesenswert einstufe:

  • John Everson - Ligeia: -> hier. Sehr geiles, überaus befriedigendes Buch. Meerjungfrauensplatter, sollte man nicht meinen, dass das rockt.
  • Bryan Smith - Herrin des Blutes: -> hier. Ebenfalls ein geiles Buch, mehr als ausgezeichnete Fortsetzung von Haus des Blutes -> hier. Großartiger Hexenhorror mit bombatischem Ende.
  • Brian Keene: Eine Versammlung von Krähen: -> hier. Auch dieses Buch hat mir wirklich gut gefallen, Brian Keene kann wirklich schräge Geschichten erzählen.
  • Jack Ketchum: Versteckt -> hier. Nach einer anfänglichen Irritation über den Stil des Buches bin ich ihm schnell verfallen. Beeindruckendes Nachwort.

Und wie ich in der Rezension von Ketchum schon erwähnt habe - dass Jack Ketchum der Babysitter von Lady Gaga war, das finde ich einfach nur witzig. Und ich freue mich wieder einmal darüber, dass ich die richtigen Bücher ausgewählt habe - kein Titel dabei, der mir missfallen hätte. Das wäre schade, weil ich nur ungern Bücher aufgebe, weil sie mir nicht gefallen. Aber meistens klappt es.

Montag, 24. Juni 2013

Man of Steel

Fangen wir so an: Eigentlich mag ich Superhelden nicht sooo gern. Superman mag ich von allen am Wenigsten. Dieser unverwundbare, amerikanisch-patriotische, politisch korrekte, konservativ-spießige, selbstgerechte Stretchanzugträger ist mir sogar überaus unsympathisch.

Ich mag Batman. Der ist zwar auch eine Art Superheld, aber er ist nicht unverwundbar. Er blutet. Er ist - will man eine Comicfigur so seriös betrachten, wie es Christopher Nolan in seinen Batman-Filmen getan hat - eigentlich geistesgestört. Er wendet die selben, oft brachialen und brutalen Methoden an wie die Leute, die er jagt. Er hat Sex und lustige technische Spielsachen. Und einen genialen Butler. Batman ist cool. 

Man of Steel ist eine Art Super-Bat-Man. Ein riesiges Science Fiction Epos, das sich als Kammerspiel tarnt. Dieser Superman hier ist zwar auch auf seine Art ein selbstgerechter Spießer, aber er zweifelt auch an sich. Er greift, wenn auch widerwillig, zu einem schmutzigen Trick, springt über seinen Schatten. Verzweifelt daran.

Man of Steel ist großartiger Bombast, der optisch überaus eindrucksvoll vorführt, was die Effekttechnik heute leisten kann und wie man alles tadellos in 3D umsetzt. Mit Christopher Nolan als Produzent und Co-Autor, mit David Goyer, der schon die Batman-Filme für Nolan geschrieben hat, als Co-Autor und Zack Snyder als Regisseur, der Bombast und Optik schon immer fest in Händen gehalten hat - siehe 300, Watchmen, Sucker Punch (ja, ich mag den Film!) - wird aus einer schlichten Comicfigur ein brauchbarer Charakter.

Henry Cavill ist ein ganz brauchbarer Superman, er zeigt nicht zu viel Regung, nicht zu wenig Emotionen, es passt. Cavill ist (Die Tudors habe ich nicht gesehen) ein halbwegs passabler Darsteller, der mehr durch seinen Körper und sein kantiges Gesicht glänzt als durch Charisma - das war schon bei Immortals so, wo er von einem absurden Mickey Rourke an die Wand gespielt wurde.

Russel Crowe als Jor-El macht gute Figur - er wird auch schon langsam so rundlich wie Marlon Brando, Kevin Costner hat immer noch den spitzbübischen Charme, auch wenn der Kerl nächstes Jahr 60 wird - heilige Scheiße. Laurence Fishburne sieht aus, als würde er bald zerplatzen und Diane Lane tritt - und das schockiert ein wenig, wenn man frühe Filme mit ihr in Erinnerung hat - als Martha Kent in Erscheinung. Diane Lane als ältere Frau, wow, die Zeit vergeht.

Na gut. Man of Steel ist ein großartiger Film. Er macht Spaß. Er hat Schauwerte ohne Ende. Er beginnt mit Vollgas und liefert Kämpfe, die in ihrer Absurdität einfach nur wunderbar bombastisch sind. Der Film hat eine satte Portion Science Fiction im Gepäck - ich würde gern viel, viel mehr von diesem hier präsentierten Krypton sehen, das hat Potential für aufregenden Stoff.

Die Geschichte ist düster und eigentlich ziemlich brutal. Fast schon ein Königsdrama wie bei Shakespeare.

Superman bemüht sich um Tiefsinnigkeit und für einen Superhelden-Film gelingt es ihm auch recht gut, intelligent zu erscheinen. Michael Shannon als General Zod ist alles andere als ein eindimensionaler Böser, er hat eine Mission zu erfüllen, eine Aufgabe und das tut er in aller Konsequenz, sehr wohl wissend, dass seine Handlungen zum Teil grausam sind.

Die Musik von Hans Zimmer ist monumental und eindrucksvoll - donnert geradezu über seine ohnehin auch mächtigen Batman-Soundtracks hinweg. Die Biografie von Kal-El wird in mehreren Sprüngen durch Zeit und Raum erzählt und das hält den Stoff lebendig und macht die Sache spannend. Regisseur Zack Snyder beherrscht sein Handwerk.

Die Figur von Superman wird, betrachtet man sie etwas eingehender, eigentlich nur dadurch interessant, dass sie weniger Charisma besitzt als alle Charaktere ringsum. Superman ist der Dreh-und Angelpunkt für eine ganze Reihe interessanter Personen, die sich um den kostümierten Kerl drehen, dessen Anzug diesmal eindeutig cool wirkt.

Sehr witzig sind im übrigen zwei winzige Details: Zum einen kann man in einer kurzen Szene den Schriftzug "Wayne Enterprise" erspähen, was bekanntlich Bruce Wayne aka Batman bedeutet. Zum anderen taucht auch kurz der Schriftzug "Lex Corp" auf - was auf Lex Luthor hinweist, einen der besten Gegenspieler von Superman. Ob aus diesem kleinen Witz im nächsten Film mehr wird, weiß jetzt vermutlich noch niemand.

Kurz und gut, Man of Steel ist ein großartig unterhaltsamer, bombastischer Film, der zu keiner Minute seiner monströsen Länge fad oder langatmig wird. Er bietet massig Schauwerte und einen kongenialen Soundtrack und macht die Figur Superman interessanter, als sie von ihren Ursprüngen her ist.







Der große Gatsby

Gatsby ist der erste 3D Film, bei dem mir das 3D Kopfschmerzen verursacht hat. Gatsby ist ein Talk-Movie. Viele mehr oder weniger attraktive Menschen bewegen sich gemächlich durch mehr oder weniger hübsche Kulissen und reden mehr oder weniger belanglosen Schrott. Dafür braucht es absolut kein 3D und Gatsby führt eindrucksvoll vor, wie man 3D vollkommen sinnlos, falsch und störend einsetzt. 140 quälende Mintuen lang.

Grundlegend ist es mit dem Film so, dass ein relativ kurzer und konzentrierter Roman, ein moderner Klassiker der Weltliteratur - Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald - in einen überlangen, pompösen, langweiligen und banalen Film verwandelt wurde. Es ist mir die ganze Zeit über ehrlich gesagt scheißegal gewesen, was mit den einzelnen Protagonisten geschieht, was sie reden, was sie bewegt.

Gatsby ist ein sinnloser, hübscher Film mit ein paar künstlerischen Gags, die Buz Luhrmann, der Regisseur, seit wenigsten zwanzig Jahren in immer derselben Form präsentiert. Siehe Romeo und Julia mit Leonardo DiCaprio, siehe Moulin Rouge. Ähnliche Bildgestaltung, ähnlicher Einsatz von Musik, ähnliche Degradierung (zur Belanglosigkeit) von Stoffen mit großem dramatischen Potential als Aufhänger für hübsche Bilder.

Der große Gatsby in dieser Verfilmung ist ein Schnarchnasenfilm. Sehr schön, aber unendlich öde und erweckte in mir zwischendurch mehr als einmal die Lust, Tobey Maguire das blöde Grinsen aus dem Gesicht zu wischen. Zumindest in dem Film hat er keinen anderen Gesichtsausdruck, selbst wenn es in einzelnen Momenten noch so fehl am Platz ist, dieses dämliche Grinsen.

Die ohnehin sehr ausgedünnte, banalisierte Geschichte wird durch das 3D noch weiter in den Hintergrund gerückt, weil die Optik die Kontrolle übernommen hat und sich stolz präsentiert. Wirklich wunderschön, da gibt es nichts zu meckern daran, aber herrje, ein wenig mehr vom Drama wäre ganz nett gewesen. Aber nein, weil das 3D so schick ist, pissen wir selbst in der belanglosesten Szene eine dritte Dimension über das Bild, schwenken dazwischen immer wieder bedeutungsschwer über eine Plakatwand, die mehr an George Orwell als an sonstwas erinnert und lassen den durchaus fähigen Cast in kitschig-kühlen Bildern erstarren, unfähig, irgendeine Emotion zu wecken.

Es hat schon seinen Grund, warum 3D für Actionszenen tauglich ist, für rasante, schnelle Szenen, in denen viel passiert und sich viele Dinge in alle möglichen Richtungen bewegen. In diesem Momenten kann man als Zuseher sein Bewusstsein abdrehen und sich einfach auf das konzentrieren, was man sieht.

Wenn ich mich aber auf Dialog, Mimik, Körpersprache und Details konzentriere, um einer dramatischen Szenen zu folgen, um das Drama in mich aufzunehmen, dann ist 3D wohl die größte nur vorstellbare Störung. Genau diesen Störeffekt führt uns Regisseur Luhrmann gekonnt vor. Über die ganze Filmlänge. Bravo.

Man stelle sich vor, The Straight Story (dieser wunderbare David Lynch Film über den alten Mann, der mit dem Rasenmäher durch zwei US-Bundesstaaten reist, um seinen kranken Bruder zu besuchen), wäre in 3D gedreht worden. Sinnlos. In ganz normalem 2D sehen wir einen Film, in dem noch weniger passiert, noch weniger Drama vor sich geht als in Gatsby. 

Wir verfolgen zwei Stunden lang einen alten Mann, der auf seinem Rasenmäher über die Straßen tuckert, da und dort kampiert, Leuten begegnet, mit ihnen redet, seinen Erinnerungen nachhängt - und diese nur erzählt! Nichtmal das wird uns in Bildern präsentiert, sondern nur in Worten. Und trotzdem - The Straight Story ist der weit bewegendere, ergreifendere, schöner anzusehende, spannendere, packendere Streifen. Er konzentriert sich einfach auf die Geschichte. Punkt.

Gatsby hingegen konzentriert sich rein auf seine Schauwerte. Hier geht Fassade vor Inhalt. Kennt man das Buch nicht, stellt man sich nach Betrachtung des Films die Frage, wie so ein bedeutungsloser, oberflächlicher Scheiß von einem langweiligen Buch auch nur im Ansatz Weltliteratur sein kann. Gatsby als Film zeigt mir nichts von Menschlichkeite, nichts von Schwächen und Stärken, nichts davon, wie Handlungen eines Einzelnen das Leben Dutzender bewegen kann. Oh, ein klein wenig geht es um Kapitalismus, der eher positiv gesehen wird. Dieser Moment der Tiefsinnigkeit - wenn man das mal sehr vorsichtig so ausdrücken will - dauert einige wenige Augenblicke lang. Tja. Aber sonst ist da nichts außer schönen Bildern.

Der große Gatsby ist ein hohler Film, der eindrucksvoll zeigt, wie sinnlos 3D zum Einsatz gebracht werden kann. Hm, das ist ja eigentlich auch nicht schlecht. Nur das wollte ich eigentlich nicht sehen.

Dienstag, 4. Juni 2013

Verlage, Fans, Vergangenes

Einen großen Teil des ersten Jahrzehnts der 2000er Jahre habe ich in einer Buchhandlung verbracht und mich dort – neben ein paar anderen Abteilungen – hauptsächlich um Horror, Science Fiction und Fantasy (und Erotik) gekümmert (nun, ich habe auch viele Jahre davor im Buchhandel verbracht, rund das Viertel eines Jahrhunderts, ach du Scheiße).

Ich habe diese Genres schon immer geliebt und in jeder Buchhandlung, in der ich gearbeitet habe, dort entsprechende Abteilungen eingerichtet und aufgebaut.

Es war stets faszinierend zu beobachten, was funktioniert hat und was nicht. Natürlich auch in der allgemeinen Literatur, auch wenn man von Dingen wie dem alljährlichen Coelho Krätze bekommen hat. Aber wir reden hier von Horror, Phantastik allgemein.

Kurzes Beispiel dessen, was für mich nie so richtig funktioniert hat. Der Blitz Verlag. War allgemein bekannt, hatte auch ein gutes Programm, sehr viele Sammlerausgaben im Angebot, diverse Reihen, hat sich also richtig Mühe gemacht. Aber so wirklich hat sich das Programm nie durchgesetzt. Wann immer ich konnte, habe ich eine deutlich sichtbare Auswahl des Programms geführt, durfte gelegentlich sogar Schaufenster mit meinem Lieblingsstoff vollräumen. Aber Blitz hat nie so wirklich befriedigt. Viel zu viele Bücher sind abgewertet und verramscht worden, weil unverkäuflich und nicht mehr zu remittieren. Vereinzelte Titel sind ganz gut gelaufen, Autoren, die in der Edition Metzengerstein rauskamen.

Diese Edition – das kann man bei den meisten Fans von Horrorliteratur voraussetzen – wurde von einem gewissen Frank Festa betreut. Wer? Ja genau, der Typ vom FestaVerlag. Faszinierend war es auf jeden Fall, das Programm des Festa Verlags auf Lager zu haben – es funktionierte nämlich prächtig und bescherte mir eine Anzahl von Kunden, die ich eigentlich in dieser Treue nur von der erotischen Literatur her kannte – ha ha ha – Stammkunden und Fans des Programms.

Heyne funktionierte soo gut wie immer (ich klammere da mal die Periode aus, in der sich der Verlag im Besitz von Ullstein befand), Bastei war sehr titelabhängig und hatte es eigentlich nie geschafft, die Breite von z.B. Heyne zu erlangen. Blitz war ok, aber nicht weltbewegend, aber Festa … der Verlag hat eingeschlagen. Der erste Laymon, ein Fritz Leiber, Gustav Meyrink, etc., Bände aus »Lovecrafts Bibliothek des Schreckens«. Festa hat den Sammlerinstinkt geweckt – und das nicht nur bei mir.

Diese Bücher haben schnell wiederkehrende Leser gefunden, die darauf aus waren, Bücher dieses Verlags zu erwerben. Ich erinnere mich an einen ganz bestimmten Kunden, der wirklich beinahe wöchentlich kam, um zu schauen, sich über diverse Bücher zu unterhalten, auf Titel von Ewers und andere Klassiker zu warten und sich dann zu freuen, wenn sie im Regal standen und er eins nehmen konnte. Er war ein sehr netter, ruhiger Mann mit einer grauenhaften Vokuhila Frisur, gefönt, gefärbt, aber einem großen Genrewissen. Er ist nach einigen Jahren schwer krank geworden und gestorben.

Festa hat im Vergleich zu so manch anderen Verlagen tadellos funktioniert und ich hatte stets einen beträchtlichen Teil des Programms auf Lager. Zumindest in Österreich waren der Vertrieb und der Vertreter des Verlages zwar unter jeder Kanone und eher auf der ahnungslosen Seite, aber das hat zumindest für mich keine Rolle gespielt, weil ich ja wusste, was ich brauchte.

Festa hatte von Anfang an treue Leser, die bewusst nach dem Programm suchten. Die Hardcover Bibliothek war zwar nicht der Renner, aber sie ging solide (Andreas Gruber machte sich ganz gut, aber das war vielleicht lokal bedingt, er wohnt in der Nähe von Wien), von den Taschenbüchern und Paperbacks braucht man gar nicht reden, das waren zum Teil Selbstläufer – natürlich auch mit den üblichen Flops, wie sie jeder Verlag im Programm hat.

Festa hat sich, die eine Panne hier, die andere Katastrophe da, ziemlich gemausert und wuchs von einem kleinen Verlag, der rasch ein Stammpublikum gewann, zu einer Institution heran. Man mag das Programm mögen – so wie ich (bin gerade mit John Everson: Ligeia fertiggeworden, Rezension in ein paar Tagen auf meiner Website – nur kurz: saugeiles Buch! Buchstäblich!), oder man macht einen Bogen drumherum.

Aber man muss dem Verleger auf alle Fälle zugestehen, ein außergewöhnliches Gespür für Titel zu haben und über begnadetes Wissen bezüglich dieser Literatursparte zu verfügen – ein Fan und ein Irrer zu sein, anders geht das wohl nicht. Wenn ich irgendwas in den Buchhandlungen beobachten konnte, dann folgendes: Leser, die auch nur einen Hauch mehr Ahnung von Horrorliteratur hatten, spürten sehr schnell, was gut war und wo ein Verlag auf einen Hit aufsprang, um abzucashen. Und wenn man Festa eines nie vorwerfen konnte, dann ein Verlag zu sein, der Trends nachjagte, um Kohle zu machen. Es ist sicherlich der mühsamere und risikoreichere Weg, aber wenn es funktioniert, dann zahlt es sich aus und dann wird man von Seiten der Leser belohnt.

Und von den Autoren, die uns Frank Festa beschert hat und die keiner von uns mehr missen will, wollen wir gleich gar nicht anfangen – Bryan Smith, Edward Lee, Brett McBean, … und so weiter. Von der Entdeckung Richard Laymons brauchen wir gar nicht erst anfangen. Und die Pflege von Klassikern wie Clark Asthon Smith oder Robert E. Howard kann gar nicht genug geschätzt werden.

Dieses Kunststück, das Festa zustande brachte, gelang in kleinerem Rahmen einem winzigen österreichischen Verlag ebenfalls, der in der Nähe von Graz beheimatet war: Eingedeutscht hieß der Verlag "Anderwelt". Dessen Verleger, Michael Krug, Übersetzer von Genreliteratur, Thrillern und anderem Suchtstoff, machte sich daran, seine eigenen Vorlieben in Verlagsform zu bringen. Michael Krug – ihn kenne ich im Gegensatz zu Frank Festa persönlich und schätze ihn als sehr ruhigen, höflichen und sehr ehrlichen Menschen mit Handschlagqualität – hatte und hat ebenfalls ein erstaunliches Gespür für Autoren. Frank Festa kenne ich nur über schriftliche Konversation – auch sehr direkt, sehr höflich, und ein Freak (Himmel, der Mann hat vermutlich mehr über Phantastik vergessen, als wir Normalsterblichen je wissen werden – beneidenswert).

Als ich die ersten Bücher seines Verlags neben Heyne und Festa in meine Horrorabteilung quetschte, vollkommen ahnungslos, was zum Teufel das für ein Verlag war, den mir die rührige Vertreterin da vorgestellt hatte (die gute Frau war viel besser drauf als der sehr freundliche, aber in Sachen Genre vollkommen unbeleckte Herr der Auslieferung des Festa Verlags).

"Anderwelt" überraschte mich, gleich zu Beginn mit einem echten Bestseller – unmöglich dick, Hardcover, damit etwas teurer, aber … Brian Keene! Volltreffer des winzigen Verlags. Das Reich der Siqqusim verkaufte sich wie Sau – für einen Hardcover Horroroman. Mehr als nur einmal habe ich leicht variiert den Sager »geil, Brian Keene auf deutsch« gehört.

Ab dem Moment war auch "Anderwelt" ein Verlag, der seine Stammkunden hatte – in kleinerem Ausmaß, weil ein kleinerer Verlag, aber in den Relationen genauso beliebt. Auch Scott Sigler, der auch in unseren Breitengraden eine Fangemeinde hat, eine Entdeckung von Michael Krug. Nehmen wir Ronald Malfi dazu, Jeff Strand und keinesfalls zu vergessen David Moody.

Im Unterschied zu Festa, der sich am Versuch der Science Fiction überhob – trotzt einer hervorragenden Auswahl an Autoren wie Dan Simmons, Nancy Kress, John Barnes und anderen, war Michael Krug der Fantasy zugeneigt und bot neben ein paar alteingesessenen Autoren auch Leuten wie Robin Gates und Stephan Bellem eine Publikationsmöglichkeit.

Michael Krug hatte wie Frank Festa auch seine dunkle Stunde – er ging eine Kooperation mit einem ehemaligen größeren österr. Verlag ein. Diese Kooperation beschädigte durch Verwässerung des Programms letztendlich den Namen, machte ihn unbenutzbar und killte den Verlag.

Michael Krug kommt allerdings zurück. Mit neuem Namen – schlicht und ergreifen mkrug verlag – mit kleinerem Programm und einigen Gustostücken, die er behalten hat, dazu neue Leckerbissen. Ende Juni wird eine neue Website stehen und ein Programm für den kommenden Herbst – und vielleicht schon für das nächste Frühjahr präsentieren. Print und eBook.

Was haben jetzt Frank Festa und Michael Krug gemeinsam? Beide sind Genrefans. Beide sind innovative Verleger, die nach neuen Autoren suchen und verlegen, was sie persönlich gerne lesen. Beide haben für einige Autoren, die wir als selbstverständlich ansehen, den Weg geebnet. Beide haben Autoren an große Verlage verloren. Laymon wurde zum größten Teil von Heyne abgegriffen, Keene und Sigler wurden von Heyne aufgekauft, auch Malfi ging zuerst an Heyne. Keene wurde jetzt wiederum von Festa aufgenommen, was irgendwie nach Ironie riecht.

Beide Verleger haben eine bewegte Geschichte hinter sich und beide können sich an die Fahne heften, Entdecker und Pioniere zu sein. Festa und Krug haben Autoren für die deutschsprachige Leserschaft entdeckt, die für uns heute zum Standard gehören – diesen Riecher und den Mut, das Risiko einzugehen, das kann ihnen niemand mehr nehmen.

Bla bla, kann ich jetzt hören. Und was ist mit anderen Verlagen? Was ist mit Atlantis? Was ist vor allem mit Michael Preissl (Freak und Fan und netter Kerl) und Voodoo Press? Mit Peter Hiess (totaler Freak und sympathischer Wahnsinniger) und Evolver Books?

Ganz einfach: Festa und "Anderwelt" habe ich als Sortimentsleiter als bemerkenswert empfunden, mit den Verlagen hatte als Buchhändler mehr zu tun. Mit Blitz zum Beispiel weniger, andere kleinere Verlage haben – leider – so gut wie keine Rolle gespielt. Voodoo Press und Evolver Books sind in Erscheinung getreten, als ich meinen Abgang aus dem Buchhandel gemacht habe, und darum finden sie hier auch nur als Randnotizen Erwähnung. Meine Meinung zu den Büchern dieser Verlage kann jeder auf meiner Website nachlesen, wenn er sich die Rezensionen ansieht.

Das ist jetzt mir persönlich sehr wichtig: Trotz meiner persönlichen Wertschätzung für Michael Krug und meiner Achtung vor der Instituion Frank Festa habe ich nie eine Rezension schöngefärbt, um jemandem einen Gefallen zu erweisen.

So eine Scheiße hat keiner von uns dreien nötig und wenn ich irgendeine Lehre aus meinen Beobachtungen ziehen wollte, dann diese: Im Endeffekt lassen sich die wirklich an dem Genre interessierten Leser ohnehin nicht bescheißen. Nenne es, wie du willst, Instinkt, Gespür, Riecher, egal.

Die Leute spüren, ob jemand ehrlich daherkommt oder ihnen Dreck andrehen will. Und weder Frank Festa noch Michael Krug können, wollen und dürfen es sich erlauben, den Grundstock an Lesern, die Hardcore Basis zu verarschen. Dazu sind außerdem beide selbst viel zu sehr Fan und Profi. Und ich? Ich bin Fan. Ich lese den Scheiß. Ich schreibe den Scheiß. Ich liebe den Scheiß und darum rezensiere ich den Scheiß, freue mich daran, meckere darüber. Lebenslange Leidenschaft.

Nun gut, so viel zu meinen lückenhaften, persönlichen Erinnerungen. Zum Abschluß die allergrößte, wichtigste Frage: Warum zum Teufel habe ich diesen elendig langen Artikel gerade geschrieben? Ehrliche Antwort: mir war gerade danach. Stimmungssache.

Dienstag, 23. April 2013

Rezensionen

Hier eine kurze Übersicht über Rezensionen zu Büchern, die ich in letzter Zeit "verdaut" habe :-)

Richard Morgan: Das kalte Schwert; Rezension -> hier. Sehr gute Fantasy, mit dem besten schwulen Schwertkämpfer, der je das Schwert geschwungen hat.

Edward Lee: Das Schwein; Rezension -> hier. Drastische Satire, die stellenweise einen guten Magen braucht, also mit richtig ekeligen Elementen. Sehr gut, sehr Edward Lee.

Sergej Lukianenko: Wächter des Morgen; Rezension -> hier. Inzwischen zeigt die Serie Ermüdungserscheinungen und der ewig nicht verstehende Anton nervt jetzt doch schon ein wenig. Nutzt sich ab.

Arthur Gordon Wolf: Die weissen Männer; Rezension -> hier. Hätte ruhig länger sein können, ausgezeichneter deutscher SF Roman, eine Dystopie in Blade Runner-Optik.

Bryan Smith: Rock and Roll Zombies aus der Besserungsanstalt; Rezension -> hier. Auch ein beinahe zurückhaltender Bryan Smith ist ein starkes Stück.

Bryan Smith: Haus des Blutes; Rezension -> hier. Ungebremster Bryan Smith, Vollgas in den Wahnsinn. Ausgezeichnete Unterhaltung. Zweiter Band demnächst.

Mittwoch, 17. April 2013

Oblivion

Oblivion ist ein schizophrener Science Fiction Film. Er ist technisch überaus eindrucksvoll. Regisseur Joseph Kosinski versteht sein Handwerk, das hat er schon bei Tron Legacy bewiesen. Von daher meisterhaft.

Aber: Der Film ist vollkommen emotionslos, lässt beim zusehen kalt. Man empfindet weder Sympathie noch Empathie für eine der Figuren. Sie sind einfach nur und ihr Schicksal ist mir am Arsch vorbeigegangen. Das ist im Endeffekt zu wenig.

Die Geschichte ist ganz ok, nicht sonderlich weltbewegend, das, was vermutlich die große Überraschung sein sollte, ist so überraschend gar nicht und das Finale hat sich aber sehr viel von ... ausgerechnet ... Independence Day abgeguckt. Vielleicht auch vom allerersten Star Trek Film. Hmpf.

Morgan Freeman ist verschenkt. Zu wenige, zu kurze Auftritte. In denen allerdings dominiert er die Szenerie mit einer atemberaubenden Leichtigkeit. Tom Cruise - ich weiß, es ist populistisch, auf ihn einzudreschen, aber es ist auch berechtigt. So was unglaubwürdiges wie dieser kleine Darsteller, wenn er versucht, sich Emotionen abzuringen, nervtötend. Sogar furchtbar mitanzusehen.

Also, eigentlich eine Enttäuschung. Technisch perfekte, seelenlose Science Fiction. Schade drum.

Montag, 11. März 2013

Rezensionen

Kurz ein Überblick über meine Rezensionen der letzten Zeit:

Scott Sigler: Die Verborgenen -> hier. Großartiger Thriller, der Horror mit Science  vermengt. War beste Unterhaltung.

David Brin: Existenz -> hier. Monumentales Epos unserer Zukunft, ein meisterhafter Roman. Hat mich ziemlich beeindruckt.

Sergej Antonow: Im Tunnel -> hier. Ein weiterer Roman aus dem Metro-2033 Universum. Ein paar gute Ideen, inzwischen sehr vertrautes Terrain.

Richard Laymon: Night Show -> hier. Einer der eher schlechteren Romane von Laymon. Mehr der Entwurf eines Romans.

Jovanka Vuckovic: Zombies - Die illustrierte Geschichte der Untoten -> hier. Inhaltlich sehr gutes Sachbuch für den Gesamtüberblick, in schlampiger deutscher Ausführung.

Carlton Mellick III: Ugly Heaven -> hier. Mellick mag man oder nicht. Ich mag ihn. :-) Mal etwas mehr, mal etwas weniger, aber ich mag ihn.

Carlton Mellick III: The Menstruating Mall -> hier. Mellick eben :-) Der Titel ist Programm und es wird absurder.

Mittwoch, 6. Februar 2013

5 Fragen an ... Wayne Simmons

Wayne Simmons, erstklassiger irischer Horrorautor, hat auf deutsch bisher zwei Titel bei Voodoo Press im Rennen: Grippe und Zum Sterben schön - demnächst folgt mit Inkubation eine Fortsetzung zu Grippe. Im Zusammenhang mit einer Rezension von Zum Sterben schön habe ich ihm fünf nicht allzu ernste Fragen gestellt.

- Die Website von Wayne Simmons
- meine Rezension
- Grippe, Zum Sterben schön und Inkubation bei Voodoo Press
- 5 Fragen an Voodoo Verleger Michael Preissl.


1 - Drop Dead Gorgeous feels very authentic. I imagine you walking through the streets of Belfast, mumbeling »here a scene, there some action, let's destroy this shit« and things like that. How wrong am I?
Ha! You're very right! My formative years were in Belfast, spent drinking in the dirtiest and sleaziest clubs the city had to offer then wandering home drunkenly at silly o'clock. I'm sure I often dreamed about wrecking the place, apoc-horror style. And lo and behold, a novel was born!

2 - Are women superior to men?

Only if you want them to be.

(Or so I'm told).

3 - Do you really think, there is/should be a chance to reboot and upgrade humanity?

I think, in reality, we reboot ourselves. The survivors within 'To Die For' go through a process of change. None of them remain the people they were at the start of the book by the book's climax. And that's what humanity is: a process of evolution, of growing and learning and, hopefully, improving.

Is that what the message in 'To Die For' is? Who knows? Maybe.

4 - How many books ahead are you usally planning?

I tend to work on several projects at a time, jumping back and forth between them. At the moment, I have five books in various stages of completion. Variety is the spice of life, I say :-)

5 - Are there any Wayne Simmons groupies that you are aware of?

Ha! None that I know of. But applicants always welcome! :-)



Dienstag, 5. Februar 2013

5 Fragen an ... Michael Preissl


Michael Preissl, alias Mr. Voodoo Press, war so freundlich, im Zusammenhang mit der deutschen Veröffentlichung von Wayne Simmons: Zum Sterben schön, fünf nicht ganz ernst gemeinte Fragen zu beantworten.

- Zum Sterben schön bei Voodoo Press
- meine Rezension
- Die Website von Wayne Simmons
- Grippe und Inkubation bei Voodoo Press
- 5 Fragen an Wayne Simmons

1 - Wie bist du auf Wayne Simmons gekommen?
Auf Wayne Simmons bin ich durch GRIPPE (FLU) aufmerksam geworden, da ich nach einem guten Zombieroman Ausschau gehalten habe. Als ich die ersten Seiten gelesen hatte, war mir klar, dieses Buch muss in unser Programm.

2 - Worin liegt der besondere Reiz irischer Horrorgeschichten?
Handlungsort Europa

3 - Sind Frauen Männern überlegen?
Ha! Ist das eine Fangfrage? ;)
4 - Welche Zutaten braucht ein guter, (post)apokalyptischer Roman?
Packende Charaktere, dichte Atmosphäre, Schicksalsschläge.

5 - Deine liebste Todesart in einem von dir verlegten Buch?
Eine Kugel direkt in den Kopf - kurz und schmerzlos. Möchte ungern von Monstern gevierteilt werden :)
 
 

Donnerstag, 17. Januar 2013

Rezensionen und Abwesenheit

Ein kurzer Hinweis auf die zwei letzten Rezensionen:

Edward Lee: Flesh Gothic
Kurz gesagt: steiles Buch, Lee rockt, exzellente Perversionen. Längere Rezension -> hier

Dan Simmons: Eiskalt erwischt
Kurz gesagt: Der 1. Joe Kurtz Thriller, Vollgas in den Wahnsinn. Stirb Langsam in Buchform. Längere Rezension -> hier

Damit verabschiede ich mich über das Wochenende in eine Schreibklausur - ohne die Möglichkeit, auf Internet, TV, Radio, Bücher oder sonstige Zeitdiebe zuzugreifen. Nur schreiben. Ganz konzentriert. Bis dann.

Sonntag, 6. Januar 2013

Der Hobbit - eine Filmrezension

Gesehen in englischer Originalfassung, in HFR, in 3D. Also die volle Dröhnung.

HFR - wem dieser Begriff noch nicht geläufig ist, ist das Kürzel für High Frame Rate und eine technische Angelegenheit: Die Bildwiederholfrequenz (was für ein Wort!) bei Filmen, also das Tempo des Abspielens, beträgt als Standard 24 Bilder pro Sekunde (24 fps). HFR bedeutet höheres Tempo.

Der Hobbit ist der erste Film überhaupt, der auf diese Art gedreht wurde und ins Kino gekommen ist. Vorteil der neuen Technik sind eine höhere Bildschärfe und weniger Bewegungsunschärfe (motion blur). Nachteil ist der Verlust des "klassischen Filmlook", da die Bilder klarer und schärfer (Soap-Opera-Optik) sind. Jackson hat als Frequenz 48 fps gewählt, also verdoppelt.

-- Meine Eindrücke bezüglich HFR: Diese viel kritisierte neue Optik für einen Kinofilm ist nur bedingt ein Thema. Der Effekt macht sich vielleicht eine, zwei Minuten bemerkbar, dann ist er vergessen, weil man in einem farbenprächtigen Rausch wunderschöner Bilder versinkt, die mit phantastischen Details aufwarten können. Besonders bei Nahaufnahmen ist der Grad der Details immer wieder beeindruckend.

-- Meine Eindrücke bezüglich 3D: Meisterhaft und sehr dezent in Szene gesetzt, ähnlich wie bei Avatar. Jackson hat darauf verzeichtet, Dinge in Richtung Kamera zu werfen und damit ins Publikum (meistens), sondern hat sehr oft die Tiefe der Bilder erhöht. Der Film würde auch ohne 3D umwerfend aussehen, aber es ist ein überaus netter Bonus.

-- Meine Eindrücke allgemein: Ich sehe eigentlich keinen Grund, sich darüber zu beschweren. Mag die erste Hälfte des Films etwas langatmig sein, so geht es dann in der zweiten Hälfte permanent rund. Der Film gewinnt an Tempo und das perfektes Zusammenspiel zwischen den Bildern und dem kongenialen Soundtrack von Howard Shore packen und lassen nicht mehr los. Jackson greift zwar hin und wieder in den theatralischen Kitschtopf, aber das sei ihm im Rausch der Inszenierung verziehen.

Er bewegt wie gewohnt die Kamera mit hoher Geschwindigkeit und Eleganz durch die Kulissen. Was am Computer entstanden ist und was vor Ort gefilmt, ist so gut wie nicht mehr zu unterscheiden. Selbst wenn ich weiß, diese und jene Szene MUSS am Computer entstanden sein, erkennbar ist es kaum. Der Auftritt von Galadriel ist atemberaubend inszeniert - aber ja, Cate Blanchett ist sowieso atemberaubend. Martin Freeman ist ein großartiger Bilbo, generell ist das Ensemble ausgezeichnet. Hut ab, perfektes Casting.

Der Hobbit ist ein sehr, sehr guter Fantasyfilm mit Momenten von bizarrem und gelegentlich kindischen Humor und jeder Menge Action, gewaltigen Schlachten, ruhigen Augenblicken und einem grandiosen Andy Serkis als Gollum (in diesen Szenen zeigt das HFR, was es an Detailreichtum liefern kann).

Ob Jackson sich jetzt werkgetreu an die Vorlage von Tolkien gehalten oder daran herumgewerkt hat, ist mir persönlich herzlich egal. Film ist Film, Buch ist Buch. Ich erwarte von Jackson Opulenz und Bombast und genau das liefert der Mann hier ab. Puritanismus zu fordern oder zu erwarten ist da absolut verkehrt.

Ich mag diese Verbissenheit, mit der Tolkien zeitweise gegen irgendwelche Adaptionen oder Kritik verteidigt wird, überhaupt nicht. Die Bücher sind Klassiker und sie waren genreprägend, aber es handelt sich "nur" um Romane, zu denen jeder Leser eigene Bilder im Kopf hat - und Peter Jackson hat sich eben seinen Teil dazu gedacht und in Bilder umgesetzt. Wem diese Interpretation zu wenig puristisch ist, der kann sich im Vergleich die auf youtube zu bewundernde russische Verfilmung des Hobbit von 1985 ansehen.

Peter Jacksons Hobbit Film ist schlicht ein phantastischer Bombast. Kann man mögen, muss niemand mögen. Mir hat der Film jedenfalls großartig gefallen. Die Vergleiche mit der Herr der Ringe Trilogie sind in meinen Augen unsinnig, schon allein wegen der Unterschiede im Ton der literarischen Vorlagen.

HFR ist eine tolle Sache, ob es sich durchsetzt, wird sich weisen. James Cameron möchte die kommenden Avatar Filme so drehen - bei ihm ist derzeit von sogar noch höherer Bildrate die Rede. HFR wird sicher nicht bei jedem Film Sinn machen, aber Spektakel wie Der Hobbit oder die Avatar Filme sind sicher gute Spielwiesen für diese Technik.

Mein Eindruck bei der gestrigen Vorstellung jedenfalls (nahezu ausverkauft) war der, dass es dem Publikum herzlich egal ist, ob der Film jetzt den "Filmlook" hat oder nicht. Die Leute sind mit dem Film mitgegangen und hatten ihren Spaß daran - wir reden vom Publikum einer 20:15 Uhr Vorstellung und einem 170 Minuten langen Film.

Ich bin jedenfalls glücklich mit dem, was ich gesehen habe und freue mich auf die zwei nachfolgenden Filme.

Rezensionen und Kurzorientierung

Zwei Bücher:

Graham Masterton: Irre Seelen; ein hervorragender Haunted House Roman. Brutal, spannend, stimmungsvoll. Längere Rezension -> hier.

Andrej Djakow: Die Reise in die Dunkelheit; ein Metro 2033 Roman, direkte Fortsetzung von Die Reise ins Licht. Ganz gut, ein paar Schwächen. Längere Rezension -> hier.

Da leider nichtmal der Heyne Verlag auf seinen eigenen Seiten in der Lage bzw. willens zu sein scheint, eine Aufstellung der Romane aus dem Metro 2033 Universum zu machen, hier ein kurzer Überblick über die bisher auf Deutsch erschienenen Titel.
Die Qualität der einzelnen Bücher ist durchaus unterschiedlich. Ungeschlagen diesbezüglich sind bisher die beiden Romane von Glukhovsky:

-- Dmitry Glukhovsky: Metro 2033 -> Rezension
Mit dem Erfolg dieses Romans hat die ganze Sache angefangen.

-- Dmitry Glukhovsky: Metro 2034 -> Rezension 
eine mehr oder weniger direkte Fortsetzung und fällt als einziges Buch - soweit sich das sagen lässt, durch das Jahr aus dem Rahmen. Allerdings spielt das kaum eine Rolle.

-- Andrej Djakow: Die Reise ins Licht -> Rezension
Der erste Roman einer Duologie.

-- Sergej Kusnezow: Das marmorne Paradies -> Rezension

-- Schimon Wrotschek: Piter -> Rezension

-- Andrej Djakow: Die Reise in die Dunkelheit -> Rezension
Der zweite Roman der Duologie. Hat sich alle Möglichkeiten offen gelassen, einen dritten Band anzufügen. Mal sehen.

-- Sergej Antonow: Im Tunnel (ab 02/2013)

-- Tullio Avoledo: Die Wurzeln des Himmels  (ab 06/2013)
Ein italienischer Metro-Roman, angesiedelt in Rom. Es gibt inzwischen auch einen britischen Metro-Roman.


Sonntag, 25. November 2012

Rezensionen

Die letzten drei Bücher, die ich gelesen habe:

John Scalzi: Redshirts. Eine sehr komische und sehr clevere Space Opera mit verblüffender Lösung ... Scalzi ist schlicht und ergreifend gut. Längere Rezension -> hier.

  













Jeff Strand: Benjamins Parasit. Großartig. Grotesk, ekelhaft, überaus lustig, Ein Heidenspaß. Längere Rezension -> hier.















Jeffrey Thomas: Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos. Ein sehr schönes Buch mit etlichen guten Ideen, einige Geschichten haben leider kleine Schwächen. Längere Rezension -> hier.




Donnerstag, 8. November 2012

Rezensionen

Wieder ein kurzes Posting zwischendurch - ein paar Bücher gelesen und rezensiert:


Edward Lee: Creekers. Geniales Grausen, das dem Leser wieder einmal die Grenzen der persönlichen Perversion nahebringt. Ausführlichere Rezension -> hier 
Graham Masterton: Das Atmen der Bestie. Tolles B-Movie, wie es besser nicht sein könnte. Ausführlichere Rezension -> hier.

Brandon Sanderson: Sturmklänge. Meisterhafte Fantasy Überaus originell und für Sanderson geradezu kurz. Ausführlichere Rezension -> hier.



















Montag, 24. September 2012

Rezensionen

Als da wären:

Edward Lee: Innswich Horror
Kurzfassung: bester HPL Roman, der nicht von Lovecraft geschrieben wurde. Ein Volltreffer, was Stimmung, Spannung und Story angeht. 
Langfassung: hier

Edward Lee: Bighead
Kurzfassung: so etwas durchgeknalltes und obszönes muss man mal gelesen haben, wow! Hat eine gute Geschichte und ein absolut verrücktes Ende. Gelungen!
Langfassung: hier

Tim Curran: Verseucht
Kurzfassung: Endzeitroman, der in seinen besten Momenten die Qualität von "The Stand" erreicht. Der bockige Stil nimmt leider etwas Schwung weg.
Langfassung: hier

Ian McDonald: Cyberabad
Kurzfassung: Meisterwerk. Vorschau auf Indien im Jahr 2047 und die Geschehnisse dort, die die Welt beeinflussen. Wirklich grandios.
Langfassung: hier