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Sonntag, 1. September 2013

Radiointerview und neues Buch

Am Freitag hatte ich ein Radiointerview bezüglich des Fortsetzungsromans Wiener Weltuntergang: Frühling der Toten, der ab 22. September startet. Mehr zum Drumherum gibt es hier, der ganze Spaß ist ein Label des Residenz Verlags und die Site wird in den kommenden Tagen ordentlich erweitert - soweit ich weiß.


Ehrlich gesagt spiegelt das Bild mehr die Gestaltung der Jiffy Bücher als solches wieder, als den Inhalt darzustellen. Es gibt Zombies, natürlich, aber die sehen nicht so aus und sie sind hoffentlich (bestimmt) anders genug, um interessant zu sein. 
Die Zombies gehen in Wien um, die Geschichte dehnt sich von der Stadt aus und greift weit um sich, die Zombies durchlaufen Veränderungen und die handelnden Personen haben mehr oder weniger alle miteinander einen Knall.

Zum Interview, zu dem ich gemeinsam mit der Verlagsleiterin von Residenz bei Radio Orange geladen war: Ich habe ein paar Tage vor dem Termin von dieser Einladung erfahren und ... mich die ganze Zeit davor vor Aufregung und Nervosität beinahe angeschissen. Ich glaube, ich habe schon mal erwähnt, ich bin eher ein ruhiger, schweigsamer, introvertierter Mensch - Öffentlichkeit ist eine Art Horror. So gesehen war dieser "Zwang" dazu geradezu therapeutisch. Hat auch was für sich.

Es war mein erstes Radiointerview und obwohl ich glaube, mich halbwegs gut geschlagen zu haben, bin ich der Meinung, ich gehöre zu den Autoren, die besser nicht die Klappe aufreissen, sondern schreiben, wenn sie was erzählen wollen.

Wenn ich "gedrängt" werde, über persönliche Details zu sprechen, neige ich dazu, irgendwas zu sagen, um die Sache hinter mich zu bringen. Das mache ich nichtmal mit Absicht, da schaltet mein Hirn in einen komischen Zustand zwischen viel-schnell-nichts reden und es kommt meistens Quatsch dabei raus.
Ich rede nicht so gern - zum Beispiel - über Kindheit und Jugendjahre. Das ist eine Zeit, die ich als eher persönlich ansehe und die mein engstes Umfeld kennt, dem Rest der Welt aber herzlich egal sein kann. Ich habe noch nie gerne darüber geredet, nicht, weil es da irgendwelche traumatischen Geschehnisse gibt oder irgendwas anderes Aufregendes, einfach nur deshalb, weil ich das als sehr persönliche Zeit ansehe.
So kommt es, dass es zwischen einem schriftlichen Interview, das demnächst irgendwo auftauchen soll und diesem mündlichen Interview eine Ungereimtheit in einem biografischen Detail gibt. Bin ich nun in Wien oder in Auckland, Neuseeland zur Welt gekommen? Da geboren, dort gezeugt, oder umgekehrt, oder wie oder was? Es ist total, vollkommen egal. Jetzt gibt es zwei Versionen davon. :-)

Es ist durchaus witzig, in dem Kämmerchen zu sitzen und zehn Zentimeter vor dem Gesicht hängt das Mikro, mit einem kleinen aufgeklebten Schildchen "Hier sprechen". Auch witzig ist es, wenn nach der Sendung ein Hörer anruft um zu fragen, worum es eigentlich ging, weil er nicht richtig zugehört hat.

Was nimmt man (ich) aus so einer Situation an Erfahrung mit:
-- Man vergisst innerhalb kürzester Zeit, dass man zu einem unsichtbaren Publikum irgendwo redet.
-- Am einfachsten ist es, so zu reden, wie man es im Alltag macht, selbst wenn man sich, wie ich, beim Sprechen verzettelt und über die eigene Zunge stolpert (Das ist dem Moderator schon bei der Intro passiert, also egal).
-- Jegliche Nervosität fällt von einem ab, sobald die Sache begonnen hat.
-- Man verhält sich instinktiv ruhig, wenn man grad nicht redet.
-- Wenn die Sache vorbei ist, kann man sich verabschieden und einfach gehen.
-- Die Zeit verfliegt unheimlich schnell, 45 Minuten sind im Nu vorbei.
-- Nicht immer schafft man es, die Gedanken, die durch das Hirn torkeln, auch so zu formulieren, wie man es gerne möchte. Wie das ankommt, was du sonst von dir gibst, das weißt du auch nicht. Vielleicht erfährst du es irgendwann, vielleicht nicht.
-- Du hast nicht die geringste Ahnung, ob die Leute, die zuhören, auch in irgendeiner Form reagieren werden, du weißt nicht, wie viele hier zuhören und ob du im Endeffekt zu einer Gruppe Menschen sprichst, die in weitester Form als deine Zielgruppe zu bezeichnen ist. (Da ist die Wahrscheinlichkeit zwar eher hoch, da die Sendungsmacher eigentlich ihr Publikum kennen, aber wissen ...)

Die Fragen selbst waren so, wie man sie erwarten würde. Nichts, was vom Publikum größere Konzentration erfordert hätte, aber interessant genug, um die Hörer bei Stange zu halten - in dem einen Fall wenigstens als "Hintergrundberieselung". :-) Wie schreibt sich ein Serienwerk, warum macht der Verlag das, in welcher Form wird das verbreitet, wieviel bekommen die Autoren, wie kam es überhaupt zu dem Projekt und so weiter, also mehr Geplänkel zur Unterhaltung der unsichtbaren Zuhörer.

Zwei Fragen haben mich ein wenig überrascht:
-- Zum einen, ob mein Roman einen Subtext hat. Antwort: Hat er, muss man aber weder zur Kenntnis nehmen, noch war er mir so wichtig, um ihm mehr Bedeutung als den der Andeutung zukommen zulassen. Manche Wirklichkeiten sind einfach zu ekelhaft, um damit eine fiktive Geschichte zu besudeln.
-- Zum anderen, ob ich die Forsetzungen (wie der Untertitel mit dem Wörtchen "Frühling" schon signalisiert, habe ich hier von Beginn an in mehreren Bänden gedacht, wenigstens einer Trilogie) auch machen werde, wenn das Projekt für den Verlag nicht erfolgreich läuft. Antwort: ja, möchte ich auf jeden Fall machen. Dauert dann vielleicht länger, weil ich etliche andere Werke in Arbeit habe, aber ich möchte die Trilogie auf alle Fälle fertigstellen.

Im Endeffekt hat jeder bekommen, was er wollte: Die Verlagsleiterin konnte das eBook-Serial-Projekt präsentieren, das bei Erfolg eine Weiterführung erfahren wird, sie konnte über den Residenz Verlag und über Bucharbeit im allgemeinen sprechen. Ich habe ein paar Worte über mich verlieren können, hoffentlich so ein wenig Werbung für den Roman gemacht und was gelernt. Der Moderator hatte angenehme Gäste (echt wahr ;-)) und war in der Lage, seine Fragen alle unterzubringen und beantwortet zu bekommen, sicher auch angenehm für ihn.

Werde ich in Zukunft weniger nervös sein, sollte es sich durch eine wunderbare Fügung ergeben, dass ich wieder irgendwo im Radio quatschen soll? Vielleicht etwas weniger.

Wiener Weltuntergang: Frühling der Toten, ist ein Roman über den Ausbruch einer Zombieplage, die in Wien ihren Ursprung nimmt. Die Geschichte ist ein paar Jahre in der Zukunft angesiedelt und zeigt ein Österreich/Europa, in dem "diktatorische Mächte" die Kontrolle übernommen haben, die sich mit einem nahezu unkontrollierbaren Problem konfrontiert sehen.
Der Roman erscheint als eBook Serial in 20 Bänden ab Ende September in wöchentlicher Folge. Die Episoden kosten jeweils 99 Cent, Folge 1 wird zum Kennenlernen und Einstieg gratis sein. 
 

Mittwoch, 6. Februar 2013

5 Fragen an ... Wayne Simmons

Wayne Simmons, erstklassiger irischer Horrorautor, hat auf deutsch bisher zwei Titel bei Voodoo Press im Rennen: Grippe und Zum Sterben schön - demnächst folgt mit Inkubation eine Fortsetzung zu Grippe. Im Zusammenhang mit einer Rezension von Zum Sterben schön habe ich ihm fünf nicht allzu ernste Fragen gestellt.

- Die Website von Wayne Simmons
- meine Rezension
- Grippe, Zum Sterben schön und Inkubation bei Voodoo Press
- 5 Fragen an Voodoo Verleger Michael Preissl.


1 - Drop Dead Gorgeous feels very authentic. I imagine you walking through the streets of Belfast, mumbeling »here a scene, there some action, let's destroy this shit« and things like that. How wrong am I?
Ha! You're very right! My formative years were in Belfast, spent drinking in the dirtiest and sleaziest clubs the city had to offer then wandering home drunkenly at silly o'clock. I'm sure I often dreamed about wrecking the place, apoc-horror style. And lo and behold, a novel was born!

2 - Are women superior to men?

Only if you want them to be.

(Or so I'm told).

3 - Do you really think, there is/should be a chance to reboot and upgrade humanity?

I think, in reality, we reboot ourselves. The survivors within 'To Die For' go through a process of change. None of them remain the people they were at the start of the book by the book's climax. And that's what humanity is: a process of evolution, of growing and learning and, hopefully, improving.

Is that what the message in 'To Die For' is? Who knows? Maybe.

4 - How many books ahead are you usally planning?

I tend to work on several projects at a time, jumping back and forth between them. At the moment, I have five books in various stages of completion. Variety is the spice of life, I say :-)

5 - Are there any Wayne Simmons groupies that you are aware of?

Ha! None that I know of. But applicants always welcome! :-)



Dienstag, 5. Februar 2013

5 Fragen an ... Michael Preissl


Michael Preissl, alias Mr. Voodoo Press, war so freundlich, im Zusammenhang mit der deutschen Veröffentlichung von Wayne Simmons: Zum Sterben schön, fünf nicht ganz ernst gemeinte Fragen zu beantworten.

- Zum Sterben schön bei Voodoo Press
- meine Rezension
- Die Website von Wayne Simmons
- Grippe und Inkubation bei Voodoo Press
- 5 Fragen an Wayne Simmons

1 - Wie bist du auf Wayne Simmons gekommen?
Auf Wayne Simmons bin ich durch GRIPPE (FLU) aufmerksam geworden, da ich nach einem guten Zombieroman Ausschau gehalten habe. Als ich die ersten Seiten gelesen hatte, war mir klar, dieses Buch muss in unser Programm.

2 - Worin liegt der besondere Reiz irischer Horrorgeschichten?
Handlungsort Europa

3 - Sind Frauen Männern überlegen?
Ha! Ist das eine Fangfrage? ;)
4 - Welche Zutaten braucht ein guter, (post)apokalyptischer Roman?
Packende Charaktere, dichte Atmosphäre, Schicksalsschläge.

5 - Deine liebste Todesart in einem von dir verlegten Buch?
Eine Kugel direkt in den Kopf - kurz und schmerzlos. Möchte ungern von Monstern gevierteilt werden :)
 
 

Mittwoch, 30. Januar 2013

The Next Big Thing Blog Hop

"The Next Big Thing Blog Hop" (TNBTBH) ist eine internationale Aktion, bei der Autoren erzählen, an welchem Buch sie gerade arbeiten. Im Rahmen eines Interviews beantworten sie immer dieselben Fragen und veröffentlichen es in ihrem Blog. Die Autoren stellt darüberhinaus die Person vor, die sie zur Teilnahme eingeladen hat und erwähnen die Autoren, die als Nächste die Fragen beantworten werden.


Das Interview führt der Autor mit sich selbst und duzt sich deshalb auch gleich.

Wer hat mich darauf gebracht?

Thomas Knip. Umtriebiger Autor, Illustrator und Verleger, bedeutender Pionier in Sachen Self-Publishing und eBooks und eine der ersten Anlaufstellen für Informationen, wenn man selbst in diese Richtung denkt oder grundlegend informiert werden möchte.

Wie lautet der Arbeitstitel deines Buchs?

Das nächste Buch wird ein John Aysa Roman mit dem Titel Prinzessin. Das ist der endgültige Titel. Im Normalfall ist der erste Titel eines Buches oder einer Erzählung derjenige, der bestehen bleibt. Arbeitstitel mag ich nicht sonderlich, da sie öfter mal die Entwicklung der Geschichte verändern können.

Woher kam die Idee für das Buch?

Letztendlich ist das Cover für die Entwicklung des Buches verantwortlich,weil es aus einer vagen Idee ganz konkret diesen Roman gemacht hat. Das Cover hatte ich nämlich schon vorher. Etwas absurd, aber in diesem Fall war es so.

Unter welches Genre fällt dein Buch?

Postapokalyptische Science Fiction, mit starkem Bezug zu Splatterhorror mit stark überzogener Gewalt und sexuell sehr explizit, um nicht zu sagen pornografisch.

Wie lautet die Ein-Satz-Zusammenfassung deines Buches?

Die Reise zu einem unbekannten Ziel führt She durch eine Welt aus Finsternis, Regen, Dreck, Verwahrlosung, Strahlung, Terror, Kannibalismus und seltsamen Lebewesen.

Welche Schauspieler sollten deine Protagonisten in einer Filmumsetzung spielen?

Ich kann mir schon eine Verfilmung nicht vorstellen, obwohl das natürlich toll wäre. Rhona Mitra vielleicht, weil sie in Doomsday wie ein weiblicher Snake Plissken unterwegs war. Nein, vielleicht doch eher Sasha Grey. Keine Ahnung, Hauptsache, die Darstellerin scheut nicht vor rabiaten Geschichten zurück. Ron Perlman wäre eine Wucht. :-)

Wirst du dein Buch selbst verlegen oder hast du eine Agentur beauftragt?

Prinzessin werde ich selbst verlegen. Ich habe einen Roman bei einem Verlag, der seit einem Jahr auf Publikation wartet und so lange will ich hier nicht warten. Außerdem müsste ich ziemlich sicher Kompromisse eingehen. Verlag oder Selbst, beides hat seine Vor- und Nachteile.

Wie lange hast du gebraucht, um den ersten Entwurf deines Manuskripts zu schreiben?

Ich bin noch dabei, weil ich für ein kurzfristig entstandenes Anthologie-Projekt namens Panik unterbrochen habe - ich steuere eine Story bei. Bisher ergeben die Einzeltage zusammengerechnet knapp vier Wochen, würde ich meinen. Ich schätze, Mitte Februar ist es soweit, um das Manuskript meiner Lektorin zu überreichen. Drei Wochen hinter dem Zeitplan. Ärgerlich, aber so ist es.

Mit welchen anderen Büchern, innerhalb dieses Genres, würdest du dein Buch vergleichen?

Schwer. Von der Tristesse der zerstörten Welt her hätte ich als neueres Buch Marcel Theroux – Weit im Norden genannt, von der Deftigkeit des Inhalts würde ich Edward Lee mit Titeln wie Bighead oder Creekers hernehmen.

Womit noch willst du das Interesse der Leser für dein Buch wecken?

Mit Momenten bizarrer Seltsamkeit, dem Fehlen von funkelnder Eckzahn-Romantik und der Anwesenheit bissiger Gewächse und der potentiellen Möglichkeit, weitere Abenteuer in dieser Welt anzusiedeln.

Möchtest du andere Autoren für das Interview nominieren?

Sehr gern.

Tony Lucifer, Autor derber Literaturkunst und eine der vielen Seiten von Doc Nachtstrom.

Lucas Edel, umtriebiger Autor und treibende Kraft hinter der Edition Anna Perenna.

Andreas Winterer, Autor des saukomischen Scott Bradley, Journalist, Schriftsteller und Mediencoach.