Ab (2. Hälfte) Jänner 2013: John Aysa - Prinzessin
- kleine Kostprobe aus der 1., noch unkorrigierten Fassung:
Die Droole fressen.
Sie kann die Geräusche hören, ohne etwas zu sehen. Das Reißen der Zähne, das Schmatzen, das Kauen. Die Klauen, die am Körper rütteln und Brocken von Fleisch aus dem Rumpf reißen.
Die schmierigen, glitschigen Laute des säurehaltigen Speichels, der das Fleisch mürbemacht, die Schlürfgeräusche, mit denen der klumpige Fleischschleim in den Magen gesogen wird.
Die Geräusche verursachen ihr Übelkeit und am Liebsten würde sie sich übergeben, ihr Essen wieder ausspucken. Stattdessen verharrt sie reglos an der Stelle, an der sie sich befindet. Sie wartet.
Wartet, dass die Droole sich satt gefressen haben, träge und müde werden, bis sie mit schwerem Magen einschlafen. Wartet, bis sie sich leise, ganz leise in Bewegung setzen kann, davonschleichen. Fort von hier, raus aus dem Gefahrenbereich. Hoffentlich bald.
Regen tropft durch die Stockwerke bis zu ihr hinab, durch den zerfallenden Dachstuhl, die geborstenen Etagen, in denen Treppen, Böden, Wände fehlen, in denen Schimmel und Verfall hausen.
Der traurige Rest einer Zivilisation, die sich den Lauf einer Pumpgun tief in den Arsch gesteckt und den Abzug betätigt hat.
...
Über Schreiben, Lesen und andere Dinge, die gelegentlich durch mein Hirn wandern und ihre Spuren hinterlassen.
Samstag, 1. Dezember 2012
Genervt
Schwere Verkühlungen sind absolut nervtötend. Der Schädel dröhnt, die Nase rinnt, Luftholen ist mühsam, das Hirn will nicht ordentlich denken, mit der Kreativität ist es nicht weit her und ... alles nervt.
Wenigstens ist der Scheiß langsam am abflauen. Ein paar Tage noch.
Wenigstens ist der Scheiß langsam am abflauen. Ein paar Tage noch.
Montag, 26. November 2012
Gedankensplitter
Du brauchst, so ist immer wieder nachzulesen (es gibt etliche dt. und engl. Seiten zu diesem Thema, Links reiche ich bei Gelegenheit nach, jetzt bin ich grad zu müde, sie rauszusuchen), in etwa zehn (10) Titel als Self-Pub Autor, um einen substanziellen Umsatz zu machen - vorausgesetzt, du willst das Schreiben professionell betreiben. Wobei ich Sammlungen von Kurzgeschichten nicht unbedingt vollwertig dazuzählen würde. Das Thema mit den Storys ist allerdings ein auf den deutschen Raum beschränktes Problem.
Du brauchst für zehn Titel jede Menge Zeit. Um dir diese Zeit leisten zu können, brauchst du viel Geld. Andernfalls musst du arbeiten gehen, was dir Schreibzeit nimmt, weshalb es länger dauert, diese Anzahl zustande zu bringen (von einem Familienleben, Partner, Affären und sonstigem Sozialleben reden wir mal lieber nicht).
Wenn du sehr schnell bist, kannst du zwei Jahre rechnen, um diese Anzahl Bücher zu verfassen und zu veröffentlichen. Wenn möglich, solltest du die Titel sowohl als eBook wie im Print anbieten. Sich darum zu kümmern, kostet auch Zeit. Dann muss man online ein wenig was tun, Website, Social Networks, Blogs, Foren, wtf auch immer, um ein wenig auf sich aufmerksam zu machen.
Im Endeffekt läuft es immer darauf hinaus, das du Geld und Zeit brauchst, um so viel zu schreiben, damit du Geld verdienen kannst. Nochmal, vorausgesetzt, du willst diesen Schreib-Job ernsthaft betreiben.
Wenn du diese zehn Bücher hast, werden sie dir zwar, wenn alles wie geplant läuft, ordentliches Geld in die Kassa spülen, aber kaum soviel, damit du ausschließlich davon leben kannst. Da braucht es dann noch ein paar Bücher mehr dazu. Oh, und so "Unfälle" wie Fifty Shades oder andere Beispiele von Mega-Sellern aus der Self-Pub Ecke passieren einfach.
Aber für jeden Bestseller gibt es sicherlich wenigstens zehntausend Titel, die niemanden interessieren. Natürlich, da ist noch J.A. Konrath alias Jack Kilborn. Das leuchtende Beispiel dafür, wie man als Self-Pub Autor Selbstvermarktung und Geld scheffeln in Perfektion praktiziert. Aber die Realität für den großen Rest von uns sieht anders aus, also solltest du bis dahin deinen Job nicht aufgeben. (Und Konrath hat viele, viele Titel in seiner Backlist und schreibt rasend schnell -> du brauchst viele Bücher, daran führt kein Weg vorbei, frag doch mal auch Thomas Knip)
Klingt frustrierend, nicht? Ist es auch. Warum tut man sich das an? Weil man es unbedingt möchte, mehr als alles andere. Es gibt wenige Dinge, die so viel Frust und Freude bereit halten wie der Job des Autors.
Also, wenn es dir ein Anliegen ist, ernsthaft zu schreiben, dann kneif die Arschbacken zusammen und schreib. Um Perfektionierung von Werbung, um allzu vielen Scheißkram, der nervt und Zeit stielt und alles andere drum und dran kannst du dich, musst du dich in zweiter Linie kümmern. Sieh zu, dass du eine ordentliche Backlist beinander hast, denn nur damit kannst du auch Leser für dich interessieren.
In diesem Sinne schreibe ich jetzt noch ein wenig am nächsten Buch weiter, ich habe meine zehn Titel noch nicht beinander ... aber ihr könnt mir gern helfen ... rechts in der Navigation gibt es mehrere Leseproben aus meinen Texten und am Ende jeder Probe ein Link zu einem eBookshop ... :-)
Du brauchst für zehn Titel jede Menge Zeit. Um dir diese Zeit leisten zu können, brauchst du viel Geld. Andernfalls musst du arbeiten gehen, was dir Schreibzeit nimmt, weshalb es länger dauert, diese Anzahl zustande zu bringen (von einem Familienleben, Partner, Affären und sonstigem Sozialleben reden wir mal lieber nicht).
Wenn du sehr schnell bist, kannst du zwei Jahre rechnen, um diese Anzahl Bücher zu verfassen und zu veröffentlichen. Wenn möglich, solltest du die Titel sowohl als eBook wie im Print anbieten. Sich darum zu kümmern, kostet auch Zeit. Dann muss man online ein wenig was tun, Website, Social Networks, Blogs, Foren, wtf auch immer, um ein wenig auf sich aufmerksam zu machen.
Im Endeffekt läuft es immer darauf hinaus, das du Geld und Zeit brauchst, um so viel zu schreiben, damit du Geld verdienen kannst. Nochmal, vorausgesetzt, du willst diesen Schreib-Job ernsthaft betreiben.
Wenn du diese zehn Bücher hast, werden sie dir zwar, wenn alles wie geplant läuft, ordentliches Geld in die Kassa spülen, aber kaum soviel, damit du ausschließlich davon leben kannst. Da braucht es dann noch ein paar Bücher mehr dazu. Oh, und so "Unfälle" wie Fifty Shades oder andere Beispiele von Mega-Sellern aus der Self-Pub Ecke passieren einfach.
Aber für jeden Bestseller gibt es sicherlich wenigstens zehntausend Titel, die niemanden interessieren. Natürlich, da ist noch J.A. Konrath alias Jack Kilborn. Das leuchtende Beispiel dafür, wie man als Self-Pub Autor Selbstvermarktung und Geld scheffeln in Perfektion praktiziert. Aber die Realität für den großen Rest von uns sieht anders aus, also solltest du bis dahin deinen Job nicht aufgeben. (Und Konrath hat viele, viele Titel in seiner Backlist und schreibt rasend schnell -> du brauchst viele Bücher, daran führt kein Weg vorbei, frag doch mal auch Thomas Knip)
Klingt frustrierend, nicht? Ist es auch. Warum tut man sich das an? Weil man es unbedingt möchte, mehr als alles andere. Es gibt wenige Dinge, die so viel Frust und Freude bereit halten wie der Job des Autors.
Also, wenn es dir ein Anliegen ist, ernsthaft zu schreiben, dann kneif die Arschbacken zusammen und schreib. Um Perfektionierung von Werbung, um allzu vielen Scheißkram, der nervt und Zeit stielt und alles andere drum und dran kannst du dich, musst du dich in zweiter Linie kümmern. Sieh zu, dass du eine ordentliche Backlist beinander hast, denn nur damit kannst du auch Leser für dich interessieren.
In diesem Sinne schreibe ich jetzt noch ein wenig am nächsten Buch weiter, ich habe meine zehn Titel noch nicht beinander ... aber ihr könnt mir gern helfen ... rechts in der Navigation gibt es mehrere Leseproben aus meinen Texten und am Ende jeder Probe ein Link zu einem eBookshop ... :-)
Sonntag, 25. November 2012
Rezensionen
Die letzten drei Bücher, die ich gelesen habe:
John Scalzi: Redshirts. Eine sehr komische und sehr clevere Space Opera mit verblüffender Lösung ... Scalzi ist schlicht und ergreifend gut. Längere Rezension -> hier.
Jeff Strand: Benjamins Parasit. Großartig. Grotesk, ekelhaft, überaus lustig, Ein Heidenspaß. Längere Rezension -> hier.

Jeffrey Thomas: Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos. Ein sehr schönes Buch mit etlichen guten Ideen, einige Geschichten haben leider kleine Schwächen. Längere Rezension -> hier.
John Scalzi: Redshirts. Eine sehr komische und sehr clevere Space Opera mit verblüffender Lösung ... Scalzi ist schlicht und ergreifend gut. Längere Rezension -> hier.
Jeff Strand: Benjamins Parasit. Großartig. Grotesk, ekelhaft, überaus lustig, Ein Heidenspaß. Längere Rezension -> hier.

Jeffrey Thomas: Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos. Ein sehr schönes Buch mit etlichen guten Ideen, einige Geschichten haben leider kleine Schwächen. Längere Rezension -> hier.
Donnerstag, 22. November 2012
Film: Skyfall
Skyfall ist die Rückkehr von James
Bond zu seinen Wurzeln. Soviel kann man sagen, ohne den Film für
jene, die ihn noch nicht gesehen haben, durch Spoiler zu ruinieren.
Er kehrt zurück in vertrautes, modern adaptiertes Gelände und das
ist elegant und gewitzt inszeniert.
Skyfall ist hervorragend inszeniert und
bietet großartige Action, die bis an die Grenzen der Absurdität
geht, ohne jemals auszurutschen. Der trockene Witz, den der Film streckenweise versprüht, tut ein übriges. Sam Mendes und sein Kameramann
fangen elegante, von Kontrasten geprägte Bilder ein, das ist sicher der mit Abstand eleganteste Bond, was die Inszenierung betrifft.
Thomas Newman
hat einen ausgezeichneten Score komponiert und auch das Titellied von Adele ist
überraschend gut (die mir bis dahin kein Begriff war).
Skyfall wartet mit einem der
interessantesten Antagonisten aller Bond Filme auf. Einem
überaus menschlichen Bösewicht, geplagt von menschlichen Begierden und Leidenschaften, einem Bösen, der zur Abwechslung nicht nach
Weltherrschaft strebt und in einer cleveren Referenz als Hannibal
Lecter inszeniert wird. Javier Bardem ist geradezu entzückend in
dieser Rolle. Bemerkenswert - die Motive des Antagonisten lassen sich nachvollziehen.
Wie gesagt, das interessanteste an
diesem Bond darf man nicht erzählen, sonst ruiniert man den Film für
jede Menge Zuseher, die, sofern sie ein wenig mit den Bondfilmen
vertraut sind, unheimlich viel Spaß an den Zitaten, Anspielungen und
Referenzen haben, die der Film, der die Serie geradezu rebootet,
parat hat. (hm, ein etwas verschachtelter Satz)
Skyfall ist der cleverste Bond Film seit
einer Ewigkeit. Im großen und ganzen gibt es nicht viel mehr dazu zu
sagen. Den Film jetzt in allen Details zu Tode analysieren ist
sinnlos – James Bond ist Actionkino, Entertainment. Witzig,
technisch perfekt, überaus unterhaltsam. Darauf kommt es an.
Ach ja, die deutsche Synchronisation
lässt einiges an Wortwitz und Stimmung vermissen. Wenn möglich, in
Original schauen.
Soweit meine Meinung.
Dienstag, 20. November 2012
Film: Wolkenatlas
In gewisser Weise macht der Wolkenatlas
als Film, rein für mich gesprochen, keinen Sinn. Ich kenne das Buch
nicht, kann den Roman deshalb nicht beurteilen. Der Film ist
wunderschön, hat Momente der Überraschung, des Schocks und des
Lachens. Er ist, wie der Roman, verschachtelt, und erzählt sechs
Geschichten, von der Vergangenheit bis in die weite Zukunft.
Ich würde nicht soweit gehen, den Film
als esoterisches Geschwurbel ohne Sinn zu bezeichnen. Das Problem
ist, der Sinn, der wohl irgendwo verborgen liegen muss, hat sich mir
nicht erschlossen. Ich bin vielleicht nicht die hellste Birne, aber
es langt allemal, einen 3 Stunden langen Film von Lana und Andy
Wachowski und Tom Tykwer durchzusitzen und auf eine tiefergehende
Aussage zu ergründen.
Ich kann mir vorstellen, die
Filmemacher haben ein wenig am Sinn des Romans vorbeigearbeitet, sind
an der Oberfläche kleben geblieben. Das hat Tom Tykwer schon bei
seiner Verfilmung von Patrick Süskinds Das Parfum gemacht – ich
habe beim Lesen des Romans die Dinge gerochen, die der Autor
beschrieben hat. Der Film hat mir wunderschöne, weichgezeichnete
Bilder geliefert, aber mehr war da nicht.
Ich mag die Wachowsiks sehr gern. Bound
war ein hervorragender kleiner Film, Matrix sowieso (die
Fortsetzungen, na gut, hüstel) und ihre Produktion des Alan Moore
Comics V hat mir auch sehr zugesagt. Aber die Geschwister sind doch
sehr an der Oberfläche der Dinge interessiert, an beeindruckenden
Bildern, an einer durchgestylten Optik, in der jeder Blutspritzer
einfach nur schön aussieht.
Der Wolkenatlas ist unverkennbar ein
Werk dieser drei Filmemacher. Die Idee, die Schauspieler in jeder
Episode zu besetzen ist genial, mutet in manchen Momenten äußerst
merkwürdig an und ist genau das, was man von diesen Filmemachern
erwartet. Aber eine Aussage, ein Sinn, eine tiefergehende Bedeutung,
irgendetwas, das dieses wunderschöne Monumentalwerk zu einer
exquisiten Besonderheit erhebt, sucht man vergeblich.
Als Zuseher werde ich kopfkratzend aus
dem Kino entlassen, darüber rätselnd, was ich letztlich gesehen
habe. Das ist in vielen Fällen genau das, was die Macher wollten.
Aber beim Wolkenatlas beschleicht mich das Gefühl, dass es den
Machern passiert ist, obwohl sie etwas ganz anderes erreichen
wollten. Es wäre zu einfach, den Film als gescheitert abzutun, das
würde ich gar nicht so sehen. Aber er ist ein wenig am Ziel
vorbeigeschossen.
Im übrigen finde ich die Synchronisation nicht sonderlich gut. Aber das nur am Rande.
Freitag, 9. November 2012
Leseprobe 5
Ausschnitte aus: John Aysa & Alexander Ater: Chaotika - Der erste Miscatonic Hindin Roman; ein Science Fiction Roman.
Kapitel 00
Kapitel 00
Ein
donnerndes Trompeten erschreckte Mischka. Es knirschte, knallte, die
Türen klappten zu, die Treppen verschwanden im Rumpf und
der Zug setzte sich mit einem Ruck in Bewegung.
Dampf
quoll unter den Wagen hervor. Für Augenblicke verbarg sich
der Bahnhof hinter einer enorm dichten, blütenweißen Nebelwolke,
die so rasch abzog, wie
sie gekommen war. Dabei
nahm sie den Zug mit sich.
Etwas
Neues.
Er
und
der Fremde waren nicht mehr allein.
Auf der anderen Seite
der Trasse, am Behelfssteig mit den Laderampen, standen drei Personen
über die Länge
des Bahnsteigs verteilt. Sie marschierten jetzt auf einen Punkt
gegenüber dem Mann im Staubmantel zu.
...
Großartig.
Er hatte
die Wahl zwischen beschissen,
beschissener
und
total beschissen.
Besser,
er sah zu, dass er dezent und
gemütlich verschwand, in der Hoffnung, als
unwichtig ignoriert zu werden.
»Habt
ihr ein Pferd für mich?«, fragte der Unbekannte.
Die
drei stutzten, dann kicherte einer von ihnen.
Scheiße.
»Wie
es aussieht, haben wir einen Gaul zu wenig«,
lachte er. Seine
Kumpane fielen in das blöde Gelächter ein. Plumpe, aufgesetzte
Belustigung, erzwungen vom Leitbullen, so echt wie
Rosenduft beim Kacken. Obwohl ...
Der
Mann im Staubmantel schien davon nicht beeindruckt.
»Oh
nein«, sagte er. »Ihr habt zwei zu viel.«
Doppelte
Scheiße.
Das
Lachen hörte schlagartig auf.
Absolute
Scheiße.
Die
Sache geriet noch beschissener, als
der Fremde mit einer scheinbar gemächlichen Bewegung den langen
Mantel zurückschob und
Mischka den Gürtel mit Holster sah. Den Haken, der das Wams aus dem
Weg hielt. Er sah, wie die Hand sich auf den mit Perlmutt
beschlagenen Griff der Schusswaffe legte, der Daumen den Verschluss
aufflippte
und
der Neuankömmling die Knarre zog.
Die
Waffe war ein mächtiges
Teil, ein ihm unbekanntes Modell. Aus dem Augenwinkel sah er, wie
die drei Handlanger auseinanderhechteten
und
gleichfalls ihre Pistolen zogen. Das sah übel aus.
Vielleicht
wäre es jetzt an der Zeit, irgendeine
Aktion zu setzen. Aber
er war nicht in der Lage, viel anderes zu tun als
gebannt zu starren, während der Fremde den Abzug des Schießeisens
durchzog.
Er
war unglaublich
schnell.
Die
Knarre furzte.
Was
soll das, fragte sich
Mischka, das antwortende Knallen der gegnerischen Waffen vernehmend.
Anstelle einer Erklärung bekam er einen heftigen Schlag in die
Rippen, der ihn herumschleuderte und
von den Füßen riss.
Verdammter
Mist, ich bin getroffen, dachte er. Dann hörte er erneut das
verdächtig nach Fürzen klingende Geräusch, ehe er zu müde wurde,
irgendetwas zu beachten. Der Schmerz ließ nach, als
der Schlaf ihn zu übermannen begann.
In
einer Schießerei einzuschlafen ist schwachsinnig, ging es ihm durch
den Sinn. Im letzten bewussten Moment stellte sich noch eine
bedeutsame Frage.
Welche
Pferde?
Kapitel
04
Der
Knüppel traf Zack mit brutaler Wucht an der Schädelseite,
zertrümmerte ihm das Jochbein, drückte es nach innen, verschob es.
In
Folge ploppte ihm der Augapfel aus der Höhle, hing am Nervenstrang
die Backe hinunter. Blut und Flüssigkeit flossen aus der Augenhöhle
über die Wange. Er versuchte, einen Schrei auszustoßen.
Noch
ehe einer der Anwesenden darauf reagieren hätte können, hämmerte
der Prügel ein weiteres
Mal
zu, ließ den Schädel am Hinterkopf splittern. Der Kopf wurde nach
vorn gerammt und die Fresse schlug gegen die Tischplatte. Der
Getroffene schnellte zurück, der Knüppel kam ein drittes Mal zum
Einsatz und
drosch dem Mann ins Gesicht.
Zähne
zersplitterten, der Kiefer brach und
die Nase wurde
in einer blutigen Explosion zertrümmert. Zack fiel vom Sessel auf
den Boden. Er war kaum
mehr bei Sinnen, röchelte und
blutete mit schwerem Gehirntrauma. Er zuckte unkontrolliert,
beschmutzte sich.
Zum Glück bekam er von den Schädelverletzungen nicht viel mit.
Er
war außerstande, den gedämpft wahrgenommenen Schmerz zu
artikulieren. Die am Hinterkopf geplatzte und
gerissene Haut entblößte den weißen Schädelknochen. Zwischen den
Splittern lag die Gehirnhaut frei.
Eine
Serie von Hieben brach ihm mit unangenehm durch den Raum schallenden
Knacklauten Beine und
Knie, zermalmte Hüften und
Rippen. Die Prügel zerquetschten die Hoden und
verursachten innere Verletzungen. Zack verlor unwiderruflich das
Bewusstsein.
So
blieb ihm das Erlebnis des letzten Schlages, der ihm den Schädel
endgültig zertrümmerte und
ihn tötete, erspart.
Robert
Der Nirosta war nicht im Ansatz außer Atem, als
er den Knüppel achtlos auf die Leiche fallen ließ. Er winkte mit
einer ungeduldigen Geste einem Lakaien mit Wasserschüssel. Er
reinigte die Hände, rückte den Anzug zurecht und
richtete die Aufmerksamkeit auf die verbliebenen Anwesenden.
...
Die
Männer und Frauen am runden Tisch verharrten in schockiertem
Schweigen. Das lauteste
Geräusch verursachte das aus den Wunden tropfende Blut, das den
teuren Holzboden verunzierte.
...
»Missverständnis,
hä? Soviel zu dieser verdammten Scheißfehleinschätzung«, sagte er
ruhig
und ließ sich auf seinem Platz nieder.
»Hat
sonst noch eines von euch Arschlöchern eine fadenscheinige Ausrede,
warum was nicht geklappt hat?« Schweigen antwortete ihm. Er nickte
zufrieden. Keine Antwort
war auch eine Antwort.
Der
Lakai legte den gereinigten Knüppel vor ihm auf den Tisch und
verschwand lautlos. Ein Teil aus massivem Holz, griffig, poliert und
mit Schichten von widerstandsfähigem Lack überzogen. Handarbeit vom
Feinsten.
»Damit
hätten
wir das geklärt. Kann mir jemand schlüssig erklären, was dort
draußen in der Provinz schiefgegangen ist? Wer ist verantwortlich
und
wer hat es verabsäumt, mich rechtzeitig darüber zu informieren?
Und,
das wäre von Bedeutung, hat einer von euch Pissern eine Idee, wie
man dieses Drama rasch beendet?«
Erneut
antwortete ihm betretenes Schweigen. Im Augenblick fasste niemand den
Mut, ihm eine Antwort zu geben. Der Nirosta deutete ein Kopfschütteln
an, verzog den Mund zu einem humorlosen Lächeln.
»Wozu
leiste ich mir diesen verdammten Aufsichtsrat, kann mir das jemand
erklären? Wofür bezahle ich euch Scheißepisser? Ihr sollt ein Auge
auf unsere Geschäfte haben und
Ordnung halten,
weil ich mich nicht persönlich um jeden Dreck kümmern mag. Das
scheint zuviel verlangt, wie
es aussieht. Ihr wollt es auf die harte Tour, stimmt das? Habe
ich recht?
Nun,
das könnt
ihr haben.«
Er
erhob sich
vom Sessel, stützte die Fäuste auf die Tischplatte.
»Ich
gehe jetzt eine Runde um diesen Tisch, und wenn ich mich niedersetze,
bekomme ich meine Antwort. Andernfalls
schlage
ich wahllos einem von euch den Schädel ein. Ist das verstanden
worden?«
Ohne
auf eine Replik zu warten,
packte er den Schläger
und
ging los.
»Ich
habe keine Ahnung, wovon die Rede ist«, sagte Mackie
genervt.
Der
Knüppel sauste ihm mit brutaler Gewalt in den Rücken. Mackie
schleuderte nach vorn, knallte gegen die Tischkante und fiel zu
Boden, wo er sich erstickt hustend wand.
»Oh
Scheiße«, keuchte er. »Verdammt, das tut weh.«
»Dein
Nichtwissen interessiert mich einen feuchten Dreck, Mackie.
Danach
habe
ich nicht gefragt. Ich will eine Antwort auf meine Frage. Niemand?«
»Eine
dämliche Provinzposse war das«, tönte eine unerwartete Stimme.
Synchron
drehten die Anwesenden ihre Köpfe zu der Frau, die durch die Tür
geschritten kam.
Elegant,
arrogant, mit diabolisch funkelnden Augen. Sie sah großartig,
überlegen und
bedrohlich aus. Aggressiv.
»Eine
Posse?«
»Genau«,
bekräftigte Ilsa mit schmalem
Lächeln...
Kapitel
11
Das
Killerkommando bestand aus vier Männern.
Circe
und
Mischka hatten sich
mit Ordnern voller
Tageszeitungen an einem Tisch niedergelassen und
blätterten eine Sammelmappe nach der anderen durch. Wonach sie
konkret suchten, wussten sie nicht zu sagen.
Sie
hofften auf ein Muster, das sie auf die richtige
Spur lenken würde.
Circe
war der Meinung, dass die geballte Konzentration von Wochen und
Monaten an Nachrichten Informationen zutage fördern konnte,
Zusammenhänge, die sonst
untergingen.
Sie
waren mitten in ihrer Arbeit, als
die Männer in die Bibliothek kamen und
sofort auseinanderstrebten. Circe
kniff die Augen zusammen und
Mischka wirbelte herum, als
er ihren Blick sah.
Er
erfasste, was los war, hechtete über den Tisch und
riss ihn dabei
um. Die ersten Kugeln schlugen in das massive Holz, als
Circe
in Deckung ging.
»Du
hast ein bemerkenswertes Talent, dir Feinde zu machen«,
fluchte sie.
»Das
war mir bisher nicht bekannt.«
Kapitel
12
Er
erlitt beinahe
einen Herzinfarkt, als
eine eiskalte, makellose Messerklinge seine
Eichel berührte. Er keuchte und
versuchte sich zu artikulieren, während die Erektion blitzartig
zusammenfiel, der Penis dabei
das Messer streifte.
Die
Klinge war mörderisch scharf. Fast verlor er vor Angst die Kontrolle
über die Blase.
Die
Furie in Schwarz grinste hämisch.
»Das
war
unhöflich, nicht wahr? Vielleicht
sollte ich mich vorstellen?
Oder
möchten Sie raten, wer ich bin?
Sind
Sie so
klug?«
Er
hatte
die Frau noch nie
gesehen, gehofft, sie niemals
sehen zu müssen. Es war
nicht schwer zu erraten, wer sie war.
Es gab nur
eine kranke
Psychopathin, die sich
derart irre Auftritte erlaubte.
»Ihr
Name ist
Ilsa.«
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