Guillermo del Toro hat es schon wieder getan. Einen großartigen Film abgeliefert. Pacific Rim ist eine Liebeserklärung an Roboter, Monster, Science Fiction und Trash. Liebevoll und überaus ästhetisch inszeniert geht der Film dank seiner Machart locker über seine Schwächen wie ein paar unlogische Momente, die selbst in einem Monsterfilm etwas schwer glaubwürdig sind, hinweg.
Die Steuerung der Roboter ist ... tja, ich finde sie genial erdacht, und sehr, sehr clever umgesetzt. Genug Technospielerei, um diesbezüglich zu befriedigen, nicht so viel davon, um damit zu nerven. Del Toro, Freak und Fan, inszeniert Filme für Freaks und Fans. Das ist bei den Hellboy Filmen so, bei Blade II so und natürlich auch bei seinen ganz persönlichen, kleinen Filmen, wie Pans Labyrinth, dem frühen Cronos, Devil's Backbone, bei allem.
Er bedient die Klischees, die zu einem Film mit Riesenrobotern und Monstern gehören, er bricht sie dabei und er inszeniert sie geschickt. Er gibt den Monstern eine sehr interessante Geschichte, baut ein paar schrullige Wissenschaftler ein, die derart durchgeknallt sind, dass sie einfach nur perfekt sind.
Mit einem Sinn für Unsinn wird Pacific Rim ein ungebremstes Vergnügen, genau das, was in der Absicht der Macher stand. Und ein großes Ätsch an alle, die gleich zu Beginn des Nachspanns aus dem Kino rennen - ihr habt noch eine witzige Pointe versäumt! Interessante Dankesliste übrigens ganz zum Schluß, logische und sehr, sehr nette Widmung, die zeigt, welchen Geistes Kind der Film ist und was del Toro selbst sehr gerne mag.
Köstlich wie immer: Ron Perlman, in einer nicht so großen, aber dafür großartigen Rolle. Herrlich bescheuerte. Hoffentlich wird das noch was mit Hellboy III. Apropos III, das 3D (ha ha ha, ich weiß). Kongenial, dezent und wirkungsvoll umgesetzt. Nie im Vordergrund, fast unmerklich, genau so gemacht, wie es sich gehört: Es unterstützt immer wieder die sehr schöne, detaillierte und wohl überlegte Optik des Films, ohne sich je aufzudrängen. Die meiste Zeit bemerkt man nichts davon.
Überhaupt ist der Sinn für haarsträubend entzückende Details bei del Toro sehr ausgeprägt. Selbst in Szenen, in denen Hochhäuser zu Staub zerbröselt werden, findet er eine Möglichkeit, eine winzige Absurdität einzubauen, die vollkommen passend ist und im ganzen Gefüge des Films gar nicht fehlen darf. Und dabei total witzig ist. Scheiße, allein die Schuhe, die Ron Perlman da trägt, sowas absurd-geniales, so selbstverständlich und perfekt zum Charakter passend, Detailwahnsinn. Das finde ich wirklich beeindruckend.
Apropos Optik - es ist ein typischer Guillermo del Toro Film. Elemente aus all seinen Werken tauchen auf, sein DP ist wiedermal der kongenial Überästhet Guillermo Navarro, die Bewegungen der Kamera sind elegant, niemals störend, größtmögliche Wirkung erzielend. Nach einer Weile hat man sich auch an den Umstand gewöhnt, dass del Toro 1.85:1 als Bildformat gewählt hat. Wenn ich mich jetzt richtig erinnere, nimmt er immer dieses Format.
Wenn del Toro mit dem Film was in Beweis stellt, dann zum einen, dass er wirklich jeden Unsinn gekonnt inszenieren kann, dass er immer Filme macht, die er selbst sehen möchte und dass er - wie hier - immer wieder zeigt, wie gut er im Vergleich zu anderen Filmemachern ist. Also, meine Güte, wenn man schon vergleichen will, die Transformer Filme von Michael Bay sind absolut ärmlich inszenierte und geschriebene Primitivfilme dagegen.
Sicher, Pacific Rim ist nicht ohne seine Schwächen. Ob die Roboter wirklich mit der Handvoll Hubschrauber getragen werden können, ich weiß nicht. Die Bevölkerung von Hongkong so schnell in Sicherheit bringen, puh, das kann nicht funktionieren. Und noch der eine oder andere Moment, der eher haarscharf an Blödheit vorbeischrammt.
Aber - scheißegal. So elegant, selbstverständlich und witzig, wie das erzählt wird, spielt es keine Rolle. Außerdem, was soll man sich bei einem Film, in dem von Menschen gebaute Riesenroboter gegen Riesenmonster, die aus dem Meer daherkommen, über Logik meckern? Das ist ein Kaiju Film und dabei geht es schließlich nicht um Realismus, sondern um knallbuntes, dramatisch-kitschiges Kawumm.
Im übrigen ist Pacific Rim ein tatsächlich originaler Sommerfilm. Er beruht nicht auf einem Roman, er ist kein Reboot, kein Remake, keine Adaptierung einer TV-Serie oder sonst ein aufwärmen von schon vorhandenem Stoff, er ist ein originaler Film. Das ist, so bedenklich das für das Niveau von Hollywood auch sein mag, bemerkenswert.
Und es ist bemerkenswert, dass es Guillermo del Toro gelungen ist, ein Riesenbudget für einen Film zu bekommen, der noch absurder ist als alle anderen Streifen des Jahres, der keinerlei Stars vorweisen kann (bei aller Liebe zu Ron Perlman, er ist kein Star, sondern ein exzellenter Darsteller - das ist ein haushoher Unterschied), ohne Zombies auskommt, nicht auf einem amerikanischen Spielzeug beruht, sondern japanische Filme zum Vorbild nimmt, in denen Menschen in Kostümen mit sichbarem Reißverschluß durch erkennbare Miniaturstädte stapfen.
Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Kaiju Filmen, habe aber natürlich einen ganzen Haufen davon gesehen, weil mir - vor allem früher - der dämliche Charme dieser Streifen gut gefallen hat. Die Stimmung, die eigenwilligen Farben, die Absurdität der Szenerie, der Pathos. War sehr witzig. Pacific Rim holt aus dem Genre alles raus, was drinnen steckt.
Und, da der Film gerade einen sehr erfolgreichen Start in China hatte und in Japan noch nichtmal angelaufen ist, besteht die Hoffnung, das der Streifen so erfolgreich wird, um tatsächlich eine Fortsetzung zu bekommen. Das freut mich für del Toro, weil es auch die Chancen auf Hellboy III erhöht und - vielleicht doch noch Mountains of Madness.
Über Schreiben, Lesen und andere Dinge, die gelegentlich durch mein Hirn wandern und ihre Spuren hinterlassen.
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Freitag, 2. August 2013
Sonntag, 14. Juli 2013
World War Z
Gestern World War Z gesehen. In 3D. Allerspätestens mit diesem Film sind die Zombies wohl endgültig Massenware geworden. World War Z ist kurzweilige Unterhaltung, nicht so schlecht, könnte besser sein, aber ganz in Ordnung, wenn man seine Erwartungen nicht allzu hoch schraubt. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei und der Film hat kaum Spuren hinterlassen. Einige sehr hübsche Bilder, einen, vielleicht zwei Schreckmomente, spannend ist die Sache nur bedingt und Blut gibt es kaum je zu sehen, wir bekommen nichtmal wirklich gezeigt, wie die Untoten endgültig getötet werden. Alles ziemlich unspektakulär.
Das 3D des Films ist überflüssig. Es wird genau für einen Schock - der sowieso schon aufgelegt ist - effektiv genutzt. Sonst hat man zwischendurch den Eindruck, Regisseur Marc Forster hatte keine Idee, was er mit 3D anfangen soll. In vereinzelten Szenen irgendwelche Figuren am Bildrand im unscharfen Bereich zu postieren, um den Fokus in den Hintergrund des Raumes zu zwingen, wo man Brad Pitt sehen kann - aua. Sieht scheußlich aus und ist plump. Auch Figuren in der Unschärfe zwischen Hauptdarsteller und Kamera durchs Bild marschieren zu lassen ... herrje. Das funktioniert nicht bei 3D - ist eher irritierende Scheiße.
Generell ist eine der großen Schwächen des Films seine Regie. Forster hatte offenbar keinen Plan, wo er seine Kameras posieren sollte und hat nichts außer Standardeinstellungen verwendet. Immerhin ist das Tempo schnell und das hilft über die langweilige Regie hinüber. Aber einen Preis bekommt er dafür nicht. Die Drehorte, Kulissen, Effekte, überall gibt es jede Menge Eye-Candy. Alles hätte Forster heranziehen können, um originelle Einstellungen zu wählen, um ungewöhnliche Blickwinkel zu finden. Er geht aber nichtmal aus der Augenhöhe seiner Akteure fort. Echt einfallslos.
Die Zombies selbst orientieren sich an Filmen wie 28 Days Later. Erkennbar tot, aber nicht sonderlich ekelhaft anzusehen. Sie sind sehr schnell, das rockt, und besonders gut gelungen sind sie in den Massenszenen. Die aus den Trailern ohnehin bekannte Pyramide kommt im Kino wirklich gut. Auch ihr Ansturm auf Fahrzeuge und Gebäude entwickelt gelegentlich die Wucht eines Tsunamis. Das sind eigentlich die herausragenden Momente des Films: Szenen mit hunderten, tausenden Akteuren, realen und virtuellen. Da zeigt sich, was eigentlich in dem Streifen stecken würde. Leider verdümpeln diese Momente sehr schnell.
Brad Pitt ist Brad Pitt, gar nicht unangenehm. Es gibt einen einzigen Moment im Film, wo er derart lässig in Pose gerückt wird, dass man laut lachen kann. Wer sie schon gesehen hat, weiß sicherlich, was ich meine. Sonst spielt er auf dem gleichen Level wie alle übrigen Darsteller - angemessen für einen Zombiestreifen. Weder besser, noch schlechter - einfach nur angemessen.
Der Soundtrack von Marco Berltrami ist sehr gut, auch die zwei Nummern von Muse sitzen. Die paar sonstigen Songs - meine Güte, überflüssige Hintergrundakustik in einzelnen Szenen, die man nur bemerkt, weil sie im Nachspann aufgelistet ist.
Vielleicht lässt sich noch mehr über den Film sagen - die überflüssigen Dokumentaraufnahmen, die hineingeschnitten wurden. Die mangelhafte Chemie zwischen Brad Pitt und Mireille Enos, die bessere Chemie zwischen Brad Pitt und Daniella Kertesz, der zu kurze, verschenkte Auftritt von David Morse. Aber was soll's.
World War Z ist ein bunter, harmloser Zombiefilm mit einigen wenigen guten Momenten, der insgesamt zwar unterhaltsam ist, aber nicht sonderlich aufregend oder gar spannend. Er lebt von seinem Tempo, den Massenauftrieben zwischendurch und von Brad Pitt. Bedeutungsloses Sommerkino, sinnlos mit 3D gepimpt. Geht besser, geht schlechter, ist einfach Durchschnitt und das ist ... ok.
Das 3D des Films ist überflüssig. Es wird genau für einen Schock - der sowieso schon aufgelegt ist - effektiv genutzt. Sonst hat man zwischendurch den Eindruck, Regisseur Marc Forster hatte keine Idee, was er mit 3D anfangen soll. In vereinzelten Szenen irgendwelche Figuren am Bildrand im unscharfen Bereich zu postieren, um den Fokus in den Hintergrund des Raumes zu zwingen, wo man Brad Pitt sehen kann - aua. Sieht scheußlich aus und ist plump. Auch Figuren in der Unschärfe zwischen Hauptdarsteller und Kamera durchs Bild marschieren zu lassen ... herrje. Das funktioniert nicht bei 3D - ist eher irritierende Scheiße.
Generell ist eine der großen Schwächen des Films seine Regie. Forster hatte offenbar keinen Plan, wo er seine Kameras posieren sollte und hat nichts außer Standardeinstellungen verwendet. Immerhin ist das Tempo schnell und das hilft über die langweilige Regie hinüber. Aber einen Preis bekommt er dafür nicht. Die Drehorte, Kulissen, Effekte, überall gibt es jede Menge Eye-Candy. Alles hätte Forster heranziehen können, um originelle Einstellungen zu wählen, um ungewöhnliche Blickwinkel zu finden. Er geht aber nichtmal aus der Augenhöhe seiner Akteure fort. Echt einfallslos.
Die Zombies selbst orientieren sich an Filmen wie 28 Days Later. Erkennbar tot, aber nicht sonderlich ekelhaft anzusehen. Sie sind sehr schnell, das rockt, und besonders gut gelungen sind sie in den Massenszenen. Die aus den Trailern ohnehin bekannte Pyramide kommt im Kino wirklich gut. Auch ihr Ansturm auf Fahrzeuge und Gebäude entwickelt gelegentlich die Wucht eines Tsunamis. Das sind eigentlich die herausragenden Momente des Films: Szenen mit hunderten, tausenden Akteuren, realen und virtuellen. Da zeigt sich, was eigentlich in dem Streifen stecken würde. Leider verdümpeln diese Momente sehr schnell.
Brad Pitt ist Brad Pitt, gar nicht unangenehm. Es gibt einen einzigen Moment im Film, wo er derart lässig in Pose gerückt wird, dass man laut lachen kann. Wer sie schon gesehen hat, weiß sicherlich, was ich meine. Sonst spielt er auf dem gleichen Level wie alle übrigen Darsteller - angemessen für einen Zombiestreifen. Weder besser, noch schlechter - einfach nur angemessen.
Der Soundtrack von Marco Berltrami ist sehr gut, auch die zwei Nummern von Muse sitzen. Die paar sonstigen Songs - meine Güte, überflüssige Hintergrundakustik in einzelnen Szenen, die man nur bemerkt, weil sie im Nachspann aufgelistet ist.
Vielleicht lässt sich noch mehr über den Film sagen - die überflüssigen Dokumentaraufnahmen, die hineingeschnitten wurden. Die mangelhafte Chemie zwischen Brad Pitt und Mireille Enos, die bessere Chemie zwischen Brad Pitt und Daniella Kertesz, der zu kurze, verschenkte Auftritt von David Morse. Aber was soll's.
World War Z ist ein bunter, harmloser Zombiefilm mit einigen wenigen guten Momenten, der insgesamt zwar unterhaltsam ist, aber nicht sonderlich aufregend oder gar spannend. Er lebt von seinem Tempo, den Massenauftrieben zwischendurch und von Brad Pitt. Bedeutungsloses Sommerkino, sinnlos mit 3D gepimpt. Geht besser, geht schlechter, ist einfach Durchschnitt und das ist ... ok.
Montag, 24. Juni 2013
Man of Steel
Fangen wir so an: Eigentlich mag ich Superhelden nicht sooo gern. Superman mag ich von allen am Wenigsten. Dieser unverwundbare, amerikanisch-patriotische, politisch korrekte, konservativ-spießige, selbstgerechte Stretchanzugträger ist mir sogar überaus unsympathisch.
Ich mag Batman. Der ist zwar auch eine Art Superheld, aber er ist nicht unverwundbar. Er blutet. Er ist - will man eine Comicfigur so seriös betrachten, wie es Christopher Nolan in seinen Batman-Filmen getan hat - eigentlich geistesgestört. Er wendet die selben, oft brachialen und brutalen Methoden an wie die Leute, die er jagt. Er hat Sex und lustige technische Spielsachen. Und einen genialen Butler. Batman ist cool.
Man of Steel ist eine Art Super-Bat-Man. Ein riesiges Science Fiction Epos, das sich als Kammerspiel tarnt. Dieser Superman hier ist zwar auch auf seine Art ein selbstgerechter Spießer, aber er zweifelt auch an sich. Er greift, wenn auch widerwillig, zu einem schmutzigen Trick, springt über seinen Schatten. Verzweifelt daran.
Man of Steel ist großartiger Bombast, der optisch überaus eindrucksvoll vorführt, was die Effekttechnik heute leisten kann und wie man alles tadellos in 3D umsetzt. Mit Christopher Nolan als Produzent und Co-Autor, mit David Goyer, der schon die Batman-Filme für Nolan geschrieben hat, als Co-Autor und Zack Snyder als Regisseur, der Bombast und Optik schon immer fest in Händen gehalten hat - siehe 300, Watchmen, Sucker Punch (ja, ich mag den Film!) - wird aus einer schlichten Comicfigur ein brauchbarer Charakter.
Henry Cavill ist ein ganz brauchbarer Superman, er zeigt nicht zu viel Regung, nicht zu wenig Emotionen, es passt. Cavill ist (Die Tudors habe ich nicht gesehen) ein halbwegs passabler Darsteller, der mehr durch seinen Körper und sein kantiges Gesicht glänzt als durch Charisma - das war schon bei Immortals so, wo er von einem absurden Mickey Rourke an die Wand gespielt wurde.
Russel Crowe als Jor-El macht gute Figur - er wird auch schon langsam so rundlich wie Marlon Brando, Kevin Costner hat immer noch den spitzbübischen Charme, auch wenn der Kerl nächstes Jahr 60 wird - heilige Scheiße. Laurence Fishburne sieht aus, als würde er bald zerplatzen und Diane Lane tritt - und das schockiert ein wenig, wenn man frühe Filme mit ihr in Erinnerung hat - als Martha Kent in Erscheinung. Diane Lane als ältere Frau, wow, die Zeit vergeht.
Na gut. Man of Steel ist ein großartiger Film. Er macht Spaß. Er hat Schauwerte ohne Ende. Er beginnt mit Vollgas und liefert Kämpfe, die in ihrer Absurdität einfach nur wunderbar bombastisch sind. Der Film hat eine satte Portion Science Fiction im Gepäck - ich würde gern viel, viel mehr von diesem hier präsentierten Krypton sehen, das hat Potential für aufregenden Stoff.
Die Geschichte ist düster und eigentlich ziemlich brutal. Fast schon ein Königsdrama wie bei Shakespeare.
Superman bemüht sich um Tiefsinnigkeit und für einen Superhelden-Film gelingt es ihm auch recht gut, intelligent zu erscheinen. Michael Shannon als General Zod ist alles andere als ein eindimensionaler Böser, er hat eine Mission zu erfüllen, eine Aufgabe und das tut er in aller Konsequenz, sehr wohl wissend, dass seine Handlungen zum Teil grausam sind.
Die Musik von Hans Zimmer ist monumental und eindrucksvoll - donnert geradezu über seine ohnehin auch mächtigen Batman-Soundtracks hinweg. Die Biografie von Kal-El wird in mehreren Sprüngen durch Zeit und Raum erzählt und das hält den Stoff lebendig und macht die Sache spannend. Regisseur Zack Snyder beherrscht sein Handwerk.
Die Figur von Superman wird, betrachtet man sie etwas eingehender, eigentlich nur dadurch interessant, dass sie weniger Charisma besitzt als alle Charaktere ringsum. Superman ist der Dreh-und Angelpunkt für eine ganze Reihe interessanter Personen, die sich um den kostümierten Kerl drehen, dessen Anzug diesmal eindeutig cool wirkt.
Sehr witzig sind im übrigen zwei winzige Details: Zum einen kann man in einer kurzen Szene den Schriftzug "Wayne Enterprise" erspähen, was bekanntlich Bruce Wayne aka Batman bedeutet. Zum anderen taucht auch kurz der Schriftzug "Lex Corp" auf - was auf Lex Luthor hinweist, einen der besten Gegenspieler von Superman. Ob aus diesem kleinen Witz im nächsten Film mehr wird, weiß jetzt vermutlich noch niemand.
Kurz und gut, Man of Steel ist ein großartig unterhaltsamer, bombastischer Film, der zu keiner Minute seiner monströsen Länge fad oder langatmig wird. Er bietet massig Schauwerte und einen kongenialen Soundtrack und macht die Figur Superman interessanter, als sie von ihren Ursprüngen her ist.
Ich mag Batman. Der ist zwar auch eine Art Superheld, aber er ist nicht unverwundbar. Er blutet. Er ist - will man eine Comicfigur so seriös betrachten, wie es Christopher Nolan in seinen Batman-Filmen getan hat - eigentlich geistesgestört. Er wendet die selben, oft brachialen und brutalen Methoden an wie die Leute, die er jagt. Er hat Sex und lustige technische Spielsachen. Und einen genialen Butler. Batman ist cool.
Man of Steel ist eine Art Super-Bat-Man. Ein riesiges Science Fiction Epos, das sich als Kammerspiel tarnt. Dieser Superman hier ist zwar auch auf seine Art ein selbstgerechter Spießer, aber er zweifelt auch an sich. Er greift, wenn auch widerwillig, zu einem schmutzigen Trick, springt über seinen Schatten. Verzweifelt daran.
Man of Steel ist großartiger Bombast, der optisch überaus eindrucksvoll vorführt, was die Effekttechnik heute leisten kann und wie man alles tadellos in 3D umsetzt. Mit Christopher Nolan als Produzent und Co-Autor, mit David Goyer, der schon die Batman-Filme für Nolan geschrieben hat, als Co-Autor und Zack Snyder als Regisseur, der Bombast und Optik schon immer fest in Händen gehalten hat - siehe 300, Watchmen, Sucker Punch (ja, ich mag den Film!) - wird aus einer schlichten Comicfigur ein brauchbarer Charakter.
Henry Cavill ist ein ganz brauchbarer Superman, er zeigt nicht zu viel Regung, nicht zu wenig Emotionen, es passt. Cavill ist (Die Tudors habe ich nicht gesehen) ein halbwegs passabler Darsteller, der mehr durch seinen Körper und sein kantiges Gesicht glänzt als durch Charisma - das war schon bei Immortals so, wo er von einem absurden Mickey Rourke an die Wand gespielt wurde.
Russel Crowe als Jor-El macht gute Figur - er wird auch schon langsam so rundlich wie Marlon Brando, Kevin Costner hat immer noch den spitzbübischen Charme, auch wenn der Kerl nächstes Jahr 60 wird - heilige Scheiße. Laurence Fishburne sieht aus, als würde er bald zerplatzen und Diane Lane tritt - und das schockiert ein wenig, wenn man frühe Filme mit ihr in Erinnerung hat - als Martha Kent in Erscheinung. Diane Lane als ältere Frau, wow, die Zeit vergeht.
Na gut. Man of Steel ist ein großartiger Film. Er macht Spaß. Er hat Schauwerte ohne Ende. Er beginnt mit Vollgas und liefert Kämpfe, die in ihrer Absurdität einfach nur wunderbar bombastisch sind. Der Film hat eine satte Portion Science Fiction im Gepäck - ich würde gern viel, viel mehr von diesem hier präsentierten Krypton sehen, das hat Potential für aufregenden Stoff.
Die Geschichte ist düster und eigentlich ziemlich brutal. Fast schon ein Königsdrama wie bei Shakespeare.
Superman bemüht sich um Tiefsinnigkeit und für einen Superhelden-Film gelingt es ihm auch recht gut, intelligent zu erscheinen. Michael Shannon als General Zod ist alles andere als ein eindimensionaler Böser, er hat eine Mission zu erfüllen, eine Aufgabe und das tut er in aller Konsequenz, sehr wohl wissend, dass seine Handlungen zum Teil grausam sind.
Die Musik von Hans Zimmer ist monumental und eindrucksvoll - donnert geradezu über seine ohnehin auch mächtigen Batman-Soundtracks hinweg. Die Biografie von Kal-El wird in mehreren Sprüngen durch Zeit und Raum erzählt und das hält den Stoff lebendig und macht die Sache spannend. Regisseur Zack Snyder beherrscht sein Handwerk.
Die Figur von Superman wird, betrachtet man sie etwas eingehender, eigentlich nur dadurch interessant, dass sie weniger Charisma besitzt als alle Charaktere ringsum. Superman ist der Dreh-und Angelpunkt für eine ganze Reihe interessanter Personen, die sich um den kostümierten Kerl drehen, dessen Anzug diesmal eindeutig cool wirkt.
Sehr witzig sind im übrigen zwei winzige Details: Zum einen kann man in einer kurzen Szene den Schriftzug "Wayne Enterprise" erspähen, was bekanntlich Bruce Wayne aka Batman bedeutet. Zum anderen taucht auch kurz der Schriftzug "Lex Corp" auf - was auf Lex Luthor hinweist, einen der besten Gegenspieler von Superman. Ob aus diesem kleinen Witz im nächsten Film mehr wird, weiß jetzt vermutlich noch niemand.
Kurz und gut, Man of Steel ist ein großartig unterhaltsamer, bombastischer Film, der zu keiner Minute seiner monströsen Länge fad oder langatmig wird. Er bietet massig Schauwerte und einen kongenialen Soundtrack und macht die Figur Superman interessanter, als sie von ihren Ursprüngen her ist.
Der große Gatsby
Gatsby ist der erste 3D Film, bei dem mir das 3D Kopfschmerzen verursacht hat. Gatsby ist ein Talk-Movie. Viele mehr oder weniger attraktive Menschen bewegen sich gemächlich durch mehr oder weniger hübsche Kulissen und reden mehr oder weniger belanglosen Schrott. Dafür braucht es absolut kein 3D und Gatsby führt eindrucksvoll vor, wie man 3D vollkommen sinnlos, falsch und störend einsetzt. 140 quälende Mintuen lang.
Grundlegend ist es mit dem Film so, dass ein relativ kurzer und konzentrierter Roman, ein moderner Klassiker der Weltliteratur - Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald - in einen überlangen, pompösen, langweiligen und banalen Film verwandelt wurde. Es ist mir die ganze Zeit über ehrlich gesagt scheißegal gewesen, was mit den einzelnen Protagonisten geschieht, was sie reden, was sie bewegt.
Gatsby ist ein sinnloser, hübscher Film mit ein paar künstlerischen Gags, die Buz Luhrmann, der Regisseur, seit wenigsten zwanzig Jahren in immer derselben Form präsentiert. Siehe Romeo und Julia mit Leonardo DiCaprio, siehe Moulin Rouge. Ähnliche Bildgestaltung, ähnlicher Einsatz von Musik, ähnliche Degradierung (zur Belanglosigkeit) von Stoffen mit großem dramatischen Potential als Aufhänger für hübsche Bilder.
Der große Gatsby in dieser Verfilmung ist ein Schnarchnasenfilm. Sehr schön, aber unendlich öde und erweckte in mir zwischendurch mehr als einmal die Lust, Tobey Maguire das blöde Grinsen aus dem Gesicht zu wischen. Zumindest in dem Film hat er keinen anderen Gesichtsausdruck, selbst wenn es in einzelnen Momenten noch so fehl am Platz ist, dieses dämliche Grinsen.
Die ohnehin sehr ausgedünnte, banalisierte Geschichte wird durch das 3D noch weiter in den Hintergrund gerückt, weil die Optik die Kontrolle übernommen hat und sich stolz präsentiert. Wirklich wunderschön, da gibt es nichts zu meckern daran, aber herrje, ein wenig mehr vom Drama wäre ganz nett gewesen. Aber nein, weil das 3D so schick ist, pissen wir selbst in der belanglosesten Szene eine dritte Dimension über das Bild, schwenken dazwischen immer wieder bedeutungsschwer über eine Plakatwand, die mehr an George Orwell als an sonstwas erinnert und lassen den durchaus fähigen Cast in kitschig-kühlen Bildern erstarren, unfähig, irgendeine Emotion zu wecken.
Es hat schon seinen Grund, warum 3D für Actionszenen tauglich ist, für rasante, schnelle Szenen, in denen viel passiert und sich viele Dinge in alle möglichen Richtungen bewegen. In diesem Momenten kann man als Zuseher sein Bewusstsein abdrehen und sich einfach auf das konzentrieren, was man sieht.
Wenn ich mich aber auf Dialog, Mimik, Körpersprache und Details konzentriere, um einer dramatischen Szenen zu folgen, um das Drama in mich aufzunehmen, dann ist 3D wohl die größte nur vorstellbare Störung. Genau diesen Störeffekt führt uns Regisseur Luhrmann gekonnt vor. Über die ganze Filmlänge. Bravo.
Man stelle sich vor, The Straight Story (dieser wunderbare David Lynch Film über den alten Mann, der mit dem Rasenmäher durch zwei US-Bundesstaaten reist, um seinen kranken Bruder zu besuchen), wäre in 3D gedreht worden. Sinnlos. In ganz normalem 2D sehen wir einen Film, in dem noch weniger passiert, noch weniger Drama vor sich geht als in Gatsby.
Wir verfolgen zwei Stunden lang einen alten Mann, der auf seinem Rasenmäher über die Straßen tuckert, da und dort kampiert, Leuten begegnet, mit ihnen redet, seinen Erinnerungen nachhängt - und diese nur erzählt! Nichtmal das wird uns in Bildern präsentiert, sondern nur in Worten. Und trotzdem - The Straight Story ist der weit bewegendere, ergreifendere, schöner anzusehende, spannendere, packendere Streifen. Er konzentriert sich einfach auf die Geschichte. Punkt.
Gatsby hingegen konzentriert sich rein auf seine Schauwerte. Hier geht Fassade vor Inhalt. Kennt man das Buch nicht, stellt man sich nach Betrachtung des Films die Frage, wie so ein bedeutungsloser, oberflächlicher Scheiß von einem langweiligen Buch auch nur im Ansatz Weltliteratur sein kann. Gatsby als Film zeigt mir nichts von Menschlichkeite, nichts von Schwächen und Stärken, nichts davon, wie Handlungen eines Einzelnen das Leben Dutzender bewegen kann. Oh, ein klein wenig geht es um Kapitalismus, der eher positiv gesehen wird. Dieser Moment der Tiefsinnigkeit - wenn man das mal sehr vorsichtig so ausdrücken will - dauert einige wenige Augenblicke lang. Tja. Aber sonst ist da nichts außer schönen Bildern.
Der große Gatsby ist ein hohler Film, der eindrucksvoll zeigt, wie sinnlos 3D zum Einsatz gebracht werden kann. Hm, das ist ja eigentlich auch nicht schlecht. Nur das wollte ich eigentlich nicht sehen.
Grundlegend ist es mit dem Film so, dass ein relativ kurzer und konzentrierter Roman, ein moderner Klassiker der Weltliteratur - Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald - in einen überlangen, pompösen, langweiligen und banalen Film verwandelt wurde. Es ist mir die ganze Zeit über ehrlich gesagt scheißegal gewesen, was mit den einzelnen Protagonisten geschieht, was sie reden, was sie bewegt.
Gatsby ist ein sinnloser, hübscher Film mit ein paar künstlerischen Gags, die Buz Luhrmann, der Regisseur, seit wenigsten zwanzig Jahren in immer derselben Form präsentiert. Siehe Romeo und Julia mit Leonardo DiCaprio, siehe Moulin Rouge. Ähnliche Bildgestaltung, ähnlicher Einsatz von Musik, ähnliche Degradierung (zur Belanglosigkeit) von Stoffen mit großem dramatischen Potential als Aufhänger für hübsche Bilder.
Der große Gatsby in dieser Verfilmung ist ein Schnarchnasenfilm. Sehr schön, aber unendlich öde und erweckte in mir zwischendurch mehr als einmal die Lust, Tobey Maguire das blöde Grinsen aus dem Gesicht zu wischen. Zumindest in dem Film hat er keinen anderen Gesichtsausdruck, selbst wenn es in einzelnen Momenten noch so fehl am Platz ist, dieses dämliche Grinsen.
Die ohnehin sehr ausgedünnte, banalisierte Geschichte wird durch das 3D noch weiter in den Hintergrund gerückt, weil die Optik die Kontrolle übernommen hat und sich stolz präsentiert. Wirklich wunderschön, da gibt es nichts zu meckern daran, aber herrje, ein wenig mehr vom Drama wäre ganz nett gewesen. Aber nein, weil das 3D so schick ist, pissen wir selbst in der belanglosesten Szene eine dritte Dimension über das Bild, schwenken dazwischen immer wieder bedeutungsschwer über eine Plakatwand, die mehr an George Orwell als an sonstwas erinnert und lassen den durchaus fähigen Cast in kitschig-kühlen Bildern erstarren, unfähig, irgendeine Emotion zu wecken.
Es hat schon seinen Grund, warum 3D für Actionszenen tauglich ist, für rasante, schnelle Szenen, in denen viel passiert und sich viele Dinge in alle möglichen Richtungen bewegen. In diesem Momenten kann man als Zuseher sein Bewusstsein abdrehen und sich einfach auf das konzentrieren, was man sieht.
Wenn ich mich aber auf Dialog, Mimik, Körpersprache und Details konzentriere, um einer dramatischen Szenen zu folgen, um das Drama in mich aufzunehmen, dann ist 3D wohl die größte nur vorstellbare Störung. Genau diesen Störeffekt führt uns Regisseur Luhrmann gekonnt vor. Über die ganze Filmlänge. Bravo.
Man stelle sich vor, The Straight Story (dieser wunderbare David Lynch Film über den alten Mann, der mit dem Rasenmäher durch zwei US-Bundesstaaten reist, um seinen kranken Bruder zu besuchen), wäre in 3D gedreht worden. Sinnlos. In ganz normalem 2D sehen wir einen Film, in dem noch weniger passiert, noch weniger Drama vor sich geht als in Gatsby.
Wir verfolgen zwei Stunden lang einen alten Mann, der auf seinem Rasenmäher über die Straßen tuckert, da und dort kampiert, Leuten begegnet, mit ihnen redet, seinen Erinnerungen nachhängt - und diese nur erzählt! Nichtmal das wird uns in Bildern präsentiert, sondern nur in Worten. Und trotzdem - The Straight Story ist der weit bewegendere, ergreifendere, schöner anzusehende, spannendere, packendere Streifen. Er konzentriert sich einfach auf die Geschichte. Punkt.
Gatsby hingegen konzentriert sich rein auf seine Schauwerte. Hier geht Fassade vor Inhalt. Kennt man das Buch nicht, stellt man sich nach Betrachtung des Films die Frage, wie so ein bedeutungsloser, oberflächlicher Scheiß von einem langweiligen Buch auch nur im Ansatz Weltliteratur sein kann. Gatsby als Film zeigt mir nichts von Menschlichkeite, nichts von Schwächen und Stärken, nichts davon, wie Handlungen eines Einzelnen das Leben Dutzender bewegen kann. Oh, ein klein wenig geht es um Kapitalismus, der eher positiv gesehen wird. Dieser Moment der Tiefsinnigkeit - wenn man das mal sehr vorsichtig so ausdrücken will - dauert einige wenige Augenblicke lang. Tja. Aber sonst ist da nichts außer schönen Bildern.
Der große Gatsby ist ein hohler Film, der eindrucksvoll zeigt, wie sinnlos 3D zum Einsatz gebracht werden kann. Hm, das ist ja eigentlich auch nicht schlecht. Nur das wollte ich eigentlich nicht sehen.
Sonntag, 17. März 2013
Die fantastische Welt von Oz
Die fantastische Welt von Oz ist, bei
all dem knallbunten Gewirbel, das der Setdesigner von Tim Burtons
Alice im Wunderland angerichtet hat, unverkennbar doch auch ein Sam Raimi Film.
Der
Mann, dem wir Evil Dead verdanken, setzt auch hier immer wieder die
rasende Kamera ein, rast vorwärts, bremst aber immer wieder abrupt
ab. So, als fiele ihm mitten im Rasen ein, dass er einen Film für
die Disney Studios dreht und sich deshalb beherrschen muss.
Oz ist ein überaus unterhaltsamer
Film, der es gar nicht so einfach macht, einige seiner Darsteller zu
erkennen. Rachel Weisz zum Beispiel, das braucht eine Weile, obwohl
sie eine tragende Rolle hat. Miniauftritte von Ted Raimi oder Bruce
Campbell zu erspähen ist so gut wie unmöglich – also zumindest in
der 3D Fassung des Films.
Das 3D wird von Raimi gekommt und
gewitzt eingesetzt und liefert einige sehr schöne Momente, ich bin
versucht zu sagen, dass es hier besser zur Geltung kommt als beim
Hobbit von Peter Jackson.
Raimi hat keine Scheu, Dinge auf das
Publikum loszujagen, macht das aber zugleich auf überraschende Form
und weniger simpel, als man erwarten würde. Das ist sehr effektiv und vergnüglich. Natürlich geht das 3D auch in die Tiefe der Szenen und auch hier haben die Macher ganze Arbeit geleistet. Alles in allem hervorragend verwendet und als natürlicher Bestandteil des Filmes akzeptabel. Sehr gut gelungen, finde ich.
Zu den deutschen Dialogen kann ich
nicht viel sagen, da ich den Film im Original gesehen habe. Die
Schauspieler sind bis auf eine sehr durchschnittliche Mila Kunis
durch die Bank glaubwürdig und spielen gut, vielleicht sogar zu gut,
wenn James Franco sein schmierig-verzweifeltes, zähnefletschendes
Lächeln zeigt. Das ist ein klein wenig ekelig.
Besonders die Titelmusik ist
unverkennbar Danny Elfman, der in weiterer Folge bombastische
Klangteppiche geschrieben hat, die diesen irrsinnigen Farbenrausch
untermalen. Wenn schon, denn schon, war hier wohl die Devise.
Die Effekte sind selbstredend
allererste Sahne und selbst die ständig herumwirbelnde Kamera von
Raimi schafft es nicht, Fehler in den computergenerierten Szenen zu
entblößen. Bewegungen, Haare, Massenszenen, Wasser, Nebel, Lebewesen, wunderbar. Wiederum, vielleicht lenkt das 3D davon genug ab,
vielleicht erfreut man sich als Zuschauer auch zu sehr an der Pracht,
dem Witz und der Eleganz des Films.
Die fantastische Welt von Oz ist ein
sehr schöner, sehr unterhaltsamer, entzückender »kleiner« Film
von Sam Raimi, der mehr als einmal durchschimmern lässt, dass in ihm
immer noch der Regisser der kleinen, dreckigen, bösartigen,
zynischen und gewitzten Filme steckt, die er früher gedreht hat.
Die Evil Dead Filme, Army of Darkness,
Ein ganz einfacher Plan, Darkman, The Quick and the Dead, The Gift,
allesamt Perlen von schrägem Humor, seltsamen Effekten und zum Teil
schwindelerregender Kameraführung. All das ist in Oz erkennbar und
hebt diesen Film beträchtlich über das übliche
Disney-Kitsch-Niveau hinaus.
Es war ein Vergnügen.
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